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Urkunde im Kloster lässt Rückschluss zu

„Sifrid de Rodinhusin“ aus 1216 Urkunde im Kloster lässt Rückschluss zu

Zwei Tage lang feiern 
die Rodenhäuser an 
diesem Wochenende 
das 800-jährige Bestehen 
ihres Ortes, der nun zur Gemeinde Lohra gehört.

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Rund um die „Alte Schule“ wird die Jubiläumsfeier in Rodenhausen an diesem Wochenende stattfinden.

Quelle: Anita Ruprecht

Rodenhausen. Die Rodenhäuser feiern am 9. und 10. September mit einem Grenzgang das 800-jährige Bestehen des Ortes.

Das amtlich festgestellte Jubiläumsjahr 2016 für Rodenhausen leitet sich von einer Urkunde im Kloster Haina ab, die einen Ministerialen „Sifrid de Rodinhusin“ benennt. In der Urkunde wird nicht die Siedlung Rodenhausen erwähnt, sondern eine 
zum Hofstaat des Landgrafen 
gehörende Person, die den 
Namen Rodenhausen mit dem Adelsprädikat trug, also wohl zum niederen Adel, den sogenannten 
Ministerialien, der Region gehörte.

„Sifrid de Rodinhusin“ verweist auf den Ort, nach dem er sich benannte. Rodenhausen muss 1216 also bereits bestanden haben. In Rodenhausen im alten Gericht Lohra ist ein Orts­adel nachweisbar, dem eine mittelalterliche Turmburg zuzuschreiben ist, die über dem heutigen Dorf „Auf dem Dünckelsloh“ gelegen hat.

Mit dem Antritt eines neuen Lehens und der Verlegung des Burgsitzes nach Daubringen hat sich das Adelsgeschlecht gänzlich in den Bereich Gießen umorientiert. Grablegen in den Kirchen in Staufenberg und Großen-Linden mit dem Namen „von Rodenhausen“ zeugen davon. Dies schreibt Dr. Siegfried Becker, Professor für europäische Ethnologie in Marburg, in der Jubiläumsschrift „800 Jahre Rodenhausen“.

Das Fest ( Foto: Ruprecht) beginnt an diesem Freitag um 19 Uhr mit einem Festvortrag „800 Jahre Rodenhausen“ von Professor Siegfried Becker in der Kirche. Im Hof gegenüber der Kirche wird es überdachte Sitzplätze geben. Ab 20 Uhr beginnt der offizielle Festakt, bei dem der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow und Bürgermeister Georg Gaul die Ehrenurkunde überreichen. Es folgen Unterhaltung und Sketche mit Stefanie Wagner-Kraft und Heidi Ströher. Während des Abends sind auf einer Großleinwand Bilder von den alten Gehöften des Dorfes zu sehen.

Der Festsamstag beginnt um 9.30 Uhr in der Kirche mit 
einem Mundartgottesdienst mit Pfarrer Hans Peter Kovacs in der Kirche. Danach folgt der Aufbruch zum traditionellen Grenzgang auf dem „Panoramaweg“ rund um Rodenhausen. Dieser bietet fortlaufend schöne Ausblicke auf das Dorf. Zum Mittagessen gibt es neben Würstchen und Salaten Bauernbrot aus dem Backhaus und Wildschweinbraten.

Danach hält Werner Franz 
einen Vortrag über archäologische Ausgrabungen bei Rodenhausen. Zu diesem Thema gibt es auch eine Ausstellung in der „Alten Schule“. Auf Plitts Hof gegenüber der Kirche werden alte landwirtschaftliche Geräte 
und Maschinen ausgestellt. Gegen 15 Uhr überreicht die Staatssekretärin im hessischen Finanzministerium Dr. Bernadette Weyland die Freiherr-vom-Stein-Urkunde des Landes Hessen.

Anlässlich des Jubiläumsfestes wird im Dorfzentrum ein Stein mit einer Kupferplakette enthüllt, die eine Ansicht des Dorfes zeigt und zukünftige Generationen an das Jubiläum erinnern soll. Heimische Firmen haben Bänke für den Platz am Gedenkstein gespendet. Nach dem offiziellen Teil geht das Fest mit Kinderprogramm auf dem Spielplatz und mit offenem Ende weiter.

Schon seit Jahren befassen sich die Rodenhäuser intensiv mit ihrer Geschichte, sagt Rose­marie Wolny. Die Erste Beigeordnete Lohras lebt in 
Rodenhausen. Das Archiv in der Alten Schule ist wohl geordnet und beim Grenzgang beschäftigen sich die Rodenhäuser intensiv mit der Historie ihres Dorfes. Ein Arbeitskreis erarbeitet eine Informationsbroschüre, die alles Wissenswerte zu dem jeweiligen Thema zusammenfasst.

Beim Grenzgang vor zwei Jahren beschäftigten sich die Rodenhäuser mit den alten Streuobstbeständen rund um das Dorf und die Konservierung von Obst für den Wintervorrat in den vergangenen Jahrzehnten und Jahrhunderten. Beim Festausschuss für das Jubiläumsfest brachten sich fast alle Rodenhäuser ein.

von Anita Ruprecht

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