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Verein macht großen Schritt nach vorn

Entwicklung der landwirtschaftlichen Strukturen Verein macht großen Schritt nach vorn

Der Heimatverein Weidenhausen hat ein neues Buch herausgegeben. ­Jochen Becker rückt die Geschichte Weidenhäuser ­der Landwirtschaft in den Mittelpunkt.

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Rainer Bastian und Jochen Becker stellten das neue Buch des Heimatvereins Weidenhausen vor, 
das mit einer Auflage von 300 Stück im Selbstverlag erschienen ist.

Quelle: Silke Pfeifer-Sternke

Weidenhausen. Viele Stunden hat der Weidenhäuser und das Vorstandsmitglied im Heimatverein, Jochen Becker, mit der Durchsicht von Akten in den Staatsarchiven in Marburg und Wiesbaden verbracht.

Zudem hat er auf die Quellen, die dem Heimatverein zur Verfügung stehen, zurückgegriffen. Das neue Buch rundet die Zielsetzung des Regionalmuseums „Hinz Hoob“ ab. Zuvor wurde die Geschichte der Eisenindustrie in der Region erforscht, nun die der Landwirtschaft.

Mit dem Buch „Die Geschichte der Landwirtschaft in Weidenhausen und im südlichen Hinterland“ sei der Verein einen großen Schritt weitergekommen, sagt Becker. Damit seien die Ansprüche, die der Verein in der Anfangsphase an sich selbst gestellte habe, erfüllt.

Gelungene Gemeinschaftsarbeit

Becker vermittelt in seinem Werk die Entwicklung der Agrarstrukturen und untersucht die Veränderungen infolge der Industrialisierung. Er deckt zwei Jahrzehnte bäuerlicher dörflicher Geschichte ab und beschreibt, welche Form die Landwirtschaft 2015 angenommen hat.

Unterstützung erhielt der Autor von Eckhard Scheld, der die Chronik des Hauptschullehrers Durchholz zur Verfügung stellte, sowie von Hartmut Thomas, der umfangreiche Vorarbeiten geleistet hat. Die Weidenhäuser Heinrich Lang und Alfred Reuter lieferten als bäuerliche Zeitzeugen viele wichtige Detailinformationen und Rainer Bastian, Geschäftsführer des Heimatvereins, half bei der Illustrierung und Formatierung der Texte.

Vor der Industrialisierung war Weidenhausen ein typisches Bauerndorf. Das Hinterland gehörte zu dieser Zeit als nördlichster Zipfel der Provinz Oberhessen zum Großherzogtum Darmstadt. 1830 zählte der Ort 430 Einwohner. Nahezu alle Bewohner betrieben Landwirtschaft zur Selbstversorgung. Die Weidenhäuser wurden in Geschichtsblättern als verarmt beschrieben. Die Menschen hielten sich mit Ackerbau und Strumpfstricken über Wasser.

Heute gibt es in Weidenhausen zwei große landwirtschaftliche Betriebe und noch einen, der seit Jahrhunderten ununterbrochen Landwirtschaft betreibt: „Ketches“ in der Römershäuser Straße ist vermutlich einer der ältesten Höfe im Ort.

Buch soll Ausstellung ergänzen

Diese Informationen hat Becker in wohlfeile Sätze gegossen. Sein Buch soll dazu beitragen, die Ausstellungen im Hinz Hoob zu ergänzen und die Menschen im Ort anregen, mehr über ihr Dorf zu erfahren. Eine Auflage von 300 Stück hat der Heimatverein in den Druck gegeben. Für 7 Euro ist das Buch ab sofort erhältlich.

Auch das Erstlingswerk „Die Eisenindustrie des südlichen Hinterlandes im 19. Jahrhundert“, ein Kooperationsprojekt von Jochen Becker und Rainer Bastian, wurde in einer Neuauflage ergänzt. Den „Niederwald-Ofen“ haben die Autoren mit aufgenommen.

Der Ofen aus dem Musterbuch der Justushütte (1889) sei das vielleicht ansprechendste Beispiel Hinterländer Ofenkunst. Das Original ist 2,23 Meter hoch, einen halben Meter breit und ist mit vielen Figuren verziert. Auf allen vier Seiten ist der Ofen mit Strophen des Liedes „Die Wacht am Rhein“ beschriftet.

  • Das Buch „Die Geschichte der Landwirtschaft in Weidenhausen und im südlichen Hinterland“ kostet 7 Euro, das Buch „Die Eisenindustrie des südlichen Hinterlands im 19. Jahrhundert“ kostet 3 Euro. Bestellungen nimmt Rainer Bastian per E-Mail entgegen: r.bastian-gladenbach@t-online.de .

von Silke Pfeifer-Sternke

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