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Tauziehen um den Müllverband

MZV sucht neues Verwaltungsgebäude Tauziehen um den Müllverband

Der Müllabfuhrzweckverband (MZV) Biedenkopf sucht eine neue Heimat. Das Verwaltungsgebäude in Breidenbach bietet nicht mehr genügend Platz für den expandierenden Betrieb. Die Mitgliedskommunen stehen nun im Wettbewerb um den Gewerbebetrieb.

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Breidenbach. Peter Pfingst weiß genau, was das neue MZV-Zuhause bieten soll. Geräumig soll es sein - rund 500 Quadratmeter für Büros und Nebenräume sollen vorhanden sein, weil die MZV-Geschäftsstelle nach OP-Informationen bald bis zu 18 Arbeitsplätze Platz bieten könnte. Natürlich modern. Nicht unbedingt in der Stadtmitte sollte es liegen - eine Randlage wäre günstig. Schließlich soll ja auch ein Wertstoffhof mit angeschlossen werden.

Wie groß das Gelände dafür sein muss, vermag der Verbandsvorsitzende noch nicht zu sagen. Das hänge vom Ergebnis eines Gutachtens ab, das Empfehlung für die Neuausrichtung geben wird. Denn die Größe hängt schließlich auch davon ab, welcher Müll als Wertstoff verwertet werden soll: Metall, Elektroschrott oder gar Altkleider? „Alles was Geld bringt“, fasst Pfingst zusammen, ohne konkret werden zu können.

Pfingst kann solche Ansprüche an eine Liegenschaft stellen - denn der Verband würde zusätzliches Steuergeld in die Gemeindekassen fließen lassen. Bürgermeister aus dem Einzugsbereich des MZV - von Breidenbach bis Wohratal und Biedenkopf bis Fronhausen - würden es begrüßen, wenn sich der Betrieb mit seinen Mitarbeitern in ihren Gemeinden niederlassen würde.

Gemeinde Dautphetal hat großes Interesse

Deswegen hat auch Verbandsvorsitzender Peter Pfingst keine Eile bei der Suche. Der Vorstand habe vor Kurzem beschlossen, den 13 Kommunen die Möglichkeit zu geben, sich mit einem Standort ins Gespräch zu bringen. Konkrete Angebote lägen bisher aus Biedenkopf und Dautphetal vor, bestätigte Pfingst der OP.

Dautphetals BürgermeisterBernd Schmidt sieht gute Chancen, das Rennen zu machen. Dautphetal sei der passende Standort, wenn sich der MZV weiter in Richtung Altkreis Marburg öffnen sollte, argumentierte Schmidt. Auch habe man dem MZV ein Objekt gezeigt und hoffe nun auf eine positive Rückmeldung. „Das Gelände in Dautphetal ist geeignet, aber nicht unbedingt für Verwaltungsgebäude und Wertstoffhof“, sagt hingegen Pfingst, der auch das Amt des Bürgermeisters der Gemeinde Steffenberg bekleidet. Pfingst möchte sich mit der Entscheidung noch Zeit lassen, bis auch die übrigen Kommunen im Verbreitungsgebiet ihre Angebote unterbreiten - so sie auch willens sind.

Der Müllabfuhrzweckverband

Auch Lohras Bürgermeister Georg Gaul hält sein Gemeindegebiet als „optimal gelegen“. Er ist nach eigenen Angaben auf der Suche nach einem geeigneten Gelände. Das Interkommunale Gewerbegebiet Salzbödetal? Wäre geeignet, meint Gaul, ist aber auf produzierendes Gewerbe beschränkt. Aber vielleicht könne man da was machen.

Wetters Bürgermeister wird konkret

Während die meisten Bürgermeister ihre Angebots-Karten nicht auf den Öffentlichkeits-Tisch legen wollen, wird Kai-Uwe Spanka konkret. Die Stadt Wetter habe geeignete Flächen, die sie anbieten werde: Im Gewerbegebiet, im Umfeld der Firma Schoeller, wo die Stadtwerke gerade ein Biomasse-Kraftwerk für die Nahwärme errichten.

Die Möglichkeit eines Grundstückskaufs stehe nicht zur Debatte, sagt allerdings Pfingst. Das habe man bereits in einer Absichtserklärung festgelegt. Hintergrund ist ein langfristiges Anliegen, nämlich die Abfalleinsammlung, die vom MZV übernommen wird, und die Abfallentsorgung, die vom Landkreis abgewickelt wird, zusammenzuführen. Gelingt dies, wäre dann eine Liegenschaft abzuwickeln. Also bleibt vorerst nur ein Mietverhältnis, um die perspektivische Ausrichtung nicht aus den Augen zu verlieren.

Auslöser der Suche sind die beengten Platzverhältnisse in der derzeitigen MZV-Geschäftsstelle in Breidenbach und die Tatsache, dass die Hinterländer Gemeinde für die Geschäftsfeld-Ausweitung, die gerade in einem Gutachten bewertet wird, keine Alternative bieten kann.

von Dennis Siepmann und Gianfranco Fain

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