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"Tochter" verschlingt jede Menge Geld

SEB-Wirtschaftsplan "Tochter" verschlingt jede Menge Geld

Die Gesellschaft Stadtmarketing - Energie - Bäder (SEB) hat alles unter ihrem Dach, was rote Zahlen schreibt. Die Stadt Gladenbach ist verpflichtet, das Minus auszugleichen.

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Das Gladenbacher Haus des Gastes und das Freizeitbad „Nautilust“ laufen unter der Regie der stadteigenen Gesellschaft SEB und verursachen hohe Defizite.Foto: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Gladenbach. Die Gesellschaft Stadtmarketing - Energie - Bäder Gladenbach (SEB), früher Kur- und Freizeitgesellschaft, hat Ende Januar der Stadtverordnetenversammlung ihren Wirtschaftsplan für 2015 zur Kenntnisnahme vorgelegt.

Die SEB ist eine stadteigene Gesellschaft. Sie wurde 1979 - damals noch unter dem Namen Kur- und Verkehrsgesellschaft - gegründet. Der Zweck war unter anderem der Betrieb von Bürgerhäusern und die Einrichtungen zur Förderung des Kurwesens und des Fremdenverkehrs in Gladenbach. Ihr Arbeitsfeld verursacht, unter dem Strich betrachtet, in fast allen Sparten Defizite.

Das verwundert nicht, denn sie hat unter anderem das Haus des Gastes am Bein, die ebenfalls defizitären übrigen 14 Bürgerhäuser nicht mehr. Richtig ins Geld gehen die beiden Bäder, das in die Jahre gekommene Freibad in Weidenhausen und das neue Freizeitbad „Nautilust“ samt seiner Sommerbad-Außenanlagen.

Freizeitbad dient der Wirtschaftsförderung

Das Freizeitbad trägt allerdings dazu bei, dass Gladenbach seine Funktion als Mittelzentrum wahren kann. Darüber hinaus dient es indirekt der Wirtschaftsförderung.

Denn etwa Dreiviertel der Besucher kommt von außerhalb ins „Nautilust“ nach Gladenbach, davon profitieren Gastronomie und Einzelhandel. Für ihre Aufgaben - einschließlich des Stadtmarketings - hat die KFG im Wirtschaftsplan ein Gesamtvolumen von rund 2,55 Millionen Euro veranschlagt. Und weil die Stadt ihre „Tochter“ nicht im Regen stehen lassen kann und darf, wird das Defizit über den Haushalt der Stadt ausgeglichen.

Das Minus, als Zuschussbedarf deklariert, wird im Vergleich zum vergangenen Jahr um rund 100000 Euro auf voraussichtlich 1,23 Millionen Euro ansteigen. Der Magistrat soll - so entschied das Parlament in der Januarsitzung einstimmig - diese Summe auf 1,1 Millionen Euro deckeln und mit einer Haushaltssperre versehen.

22800 Euro werden in Liegenschaften investiert

In dem im Wirtschaftsplan veranschlagten Zuschussbedarf nicht enthalten sind 228000 Euro für Investitionen in die Liegenschaften der SEB sowie die Rückzahlung von Darlehen.

Von den im Wirtschaftsplan kalkulierten Gesamtausgaben in Höhe von exakt 2546743 Euro fallen alleine 630000 Euro für Strom, Heizkosten, Wasserversorgung und Abwasserentsorgung an.

An die Stadt Gladenbach fließen 300000 Euro, etwa für Bauhofleistungen, Grundsteuer und Versicherungen. Die Personalkosten schlagen mit 1070000 Euro zu Buche.

Dickster Brocken im Wirtschaftsplan ist das Freizeitbad: Addiert man die Summe aus dem Erfolgsplan und die Summe aus dem Finanzplan, in dem unter anderem Kosten für Darlehen Niederschlag finden, so kommt man auf Ausgaben von 1,83 Millionen Euro.

In dem für den Betrieb des „Nautilust“ maßgeblichen Erfolgsplan beträgt der Zuschussbedarf 724622 Euro.

Sommerbad verursachtKosten von 122000 Euro

840000 Euro sind an Einnahmen in Form von Eintrittsgeldern kalkuliert, die Miet- und Pachterlöse belaufen sich auf 63000 Euro. Für das Sommerbad in Weidenhausen sind Kosten in Höhe von 122000 Euro veranschlagt, 20000 Euro sollen an Einnahmen in die Freibadkasse fließen. Stets in der Diskussion in allen städtischen Gremien und im Aufsichtsrat der SEB sind die Kosten für den Kirschenmarkt: In diesem Jahr verursachen sie ein Minus von 76000 Euro.

Alleine für sogenannte Fremdleistungen - Arbeiten, die der Bauhof ausführt - sind 50000 Euro fällig. Für die Durchführung des Festes sind 27000 Euro veranschlagt. Gut 57000 Euro fließen an Einnahmen. Für das Haus des Gastes sind - einschließlich beabsichtigter Investitionen - Ausgaben von rund 270000 Euro kalkuliert. Aus Miete und Pacht verspricht man sich Einnahmen von 51000 Euro.

von Hartmut Berge

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