Volltextsuche über das Angebot:

26 ° / 13 ° wolkig

Navigation:
Verdacht: Knaller löst Brand aus

Nächtliches Feuer Verdacht: Knaller löst Brand aus

Auch zwei Verletzte zählen zur vorläufigen Bilanz eines Brandes in der Straße „Am Dünkelsloh“, bei dem die fusionierte Wehr Rodenhausen/Seelbach ihre erste Bewährungsprobe bravourös bestand.

Voriger Artikel
Eckelshäuser müssen in Etappen weiter warten
Nächster Artikel
Die große Feier in Hartenrod beginnt

In der Nacht zu Donnerstag hat es in Lohra-Rodenhausen gebrannt. Vermutlich waren Feuerwerkskörper der Auslöser für das Feuer.

Quelle: Thorsten Richter

Rodenhausen. „Es hat sich gezeigt, wie gut es ist, dass wir die Ortsteilwehren noch haben“, sagt Gemeindebrandinspektor Markus Wißmann.

Nur sieben Minuten hätten die Feuerwehrleute der jüngst fusionierten Einsatzabteilungen aus Rodenhausen und Seelbach benötigt, um „mitten in der Nacht am Einsatzort zu sein“. Als auch die Aktiven der Wehren aus Altenvers, Rollshausen, Kirchvers und Lohra Mitte in der Nacht zu Donnerstag nach dem Alarm um 2.09 Uhr ausrückten und in der Rodenhäuser Straße „Am Dünkelsloh“ am Einsatzort eintrafen, sei es „Fünf vor Zwölf“ gewesen, sagt Wißmann.

Die 38 Feuerwehrleute fanden einen großen, brennenden Holzstapel vor, laut Wißmann: „Vier Meter Holz im Vollbrand.“ Dessen Flammen griffen schon auf den Dachstuhl der Garage über, an der das Feuerholz gestapelt war.

Das Wohnhaus war in Gefahr und auch Nachbarhäuser waren schon in Mitleidenschaft gezogen: Die große Hitze ließ Rollläden schmelzen und Fensterscheiben bersten.
Doch schon rund 40 Minuten später sei das Feuer gelöscht gewesen, nur noch Nachlöscharbeiten wie das Ersticken von Glutnestern und eine Brandwache waren zu absolvieren. Die Mieter des Wohnhauses kamen mit dem Schrecken davon.

Etwas nicht alltägliches weiß Wißmann noch zu berichten. Als die Feuerwehren ihre Ausrüstung schon verstaut hatten, entdeckten sie noch einen Nachbarn, der sich beim Versuch, die ebenfalls brennenden Mülltonnen mit einem Gartenschlauch zu löschen, verletzt hatte. Der Mann wurde versorgt und ein Rettungswagen angefordert.

Feuerwerk schreckt in 
der Nacht Anwohner auf

In diesem musste ein zweiter, jüngerer Mann aus der Nachbarschaft, nicht mitfahren, aber ebenfalls versorgt werden. Er verlor beim Versuch, seinen Motorroller zu retten, die Besinnung und fiel in eine Baugrube, ohne sich ernsthaft zu verletzen.

Für die Rodenhäuser war es eine unruhige Nacht. Eine Nachbarin berichtet der OP, dass sie gegen 11 Uhr der Krach eines Feuerwerks aus dem Schlaf riss. Stunden später war die Ursache ein Auto, das laut hupend durch den Ort fuhr. Dann hörte sie eine Frau „Feuer, Feuer“ rufen und ging ans Fenster. Der Fahrer des Wagens soll der Hausbesitzer sein, der in der Nacht sein vermietetes Eigentum im Feuerschein sah.

Die Polizei vermutet, dass der Brand in der Straße „Am Dünkelsloh“ in der Nacht zu Donnerstag durch einen fehlgeleiteten Feuerwerkskörper entstanden sein könnte. Darauf weisen laut Polizeisprecher Martin Ahlich die Ermittlungen am Brandort und die herumliegenden Reste abgebrannter Feuerwerkskörper hin. Vermutlich, so Ahlich, landete einer dieser Knallkörper in dem Holzstapel und entzündete diesen allmählich. Das Feuerwerk war rund drei bis dreieinhalb Stunden vor der Brandmeldung zu hören und sehen gewesen.

Auf Anfrage der OP erklärt Bürgermeister Georg Gaul, dass kein Feuerwerk genehmigt worden sei. Nach Schätzung der Polizei beträgt der Schaden an Holzstapel, Mülltonnen, Garage und Nachbarhäusern mindestens 30.000 Euro.

Die Straße „Am Dünkelsloh“ befindet sich im ehemaligen Baugebiet, das aus Richtung des Gladenbacher Ortsteils Erdhausen kommend am rechten 
Ortsrand von Rodenhausen liegt.

von Gianfranco Fain

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr