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Vermarktung kommt nicht in Fahrt

Bahnhof Gladenbach Vermarktung kommt nicht in Fahrt

Das Gladenbacher Bahnhofsgelände dümpelt nach Meinung der Freien Wähler vor sich hin. Damit die Bausubstanz nicht weiter Schaden nimmt, ist für die Fraktion eine Vermarktung von Interesse.

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Der Bahnhof in Gladenbach hat nach Jahren des Leerstandes all seinen Glanz verloren.

Quelle: Silke Pfeifer-Sternke

Gladenbach. Nach jahrelangen Verhandlungen hat die Stadt Gladenbach 2012 von ­ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch gemacht und das Bahngelände erworben. Der Kaufpreis betrug 285.000 Euro.

Das Bahngelände, auf dem seit 1992 der Güterverkehr eingestellt und die Bahnstrecke 2006 komplett stillgelegt wurde, sollte wieder Geld in die klamme Stadtkasse spülen.

Dazu müssen aber die Grundstücke entlang der ehemaligen Bahntrasse verkauft und das leer stehende Bahnhofsgebäude umgenutzt werden. Den Schritt in Richtung Verkauf von Grundstücken vollzogen die Stadtverordneten bereits im Februar dieses Jahres. Sie votierten mehrheitlich für die Änderung des Flächennutzungsplans.

Schon damals stufte Rainer­ Bastian (SPD) dieses Projekt als unrentierliche Investition mit erheblichen Folgekosten ein. Für das Projekt seien 2010 und 2011 Mittel in den Haushalt der Stadt Gladenbach eingestellt worden, 2013 seien weitere 300.000 Euro hinzugekommen und 2014 weitere 150.000 Euro. Problematisch sei, dass von möglichen Kontaminationen auf dem Bahngrundstück ausgegangen wird und Teile der Strecke mit nicht verwertbarem Schotter versehen ist.

FW-Anfrage zur Zukunft
 des Gebäudes

Bereits im Mai 2015 hat das Parlament dem Verkauf eines 1700 Quadratmeter großen Grundstücks am ehemaligen Bahnhof im Stadtteil Erdhausen an die Firma Berninger Modellbau zugestimmt. Das Unternehmen plant, seinen Standort zu erweitern. Als Kaufpreis waren 25.000 Euro angesetzt.

Die Voraussetzungen für eine neue Nutzung des Geländes schafften die Parlamentarier mit der Änderung des Flächennutzungsplans im Februar 2016. Dann wurde es still um den Verkauf. Aus informierten Kreisen ist aber zu vernehmen, dass der Vertrag unterschrieben wurde. Somit ist der Weg für das Unternehmen frei, auf dem Gelände eine Produktionshalle zu bauen.

Durch den langen Stillstand hat auch das Bahnhofsgebäude in Gladenbach längst all seinen Glanz verloren. Der Zahn der Zeit nagt an dem altehrwürdigen Bauwerk. Im Vergleich zu anderen Bahnhofsgebäuden wirkt das Bauwerk zwar klein und unscheinbar, aber dadurch, dass dort ein Mischgebiet entstehen könnte, hat es durchaus seinen Reiz als Wohn-, Büro- oder Gewerbefläche. In der Vergangenheit war dort eine Umnutzung als Gastronomie im Gespräch. Was aktuell mit dem Gebäude geplant ist, wollen die Freien Wähler nun wissen.

Deshalb hakten sie in einer ­Anfrage in der jüngsten Sitzung der Stadtverordneten nach. Es geht um die Fragen, ob es ­potenzielle Investoren für das Gebäude gab. Auch geht es um die Nutzungsform der Interessenten und darum, ob der Magistrat konkrete Pläne vorlegen kann, wie eine Umnutzung des ehemaligen Bahnhofsgebäudes gestaltet werden kann. Der zeitliche Rahmen, in dem das ­Gebäude vermarktet werden kann, ist für die Freien Wähler ebenfalls von Interesse.

von Silke Pfeifer-Sternke

Die Eingangstür ist vernagelt, ein Schild weist darauf hin, dass es verboten ist, das Gebäude zu betreten. Am Tor rechts hängt ein Schloss. Foto: Silke Pfeifer-Sternke
 
 
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