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Verkehrssünder gelobt Besserung

Aus dem Amtsgericht: Ohne Führerschein am Steuer Verkehrssünder gelobt Besserung

Eine kurze Fahrt zum Blumengeschäft endete für einen 
24-Jährigen vor dem Marburger Amtsgericht.

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Ein Mann aus dem Hinterland ist trotz Führerscheinsperren mehrfach beim Autofahren erwischt worden.

Quelle: Tim Reckmann / pixelio.de

Marburg. Dieses ordnete 
eine Bewährungsstrafe für den Wiederholungstäter samt erneuter Fahrsperre an.

Vor Gericht legte der Angeklagte ein fast schon ein wortreiches Reuebekenntnis ab. Er gab zu, Ende Juli in Gladenbach ohne Führerschein mit seinem Pkw gefahren zu sein. Aus Zeitmangel habe er bewusst gegen das Verbot verstoßen, wollte für eine anstehende Feier nur schnell Blumen aus einem Geschäft abholen, erklärte der Mann. Statt zehn Minuten Fußweg geriet er in 
eine Polizeikontrolle.

Sein fester Entschluss nach dem Fehltritt: „Ich habe vieles falsch gemacht und muss mich ändern“, erklärte er. Mittlerweile sei er näher an seine Arbeitsstätte gezogen, habe eine Mitfahrgelegenheit bei Kollegen. Die Zeit ohne Führerschein wolle er ohne weitere Vergehen überstehen.

Seine Beteuerungen nahmen ihm die Prozessbeteiligten nicht so ganz ab. „Bei der Vorgeschichte fragt man sich doch, warum das immer wieder geschieht“, fragte Richterin Katharina Blumentritt. Wegen deutlich zu schnellen Fahrens erhielt er bereits ein dreimonatiges Fahrverbot. Später wurde er während einer Fahrt beim Telefonieren erwischt.

Bereits zwei Mal stand er wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis vor einem Richter. Nach den wiederholten Verstößen stand vor Gericht nicht nur die Einziehung des Fahrzeugs im Raum, sondern auch eine Höchststrafe von einem Jahr Haft, stellte Oberamtsanwalt Reinhard Hormel klar: „Wer nicht hören will, muss fühlen, die Einsicht kam etwas spät. So wunderbar sich das alles anhört“ – der Beschuldigte habe sich von früheren Strafen wohl nicht beeindrucken lassen.

Dennoch sprach sich Hormel für eine letzte Bewährungsstrafe aus. Eine milde Geldstrafe befürwortete Verteidiger Gisli Pabst, der das umfassende Geständnis hervorhob: Sein Mandant habe in jungen Jahren und mit „einem flotten Auto“ die Regeln missachtet, heute jedoch begriffen, „was Sache ist“. Der Angeklagte sagte: „Ich stehe zu meinem Wort“, er werde von nun an die Finger von seinem Auto lassen.

Das Urteil: drei Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung. Die Auflage: 1000 Euro Geldbuße. Der Führerschein bleibt für ein weiteres Jahr eingezogen.

von Ina Tannert

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