Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 0 ° wolkig

Navigation:
Vom Baum direkt in die Flasche

Tag der Nachhaltigkeit Vom Baum direkt in die Flasche

Lohras Grundschülerkelterten am Tag der Nachhaltigkeit aus Obst von zehn schuleigenen Bäumen 320 Liter Apfelsaft.

Voriger Artikel
40-Tonner kippt um
Nächster Artikel
Blasmusik pur mit Michael Werner

Auf dem Gelände der Familie Heinz in Lohra wurden die gepflückten Äpfel zu Saft gepresst.

Quelle: Silke Pfeifer-Sternke

Lohra . Am Aktionstag hatten Schüler einer vierten und zweier erster Klassen Gelegenheit, einmal hinter die Kulissen zu schauen und die Schritte zur Herstellung von Apfelsaft nicht nur zu verfolgen, sondern auch selbst Hand anzulegen.

Los ging es mit dem Pflücken der Äpfel, die auf einer Streuobstwiese mit zehn schuleigenen Apfelbäumen in direkter Nachbarschaft zur Grundschule geerntet werden mussten. Die Streuobstwiese entstand als Ausgleichsfläche für den Bau der Turnhalle und trägt nun im doppelten Sinn Früchte: zur Herstellung von Apfelsaft und zu Anschauungszwecken. Über einen langen Zeitraum wurden die Äpfel nur sporadisch von Anliegern gepflückt; dies änderte sich 2014, als Familie Heinz, deren Kinder die Grundschule besuchen, anboten, die Äpfel zu Saft zu verarbeiten.

„Sammeln, Pressen und Verköstigen waren ein lehrreiches wie freudebringendes Erlebnis für alle Beteiligten“, sagt Schulleiter Markus Hemberger. Er hatte auch die Idee, Familie Heinz in diesem Jahr für den Tag der Nachhaltigkeit zu begeistern. „Die Kinder lieben die Aktion“, sagt Sabine Heinz. Deshalb war sie auch sofort bereit, erneut die Aktion anzubieten.

Familie Heinz versorgt sich seit zehn Jahren selbst mit Saft

Alle Utensilien zur Herstellung des Saftes hat die Familie im Lauf der Jahre selbst gekauft, um für den Eigenbedarf Saft zu keltern. 2015 haben Heinz 12000 Liter Saft gepresst. „Für unseren siebenköpfigen Haushalt ist das optimal“, sagt Heinz. Seit zehn Jahren versorgt sich die Familie mit dem Keltern von frischem Obst mit Saft.

Die Schüler seien beim Sammeln, beim Saftpressen und schließlich beim Reinigen der Geräte „super fleißig“ gewesen, sagt Heinz. Die leeren Flaschen zum Abfüllen hatten die Lehrer zur Verfügung gestellt. Die Flaschen wurden gereinigt und abgekocht, damit sich vor dem Abfüllen steril sind. Aus dem Apfelmost entstand Apfelmarmelade und die Reste wurden an Schafe verfüttert.

„Es wurde alles verwertet“, berichtet Heinz. Damit wurde auch das Ziel des Aktionstages erreicht, den Schülern ein Bewusstsein zu geben, was sie täglich essen und trinken. „Äpfel wachsen auf Bäumen, nicht in Flaschen. Je früher sich Kinder mit dem Wachstum, dem schonenden Ernten und qualitativen Verwerten heimischer Produkte beschäftigen, desto besser“, begründet Hemberger die Aktion. An der Lohraer Grundschule gebe es viele Möglichkeiten, hautnah und mit allen Sinnen zu erfahren, dass Umweltschutz und sorgsamer Umgang mit Flora und Fauna alle angeht - ganz im Sinne des Tages der Nachhaltigkeit, sagte Hemberger.

Die Grundschüler hatten die Äpfel nach dem Pflücken auf einen Anhänger verladen, gewaschen, geschreddert und gepresst. Den Saft, die sie geerntet haben, können sie nun in den Pausenzeiten genießen.

von Silke Pfeifer-Sternke

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr