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Tod bei Festnahme: Polizisten entlastet

Ermittlungen beendet Tod bei Festnahme: Polizisten entlastet

Diesen Donnerstag vor einem Jahr starb ein damals 37-jähriger Biedenkopfer bei seiner Festnahme durch vier Polizisten. Diesen könne bei dem Einsatz keine Verletzung der Sorgfaltspflicht nachgewiesen werden, erklärte am Mittwoch Oberstaatsanwältin Ute Sehlbach-Schellenberg auf Anfrage der OP.

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Die Staatsanwaltschaft sieht keine Verletzung der Sorgfaltspflicht durch die vier Beamten, die einen Mann festnahmen, der dabei zu Tode kam.

Quelle: Rike / pixelio.de

Marburg. Der Tod des Mannes hatte seine Ursache in einer Verkettung unglücklicher Umstände, die zu einem lagebedingten Erstickungstod führten.

Da die Ergebnisse der Obduktion, mehrerer Gutachten und auch Zeugenaussagen von Sanitätern und anderen unbeteiligten Beobachtern der Vorkommnisse, die sich am 16. April des Vorjahres in Biedenkopf ereigneten, keine Verletzung der Sorgfaltspflicht der vier Polizisten erkennen lassen, wird der Vorwurf der fahrlässigen Tötung nicht weiter verfolgt. Dies erklärte Oberstaatsanwältin Ute Sehlbach-Schellenberg am Mittwoch auf Anfrage der OP.

Laut der Sprecherin der Staatsanwaltschaft habe eine „Verkettung unglücklicher Umstände“ zu einem lagebedingten Erstickungstod des damals 37-jährigen Biedenkopfers geführt.

Opfer randalierte vor seinem Tod

Wie die OP berichtete, riefen vor einem Jahr Anwohner die Polizei, weil ein 37-jähriger Nachbar in einem Mehrfamilienwohnhaus randalierte und eine Haustür eintrat. Nach einer missglückten Flucht widersetzte sich der 37-Jährige der Festnahme. Die Polizisten hatten Mühe, den 1,90 Meter großen und übergewichtigen Mann zu kontrollieren.

Die Polizisten legten dem 37-Jährigen Handschellen an und hielten ihn am Boden liegend fest. Weil er sich aber nicht beruhigte, forderten die Polizisten Sanitäter und einen Notarzt an.

Als die Rettungssanitäter dem Mann ein Beruhigungsmittel verabreichen wollten, ließ sein Widerstand plötzlich nach und seine Atmung setzte aus. Die sofort eingeleitete Reanimation blieb erfolglos. Der eingetroffene Notarzt stellte den Tod des Mannes fest.

Wie Staatsanwalt Oliver Rust in Marburg damals mitteilte, lebte der Mann zurückgezogen und alleine in seiner Wohnung. Nähere Kontakte zu den Mitbewohnern des Hauses hatte er nicht. Er wurde als psychisch auffällig und sehr aggressiv beschrieben. Nach der Obduktion des Verstorbenen erfolgten zur Klärung der Todesursache noch weitere feingewebliche und toxikologische Untersuchungen, zur Bewertung des Falles.

von Gianfranco Fain

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