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Vom Kettcar zum Cabrio

50 mit 50 Vom Kettcar zum Cabrio

Eine Leidenschaft für Autos hatte der Biedenkopfer Ulrich Fleischer schon als kleiner Junge. Wenn ein Nachbar ein neues Auto hatte, war der heute 50-Jährige oft einer der ersten, der es genau unter die Lupe nahm.

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Ulrich Fleischer interessierte sich schon immer für Autos. Sein Hobby machte er zum Beruf: Der 50-Jährige ist Automobilverkäufer im Ford-Autozentrum in Biedenkopf.

Quelle: Katharina Kaufmann

Biedenkopf. OP: Herr Fleischer, wie ist sie denn entstanden Ihre Leidenschaft für Autos?

Ulrich Fleischer: Ich war schon als Kind ein richtiger Auto-Fan. Und damals war es nicht unbedingt üblich, dass jede Familie ein Auto hatte. Immer wenn ein Nachbar eines anschaffte, war ich unter den ersten, die es sich angeschaut haben. Und ich hatte wie wohl fast alle Jungen in den 60er- und 70er-Jahren haufenweise Matchbox-Autos, mit denen ich stundenlang gespielt habe. Und natürlich ein Kettcar.

OP: Also haben Sie sich entschlossen, nach dem Schulabschluss Automobilverkäufer zu werden?

Fleischer: Nein, ganz so einfach habe ich mir das nicht gemacht. Nach dem Abitur habe ich erst einmal meinen Wehrdienst abgeleistet und anschließend in Marburg Betriebswirtschaftslehre studiert. Als ich das Studium abgeschlossen hatte, arbeitete ich mehrere Jahre im Controlling bei einer Bausparkasse und bei Buderus in Wetzlar. Den Inhaber des Ford-Autozentrums in Biedenkopf, Michael Acker, kannte ich noch aus der Schulzeit. Und mehr oder weniger durch Zufall habe ich schließlich erfahren, dass er einen Verkäufer suchte. Kurzerhand habe ich mich beworben, und seitdem bin ich dort.

OP: Klingt, als hätten Sie Ihre Berufung gefunden?

Fleischer: Ja, damit habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht. An Autos herumschrauben kann ich aber nicht. Technisch bin ich total unbedarft.

OP: Was macht den Unterschied zwischen Autos von damals und Autos von heute aus?

Fleischer: Ich weiß noch genau, wie die ersten Japaner in Deutschland auf den Markt kamen. Was haben wir über die gelächelt, weil sie so hässlich aussahen. Wir haben immer gesagt, die kommen hier nicht weit. Heute sieht man überall Japaner herumfahren... Eine Besonderheit war auch immer, wenn man einen richtigen amerikanischen Schlitten zu Gesicht bekam. Die fuhren in Biedenkopf ja nicht so oft herum.

OP: Mit was fahren Sie denn selbst umher?

Fleischer: Ich bin schon immer gerne offene Autos gefahren und habe einen Ford Focus Cabrio.

OP: Gibt es noch andere Hobbys?

Fleischer: Sicher. Ich habe ein eigenes Pferd, fahre gerne Ski und bin ehrenamtlich aktiv: im Vorstand des Biedenkopfer Reitvereins, als Vorstandsmitglied beim Tennisclub Biedenkopf und beim Gewerbeverein Treffpunkt Biedenkopf.

von Katharina Kaufmann

Das war 1964 in der Automobilindustrie:

  • Insgesamt wurden im Autojahr 1964 mehr als 2,6 Millionen Autos deutscher Hersteller verkauft.
  • Einen großen Anteil daran hatte VW: Deren Tagesproduktion lag bei 5 600 Fahrzeugen. Der Jahresumsatz betrug fast sieben Milliarden D-Mark.
  • Jenseits der Mauer wurde 1964 die dritte Trabant-Generation vorgestellt. Der Trabant 601 war länger und komfortabler als sein Vorgänger. Zudem durften sich die DDR-Bürger über farbenfrohere Lackierungen freuen.
  • Opel stellte 1964 gleich drei Fahrzeuge der Oberklasse vor: den Kapitän, den Admiral und den Diplomat.
  • BMW brachte den 1600er auf den Markt – eine Variante der Stufenhecklimousine.
  • Renault präsentierte auf dem Genfer Auto-Salon seinen R 8 Major – der war etwas größer als das Vorjahresmodell.
  • Eine echte Legende kam 1964 erstmals auf den Markt. Ausschlaggebend war die Unzufriedenheit eines gewissen Herrn Lamborghini mit seinem Ferrari. Die ersten Sportwagen unter eigenem Namen wurden in Serie produziert, wenn auch in überschaubaren Stückzahlen.
  • Aus dem Hause Ford kam ein ganz neuer Trend: das sogenannte Pony-Car. Kein Wagen konnte die Eigenschaften – großvolumiger V8-Motor, zweitürig, lange Motorhaube, kurzes Heck – besser präsentieren als der Ford Mustang.
  • Auch aus Deutschland gab es etwas Schickes: Auf der Basis des NSU Sportprinz, dem ersten Wankelauto der Welt, baute man ab 1964 den NSU Wankel Spider.
  • Auto des Jahres 1964 war der Rover P 6.
  • Autopreise im Jahr 1964: Fiat 600D – 4 410 DM, Ford Mustang – 10 000 DM, Mercedes 600 – 56 000 DM, NSU Sportprinz – 5 500 DM, Porsche 911 – 21 900 DM, Simca 1500 – 7 450 DM.
  • Der Benzinpreis lag 1964 im Durchschnitt bei 0,65 DM pro Liter. Diesel kostete im Schnitt 0,49 DM pro Liter.
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Von Redakteur Katharina Kaufmann

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