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Viel Betrieb in Lohras "Talentschuppen"

Kunstausstellung Viel Betrieb in Lohras "Talentschuppen"

Facettenreich dokumentiert die Gemeinde Lohra, dass sie ein „Ort der Vielfalt“ ist. Eine Ausstellung mit 25 Künstlern hat dies am Wochenende untermauert.

Lohra. Am vergangenen Wochenende fand im Bürgerhaus in Lohra die dritte Kunstausstellung statt. In der zweitägigen Veranstaltung gaben heimische Künstler Einblicke in ihre Schaffenskraft. Ortsvorsteherin Elfriede Köhler begrüßte im Namen des Kunstausschusses „Kunst-Kultur-Lohra“ die Gäste und zeigte sich erfreut darüber, dass sich auch die Schüler der hiesigen Grundschule in die Ausstellung mit einbrachten. Unter der Regie von Lehrerin Angela Schlotzer gehörte die Bühne zur Eröffnung zunächst den Schülern, die mit der Tanzeinlage „Lord of the Dance“ für Unterhaltung sorgten und zudem an verschiedenen Stellwänden ihre künstlerischen Begabungen vorstellten.

Bürgermeister Georg Gaul eröffnete die Kunstausstellung und bedankte sich bei den Organisatoren dafür, dass diese mittlerweile unter den Künstlern ein Netzwerk geknüpft hätten, was letztendlich die Basis für eine solche Veranstaltung schaffe. Er sprach der Grundschule Lohra seine Anerkennung für deren Engagement aus. Gaul bezeichnete die Besucher dieser Ausstellung als einen privilegierten Kreis, der an dem Schaffen der Künstler teilnehmen könne und betonte: „Der Kunstkenner und Kunstfreund ist auf das Gespräch mit den Künstlern angewiesen.“ Der Bürgermeister erinnerte an die vorausgegangenen Kunstausstellungen in Kirchvers und Damm, aus denen die nunmehr dritte gemeindeweite Ausstellung hervorgegangen sei. Aus den Erlösen der beiden vorausgegangenen Ausstellungen wurden Stellwände angeschafft und als Spende an die Gemeinde übergeben.

Sicher ein Vergnügen bereitete es den Besuchern, die Exponate zu bestaunen. So hatte die 18-jährige Sara Abel (Kirchvers) zahlreiche Bleistiftporträtzeichnungen bekannter Persönlichkeiten - darunter Heinz Rühmann oder Sean Connery - angefertigt und ließ die Betrachter die Namen der Prominenten erraten. Sieglinde Kaletsch (Lohra) zeigte eine Vielfalt ihrer in Serviettentechnik gestalteten Lampen, deren Anblick für mystische Momente auf der Bühne sorgte. Bernd Naumann (Altenvers) berichtete, dass er sich seit vier Jahren damit beschäftige, Kunstwerke aus „alten“ Hölzern zu kreieren. Ein Beispiel dafür war ein mit Leuchten bestückter 300 Jahre alter Balken, der aus einer Scheune aus Wetzlar-Steindorf stammt. Dass ein Stück Holz, das etwa 80 Jahre im Freien gelegen hat, zu einem Kunstwerk werden kann, das wusste Bernd Naumann ebenfalls umzusetzen.

Kunstwerke sollen zum Wohlgefühl beitragen

Wenn er mit solchem Holz arbeite, beschäftige ihn zum einen die Geschichte des Werkstückes, zugleich ist er bestrebt, durch das entstehende Kunstwerk etwas zu schaffen, was zum Wohlgefühl in der Wohnung beitrage.

Sicher auch nicht alltäglich ist es, wenn in einer Ausstellung Vater und Tochter zugleich ihre Kunstwerke präsentieren. Doch die künstlerische Ader ist bei dem Rollshäuser Konrad Koch (86 Jahre), ehemals Schmied, Maurer und Fliesenleger, unschwer zu erkennen, der neben Naturmotiven in wunderschönen Herbstfarben auch die Idylle von Roths Hof in Reimershausen eingefangen hat. Die Aquarelle von Tochter Irmgard Ossenberg-Engels (Rollshausen) runden diese Impressionen ab.

Das Arbeiten mit Holz ist das Metier des Schreiners Dieter Barth (Lohra), der seine Drechselarbeiten präsentierte. Ins Auge fiel die imposante Baumscheibe einer Rosskastanie, die aus Dautphe stammt. Bemerkenswert ist das relativ helle Holz dieses etwa 60 Jahre alten Baumes mit einem Durchmesser von 80 Zentimetern bei einer Länge von fünf Metern. Barth zeigte auch aus abgestorbenem Apfelbaumholz gefertigte schalenförmige Kunstwerke. Gegensätzlich dazu das Arbeiten mit Beton, das Anette Höhler (Seelbach) fasziniert. In etwa 25 Stunden formte die Künstlerin Skulpturen mit einer Ausdruckskraft, die den Betrachter ins Staunen versetzt. Erstmals auf dieser Ausstellung zeigte Hobbyfotograf Karlheinz Schuhmacher (Lohra) seine Werke. „Erdbeere trifft Milch“, „Erfrischung“ und „Sturz ins Wasser“ sind fotografische Impressionen und Bearbeitungen des Künstlers, bei denen die Beleuchtung und der Moment zählen. Im Rathaus selbst ist ebenfalls wieder Kunst eingekehrt. Nach Umbauarbeiten wird Kunstschaffenden nun wieder die Möglichkeit einer Ausstellung gegeben. Derzeit stellen dort für die Dauer von sechs Monaten Ingeburg Burk (Damm) und Jan Luke (Seelbach) aus, deren Werke während der Sprechzeiten der Verwaltung angeschaut werden können.

von Helga Peter

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