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Viel Optimismus, eine Unwägbarkeit

Windpark Rachelshausen Viel Optimismus, eine Unwägbarkeit

Die Windpark Rachelshausen GmbH ist zuversichtlich, die Bürger-Energie-Genossenschaft Salzbödetal auch. Die einzige 
Unwägbarkeit ist, ob die Genehmigung für das 
Projekt am Landratskreuz noch beklagt wird.

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Oberhalb des Gladenbacher Stadtteils Rachelshausen sollen am Landratskreuz drei Windkraftanlagen entstehen

Quelle: Archiv

Gladenbach. Ein „sattes Weihnachtsgeschenk“ habe das Regierungspräsidium (RP) Gießen kurz vor dem Fest der „Bürgerwind“ mit der Genehmigung für den Bau der drei Windräder am Landratskreuz gemacht, bemerkt Reinhold Leinweber von er Bürgerinitiative Holzhausen.

Ganz so sieht es Joachim Wierlemann, einer der Geschäftsführer der Windpark Rachelshausen GmbH & Co.KG, nicht. Gut sei an der Genehmigungserteilung vor dem Jahresende, dass der Gesellschaft damit die seit der Änderung der Förderrichtlinien nun vorgeschriebene EEG-Ausschreibung erspart bleibe. Ebenfalls gut sei, dass somit auch die noch im Dezember gültige EEG-Vergütung erhalten bleibe, sofern die Anlagen bis Ende 2018 in Betrieb 
gehen. Allerdings, so Wierlemann, werde die Vergütung um rund 7 Prozent sinken.

Sonderdegression senkt feste EEG-Vergütung

Grund ist eine für die Übergangsregelung festgeschriebene Sonderdegression, die den Vergütungssatz von 8,28 Cent pro eingespeister Kilowattstunde zusätzlich zur quartalsweise festgelegten Abnahme des Preises senkt. In den Monaten März bis August 2017 sind das jeweils 1,05 Prozent.

Dennoch: „Wir gehen davon aus, dass sich die Windräder rechnen“, sagt Wierlemann. Als Begründung nennt er die „günstige Planung“. Rund 16 Millionen Euro an Kosten waren bisher kalkuliert. Wie viel es genau werden, kann der Geschäftsführer aber noch nicht sagen. Das hänge vom Ergebnis der gerade laufenden Ausschreibungen für den Tief- und Hochbau ab.

Der Bau wird nämlich aufgrund der Vorgaben in der 160-seitigen Genehmigung etwas aufwendiger. Zum Vergleich: Für den Bescheid des Windparks Hilsberg reichten Anfang 2013 noch 48 Seiten. Unterhalb dieses Windparks der Gemeinde Bad Endbach sollen nun die drei Anlagen am Landratskreuz entstehen – und dort sind die Auflagen für den Trinkwasserschutz ungleich höher. Es müssten Vorkehrungen gegen Leckagen aus Öltanks getroffen werden und Lastwagen dürften nicht auf die Baustelle fahren, nennt 
Wierlemann als Beispiele.

Energie-Genossenschaft wartet auf Rechtssicherheit

Baubeginn soll in diesem Frühjahr sein, damit die Tiefbauarbeiten bis März, jedenfalls noch vor dem Beginn der Brut- und Setzzeit beendet sind. Die Rodungsarbeiten sieht Wierlemann nicht als Problem an, da es sich größtenteils um Windwurfflächen handele.

Auch die Finanzierung des Projekts sei gesichert. Diese übernehme eine regionale Bank, die eventuell noch andere Institute 
ins Boot holt. Die einzige Ungewissheit sei, ob die Genehmigung noch beklagt werde.

Bestehe Rechtssicherheit, so werde die Bürger-Energie-
Genossenschaft Salzbödetal sich an dem Windpark beteiligen. Diese will dann etwa 70 Prozent am Eigenkapital der Gesellschaft von drei bis vier Millionen Euro beisteuern. Die Anlagen waren von vornherein als „Bürgerprojekt“ konzipiert.

Wie die OP vor zwei Tagen berichtet, beginnt die Genossenschaft jetzt aktiv neue Mitglieder zu werben. Ein solches wird man durch die Zeichnung von einem bis maximal 20 Geschäftsanteilen in Höhe von jeweils 100 Euro. Zudem kann jedes Mitglied der Genossenschaft ein Darlehen zur Verfügung stellen, um deren Finanzkraft zu erhöhen. Das Darlehen wird zu einem festgelegten Satz verzinst.

Die Klagefrist beginnt 
am 31. Januar

Somit steht das Projekt auf den Höhenzügen in der Nähe des Landratskreuzes, nach rund 
fünfjähriger Planung, kurz vor der Verwirklichung. Voraus­setzung war die Genehmigung, die das RP am 22. Dezember 
erteilte.

Allein im Landkreis genehmigte das RP in einer wahren Schlussrallye noch vor Jahresende neun Anlagen: Die drei bei Rachelshausen, vier bei Hassenhausen und zwei bei Rossdorf. Zudem entschieden die Prüfer, dass für eine weitere Anlage im Windpark Rauschenberg „keine Verpflichtung zur Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung besteht“.

In der Gemarkungen Rachelshausen und Römershausen will die WP Rachelshausen GmbH auf zwei städtischen und einem privaten Grundstück drei Anlagen des Typs Enercon E115 errichten und betreiben. Die E115 haben eine Nabenhöhe von 149 Metern, einen Rotordurchmesser von 116 Metern und eine Gesamthöhe von 207 Metern. Die Leistung beträgt jeweils drei Megawatt.

Der Genehmigungsbescheid liegt ab dem 17. Januar für 14 Tage in den Rathäusern in Gladenbach, Dautphetal, Bad Endbach, Steffenberg, Angelburg und Siegbach und beim RP aus. Gegen die Genehmigung kann innerhalb eines Monats beim Verwaltungsgericht Gießen geklagt werden. Die Frist dafür 
 beginnt am 31. Januar.

von Gianfranco Fain

 
 
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