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Unterwegs bleibt Zeit für ein Gespräch

Tour der „Hinterländer Mountainbiker“ (Teil 2) Unterwegs bleibt Zeit für ein Gespräch

Auf ihrer ersten Etappe auf dem Ortesweg, der „Autobahn des 8. Jahrhunderts“, erreichten die „Hinterländer Mountainbiker“ erschöpft das Kloster Kreuzberg.

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Jörg Krug navigierte das Radteam zum Ziel.

Quelle: privat

Hinterland. Ohne Pannen und nach 48 Kilometern erreichten die Mountainbiker Harald Becker (Angelburg), Jörg Krug (Steffenberg), Siegfried Pitzer (Wallau), Matthias Schmidt (Angelburg), der gebürtige Oberhörlener Ulrich Weigel (Eschenburg-Roth) und Jan Meyer am frühen Abend das Etappenziel Kloster Kreuzberg. Die Strapazen der ersten Etappe auf dem historischen Ortesweg saß ihnen in den Knochen. Doch die Anstrengung hat sich gelohnt.

Um 9 Uhr startete das Team an einem Bikerhotel in der Rhön. Der alte Weg führte sie zunächst durch die Hochrhön. Zunächst wurden sie von den Navigationsgeräten entgegen der Zielrichtung geleitet. Das Team freute sich über die guten Radwege entlang vieler Holzskulpturen, die noch aus dem Poppenhausener Bildhauertagen im Jahr 2009 stammten.

Sie waren unterwegs zur Barockstadt Fulda, fuhren am Fuldaer Haus vorbei, um einen Abstecher zum Naturdenkmal Steinwand zu machen. Dort bot sich ihnen die erste fahrerische Herausforderung. Nach gut zehn Kilometern, in der Nähe von Dipperz, kamen die Mountainbiker wieder auf die Originalroute, die sie durch das naturbelassene Mittelgebirge führte. Geprägt war dieses Naturstück von kahlen Basaltkuppen, weiten Hochflächen und ausgedehnten Mooren.

Die Tourteilnehmer genossen die Aussicht auf die 950 Meter hohe Wasserkuppe und später „begleitete“ sie der Kreuzberg auf ihrer Tour. Der steile und 400 Meter lange Anstieg verhagelte dem Team jedoch weitestgehend die idyllischen Aussichten. Sie mussten sich ranhalten, schließlich waren sie um Punkt 13 Uhr mit Jochen Heinke verabredet.

Letzte Steigung hat 16 Prozent

Ihn kennen sie erst wenige Wochen auch persönlich. Zuvor verband die Radfreunde mit Heinke eine seit 15 Jahren bestehende Seelenverwandtschaft, da sie eines eint: ihre Passion, Geschichte zu „erfahren“. Bei einem Mittagessen berichtete Heinke von dem „steinigen“ Weg durch die Instanzen, von endlosen Diskussionen mit Forstämtern und Naturschützern, bis er endlich die Erlaubnis erhielt, Schilder aufzustellen.

Er begleitete das Radteam und zeigte ihm Belege für den historischen Wegeverlauf. Die Hinterländer befahren mit ihm einen Abschnitt der Alten Reichsstraße vorbei am Roten Moor, in dem noch bis in die 1970er-Jahre Torf abgebaut wurde. Sie begaben sich auf eine anspruchsvolle Abfahrt auf einer schon zu Beginn des 16. Jahrhunderts erwähnten Straße und gelangten nach Brendtal in Oberfranken.

In Bischofsheim verließ Heinke das Radteam, das noch einmal rastete und seine Wasserflaschen füllte, bevor es die anstrengendsten Kilometer der gesamten Tour zurücklegte. Zu bewältigen waren auf dem letzten Stück Forstwege mit einer Steigung von 16 Prozent. Das zerrte an den Kräften. Die Radfreunde waren erschöpft, aber glücklich, als sie gegen 18 Uhr am Ziel der ersten Etappe eintrafen: Kloster Kreuzberg. Gegen 22 Uhr war für sie in den spartanischen Betten der Klosterkammern Zapfenstreich.

  • Im dritten Teil lesen Sie in der übernächsten Ausgabe über die zweite Etappe der „Hinterländer Mountainbiker“ zu den Haßbergen.

von Silke Pfeifer-Sternke

Die Reisegruppe am Ziel der Tagesetappe Kloster Kreuzberg. Privatfoto
 
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