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Unsittliches Benehmen hat ein Nachspiel

Theateraufführung Unsittliches Benehmen hat ein Nachspiel

Der Grund für die vergnügliche Reise in dieVergangenheit ist das 300-jährige Bestehen des alten Rathauses in Lohra.

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Die Laienschauspieler hören auf die Regieanweisungen von Margitta Storll und setzen sie anschließend um (kleines Bild).Foto: Daniela Pieth

Lohra. „Da hat doch der Gendarm unsittliches Benehmen beobachtet und dieser Fall soll auf dem Kirchhof unter der alten Linde vor dem örtlichen Gericht verhandelt werden.“

Zum 300. Bestehen des „Alten Rathauses“ veranstaltet der Freundeskreis „Altes Rathaus“ Lohra am Sonntag, 25. August, auf dem Lindenplatz ein historisches Fest. Dabei wird der Theaterverein ein kleines „Spektakulum“, teilweise in Lohraer Mundart, zum Besten geben.

Nach einem Gottesdienst um 11 Uhr wird das Fest auf dem Lindenplatz beginnen. Angedacht ist ein kleines Marktgeschehen, mit einem Töpfer, einem Imker, einem Schreiner, spinnenden Frauen. Eine alte Druckerpresse kann bestaunt werden, die Feuerwehr stellt alte Fahrzeuge aus und führt eine Löschübung wie in alten Zeiten vor. Und auch die Traktorfreunde Lohra werden mit ihren alten Gefährten und einigen alten Ackermaschinen ihre Aufwartung machen.

Für das leibliche Wohl der Besucher wird gesorgt. Im Backhaus gibt es Deftiges, während auf dem Markt eher die „Leckereien“ angeboten werden sollen. „Der Bier-Pilz passt vielleicht nicht so ganz in dieses Bild, aber es geht nicht ohne“, grinst Petra Kunze-Bruckhoff, die im Vorstand des Vereins für die Organisation rund um das Fest zuständig ist.

Aus dem Markttreiben heraus soll sich dann eine Gerichtsverhandlung gegen den Herrn Nautnutz ergeben, zu der der Gerichtsdiener die Besucher führen soll. Geschrieben wurde das Stück von Michael Rupp, der von Historien-Fan Werner Franz mit den nötigen Informationen aus uralten Gerichtsakten versorgt wurde.

Zurzeit laufen die Proben unter der Leitung von Regisseurin Margitta Storll, die ihre Laienschauspieler in Form bringen will. Immer wieder unterbricht sie die Proben, um ihren Schauspielern Verbesserungsvorschläge an die Hand zu geben. Sie sollen sich was trauen und aus sich herausgehen, um dem Stück den nötigen Pep zu verleihen.

Dabei geht es durchaus ernst zur Sache, trotzdem es der Vorführung mitnichten an Humor mangeln soll. Denn wer sich da alles unsittlich benommen hat, sei noch dahingestellt.

Im Laufe der Jahrhunderte hat das Alte Rathaus einiges „erlebt“. So war es seit seinem Bau im Jahre 1713 Ratsgebäude, Unterstand des Ortfeuerwehrfahrzeugs, Kerker, Lehrerwohnung, Schulzimmer, Gebetsraum der jüdischen Gemeinde, Bürogebäude, Bürgermeisteramt und Sparkassenfiliale.

Seit 2002 kümmert sich der Freundeskreis des Alten Rathauses um das Gebäude. Mithilfe von vielen Spenden, dem Denkmalamt und dem Land Hessen, sowie des Landkreises Marburg-Biedenkopf und der Gemeinde Lohra, war es den Mitgliedern und vielen Fachleuten möglich, das Gebäude außen und innen in unzähligen Stunden zu sanieren. Trotz allem wird auch in den kommenden Jahren der „Baubedarf“ nicht abreißen.

Mit Vorträgen, dem sonntäglichem „Rathaus-Cafe“ und der einen oder anderen privaten Veranstaltung wird das Haus mit Leben erfüllt. Nicht zu vergessen die mit wachsender Beliebtheit stattfindenden standesamtlichen Trauungen.

Am 25. August soll von 11 bis 18 Uhr nun die „Große Jubiläumsfeier“ rings um den Lindenplatz und das „Alte Rathaus“ steigen, zu dem der Freundeskreis „Altes Rathaus“ alle Lohraer und seine Besucher einlädt.

von Daniela Pieth

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