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Verleihung setzt Lauf die Krone auf

Urkunde für Weltrekord Verleihung setzt Lauf die Krone auf

Der Empfang der Urkunde im „Rekordinstitut für Deutschland“ (RID) in Hamburg krönt die sportliche Karriere von Birgit Krahl.

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Olaf Kuchenbecker (rechts) überreichte Birgit Krahl in Hamburg die Urkunde, die ihren Weltrekord dokumentiert.

Quelle: Privatfoto

Gladenbach. Ausdauersport gehört für die Gladenbacherin Birgit Krahl zum Leben wie die Luft zum Atmen. Um den Kopf frei zu kriegen, schnappt sie sich die Nordic-Walking-Stöcke und läuft los. Die Lauflust hat sie angetrieben, sich einen Titel zu holen: Sie ist die amtierende Weltrekordhalterin im Nordic-Walking-Marathon der Damen.

Der Streckenrekord, den es zu schlagen gilt, liegt bei 183 Kilometern, die Krahl in einer Zeit von 30,5 Stunden gelaufen ist. Vor eineinhalb Jahren hat sie den Rekord aufgestellt. Im März erhielt sie die Nachricht, dass das „Rekord-Institut für Deutschland“ (RID) den Weltrekord anerkennt. Allerdings wurde speziell für Krahl eine neue Kategorie eingerichtet: die der Damen. Denn, im „Guinness Buch der Weltrekord“ ist der Nordic- Walking-Rekord bereits an einen Mann vergeben.

Die Urkunde hat Krahl in Kopie bereits im März erhalten, jetzt hängt das Original mit Rahmen an einem Ehrenplatz im Flur. „Es ist viel besser als das Stück Papier“, sagt Krahl. Die Verleihung in Hamburg hat der Gladenbacherin  sehr geschmeichelt. Sie stand mit ihrer sportlichen Leistung für eine halbe Stunde im Mittelpunkt.

Beine nicht mehr gespürt aber nicht aufgegeben

„Dafür haben sich die Strapazen gelohnt“, sagt Krahl. Vom 7. auf den 8. September 2013 schaffte Krahl die weltmeisterliche Leistung. Sie lief auf einem Rundkurs durch Gladenbach, begleitet von Freunden oder Anhängern des Sports. Für einen Kilometer waren zehn Minuten Laufzeit eingeplant. Schuhe und Kleidung mussten unterwegs gewechselt werden.

Obwohl sie häufig trainiert hat, lief sich die 41-Jährige eine Blase am kleinen Zeh, die müden Beine spürte sie irgendwann nicht mehr, am Tag nach dem Lauf schienen sie ihr nicht mehr zu gehorchen. Mit dem Weltrekord hat sie sich vor allem selbst etwas bewiesen: Was sie sich vorgenommen hat, zieht sie durch.

Ein Aufgeben kam ihr nicht in den Sinn. Diese Erfahrung zahlt sich im Nachhinein für sie aus. Ihr Selbstvertrauen ist gewachsen. Sie weiß, dass sie durchhalten kann, wenn es darauf ankommt. Sie hat für sich eine Antriebsfeder gefunden und ihr Selbstbewusstsein gestärkt. Früher sei sie eher ängstlich gewesen und habe an sich gezweifelt, sagt Krahl.

Am Start weiß Birgit Krahl: Es geht nichts schief

Bei der Urkundenübergabe in Hamburg hat Birgit Krahl neue Kontakte geknüpft. Ehemann und Trainer Klaus-Dieter war mit von der Partie. Beide haben es genossen, dass ihre gemeinsame Leistung – die der Sportlerin und die des Trainers – gewürdigt wurde. Birgit Krahl hat Gelegenheit gehabt, ihre Erfahrungen mitzuteilen und das Hamburger RID-Team hat ihr zugehört. Wenn die 41-Jährige von ihrem Lauf berichtet, „kommt viel hoch“.

Sie kann das Erlebte mit so viel Elan berichten, dass der Zuhörer glaubt, der Weltrekordversuch habe erst gestern stattgefunden. Sie lobt die Leistung und das Organisationstalent ihres Mannes in den höchsten Tönen. Er habe es verstanden, ein Helfer-Team zusammenzustellen, das fast von allein funktionierte. Auch habe er alles Organisatorische geklärt und Sponsoren gesucht. Zudem habe er ihr immer wieder vermittelt, dass sie es schaffe. Und so war es auch. Am Starttag, einem Samstagmorgen, war für Birgit Krahl klar: „Jetzt kann nichts mehr schiefgehen.“

von Silke Pfeifer-Sternke

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