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Tausalz friert Plan der Ortsumgehung ein

Umgehungsstraße Tausalz friert Plan der Ortsumgehung ein

Die Eckelshäuser mussten einen erneuten Rückschlag in ihrem Bestrebungen für eine Umgehungsstraße hinnehmen. Die Pläne dafür werden voraussichtlich erst im April das Bundesverkehrsministerium erreichen.

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Fast den ganzen Tag über wälzt sich der Personen- und Schwerlastverkehr durch den Biedenkopfer Stadtteil Eckelshausen. Seit Jahren fordern die Anwohner eine Umgehungsstraße. Die Pläne dafür sollen im April fertiggestellt und beim Bundesverkehrsministerium eingereicht werden.Foto: Gianfranco Fain

Eckelshausen. Den lärmgeplagten Eckelshäusern bleibt nur die Hoffnung und für die wird das Zeitfenster immer schmaler. Bis zum Ende dieses Jahres könnte es bei optimalem Verlauf zum Planfeststellungsverfahren für die Ortsumgehung kommen - hieß es noch Ende September 2015 aus dem Hause von Hessen Mobil in Wiesbaden (die OP berichtete).

Voraussetzung war allerdings, dass die von der Bonner Fachabteilung des Berliner Bundesverkehrsministeriums verlangten Änderungswünsche an der geplanten Trasse der Umgehungsstraße für den Biedenkopfer Stadtteil von den Planern in Marburg eingearbeitet und der Plan wieder nach Bonn zur Abnahme zurückgeschickt würde. Ziel­horizont: Ende 2015.

Sehr optimistisch äußerte sich damals Werner Mohrherr vom Sprecherrat der „Bürgerinitiative (BI) Ortsumgehung Eckels­hausen“ über diesen „ganz wichtigen Baustein“ in der Entwicklung um die seit Jahren ersehnte Umfahrung. Mohrherr wollte gar erfahren haben, dass es sich bei den gewünschten Änderungen um keine technischen oder planerischen Dinge handelt, sondern um Formalien. Ein Trugschluss.

Auf Anfrage der OP erklärt Hessen-Mobil-Sprecherin Sonja Lecher, dass „Arbeitsaufträge“ aus den Wünschen des Bundesverkehrsministeriums „abgearbeitete sind“ und der Vorentwurf von den Planern in Marburg derzeit fertiggestellt und geprüft wird. Voraussichtlich im April werde dieser Vorentwurf dann wieder nach Bonn geschickt.

Die erneute Verzögerung sei dadurch eingetreten, dass für den „tausalzbedingten Chlorideintrag in die Vorfluter“ erst noch eine technische Lösung gefunden und mit den Beteiligten Trägern öffentlicher Belange abgestimmt werden musste. Deshalb konnte die Bearbeitung des Vorentwurfes im vergangenen Jahr nicht beendet werden. Die technische Lösung ist nun gefunden, sodass derzeit die landespflegerischen Ausgleichspläne überarbeitet und fertiggestellt werden.

Salzbelastetes Tauwasser wird plötzlich zum Problem

„Wir waren über diese erneute Verzögerung natürlich verärgert, weil wir schon eher mit der Vorlage in Bonn gerechnet haben“, erklärt Erich Mohrherr, der seinen Namensvetter Werner mittlerweile im Sprecherrat ersetzt. Während einer kürzlich stattgefundenen Sitzung in Biedenkopf sei die BI informiert worden. Dabei sei auch gesagt worden, dass es sich um eine völlig neue Anforderung handele.

Es handelt sich dabei um eine Problematik, die erst durch die Auswertung der landschaftlichen Untersuchungen offenkundig wurde. Es greift eine Regelung zum Schutz des angrenzenden FFH-Gebietes, dessen empfindliches Ökosystem nicht belastet werden darf.

Zuvor wäre das im Winter mit Streusalz versetzte Tauwasser nicht in einer Bankette versickert, sondern ungefiltert in die Lahn geflossen. Da aus Platzgründen auch kein Rückhaltebecken vorgesehen war und ist, musste eine andere ­Lösung gefunden werden. Diese „technische Lösung“ sieht so aus: Das Tauwasser wird in einem Graben entlang der Straße aufgefangen. Dort bleibt es, bis sich das Chlorid durch weiteren Niederschlag so verflüssigt hat, dass die Lösung in die Lahn eingeleitet werden kann.

Erich Mohrherr bleibt deshalb nur die Erkenntnis, dass „wir darauf keinen Einfluss haben“. Und es bleibt die Hoffnung, dass es in der zweiten Hälfte dieses Jahres doch noch gelingt, das Planfeststellungsverfahren auf den Weg zu bringen. Doch zuvor muss im April die nächste Etappe im jahrelangen Kampf der Eckelshäuser um eine Verminderung der Lärmbelastung beginnen.

von Gianfranco Fain

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