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Vier Windräder vor Hilsberg?

Investorenpläne Vier Windräder vor Hilsberg?

Der Vorstand der Bürgerinitiative (BI) Holzhausen widerspricht entschieden den Ausführungen des Nabu- Landesgeschäftsführers Hartmut Mai.

Holzhausen. Mai nahm in der OP Stellung zu den Vorwürfen der BI, nachdem er angekündigt hatte, mit der Gemeinde Bad Endbach einen Kompromiss getroffen zu haben, der den Schutz des Rotmilans und den Bau der Windkraftanlagen auf dem Hilsberg ermögliche.

Von einer „ausreichenden Verbesserung für den Rotmilan“ könne nicht die Rede sein, zudem seien andere Arten absolut vernachlässigt worden. „Denn die Vorkommen des Uhus und des vom Aussterben bedrohten Haselhuhns, um nur zwei der besonders schutzbedürftigen Arten zu nennen, lassen sich mit der geplanten Anlagenzahl und Standorten der Windkraftanlagen nicht vereinbaren“, schreibt der Vorstand in einer Stellungnahme.

Das Waldgebiet um den Hilsberg sei ein Lebensraum für schutzbedürftige Tierarten, das in seiner Artenvielfalt seinesgleichen sucht. „Hölle“ und „Scheid“ als Lebensraum für den Rotmilan aufzuwerten und den Hilsberg als Lebensraum abzuwerten „ist keine gelungene Ausgleichsmaßnahme“.

Hinzu komme, dass nach Rechtslage und -sprechung im 1000-Meter-Umfeld von Brutstätten des Rotmilans und des Uhus eine Windparkplanung, wie am Hilsberg „nicht umsetzbar ist“. Daher überlegte der Nabu Hessen, den Hilsberg als Naturschutzgebiet anzumelden.

Die Ausgleichsvereinbarung sei umso unverständlicher, weil Bad Endbach und Mai beim Vertragsabschluss gewusst haben müssten, dass 200 Meter weiter östlich der zwei abzubauenden Windräder am „Scheid“ ein „neues riesiges Windrad der Megawatt-Klasse entstehen soll“. Ebenso sei ihnen bekannt gewesen, dass ein Investor aus Hannover 4 weitere Megawatt-Windräder in die Freifläche vor dem Hilsberg stellen will mit der Begründung: bei Vorschädigung können Windenergieflächen bedenkenlos erweitert werden.

Außerdem irritiere die BI-Mitglieder die Kommunikation des Nabu. Noch am 30. Oktober habe Mai gegenüber Wulf Hahn, der den Nabu bis dahin nach außen vertrat, den Windpark aus Naturschutzgründen und der Rechtsprechung zum Rotmilan grundsätzlich abgelehnt. Sie hätten deshalb erwartet, rechtzeitig informiert und an den Gesprächen mit Bad Endbach beteiligt zu werden.

Besonders irritierend sei, dass der „in Windeseile vorbereitete“ und am 20. November vertraglich geschlossene Vergleich“, weder der BI noch dem Gutachter des Nabu – RegioConsult – vorliegt. Offensichtlich halte der Nabu die Kommunikation mit den Mitgliedern und Betroffenen nicht mehr für notwendig.

Wulf Hahn ist nicht mehr Verkehrsreferent des Nabu

Dies hätten auch die Gegner der B252 neu erfahren müssen, die vom Klageverzicht des Nabu überrascht wurden. Auch darin änderte der Nabu seine Position, „obwohl der Landesvorstand die Klagechancen positiv eingeschätzt hatte“. Dies auch weil die Fachagentur RegioConsult in Zusammenarbeit mit den Ortsvorstehern an der B 252 alt und den Landwirten eine „vorzugswürdige Alternative“ entwickelt habe.

Sowohl bei der B252 neu als auch beim Windpark Hilsberg verwarf der Nabu Vereinbarungen und Aussagen und informierte die Beteiligten nicht rechtzeitig. Aus Enttäuschung darüber seien langjährige Nabu-Mitglieder in der Region ausgetreten. Auch Wulf Hahn, ehemaliger Verkehrsreferent des Nabu hat dieses Amt nun niedergelegt. „Es macht keinen Sinn, wenn Entscheidungen ohne rechtzeitige Information und Beteiligung gefällt werden.“ Gerade wenn „sich völlig unerwartete Entscheidungen abzeichnen, ist es erforderlich alle Beteiligten – besonders die externen Partner – rechtzeitig und umfassend zu informieren“.

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