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Täter sprengen Bankautomat

Polizei Täter sprengen Bankautomat

In der Nacht zu Freitag um 2.25 Uhr erschüttert ein lauter Knall Altenvers. In der Schillerstraße sprengten Unbekannte den Bankautomat eines SB-Filiale eines heimischen Kreditinstituts. Die Täter sind auf der Flucht.

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Erhebliche Schäde am Gebäude hinterließen die Täter in der Altemverser Schillerstraße, nachdem sie einen Geldautomaten in einer Selbstbedienungs-Filiale einer heimischen Bank gesprengt hatten.

Quelle: Nadine Weigel

Altenvers. Die Polizei fahndet nach mindestens zwei flüchtigen Männern, die in der Nacht zum Freitag den Geldautomaten in der Altenverser SB-Filiale sprengten und leerräumten. Wie viel Geld die Täter erbeutet haben, steht noch nicht fest.

 

Sichtbar waren am Vormittag noch die Spuren der Tat. Die Explosion war so heftig, dass die Wände zum angrenzenden Nahkauf-Laden zerstört wurden. Die Regale wurden aus ihrer Verankerung gerissen, auf dem Boden verstreut lagen die Waren, Scheiben sind zerborsten. Vor der SB-Filiale standen zwei Autos, die ebenfalls von der Druckwelle beschädigt wurden.

Nach der Explosion ist es mucksmäuschenstill

Sowohl die SB-Filiale als auch der Laden waren mit Absperrband gesichert. Kripobeamte achteten darauf, dass niemand den Tatort betritt, bevor die Spurensicherung ihre Arbeit aufgenommen hat. Auf der Schillerstraße sammelten sich Anwohner, die das Geschehen kaum fassen konnten.

Bianca Heimerl wohnt direkt neben dem Nahkauf-Laden und wurde in der Nacht von der heftigen Detonation aus dem Schlaf gerissen. Sie habe jemanden um Hilfe rufen hören. Sie vermutet, dass es eine Frauenstimme war. Dann sei alles mucksmäuschenstill gewesen. Sie sei so schlaftrunken gewesen, dass sie gleich wieder eingeschlafen sei.

Nahkauf-Mitarbeiter wollte eigentlich aufräumen

Der Mitarbeiter des Nahkauf-Ladens wurde noch in der Nacht von seinem Chef kontaktiert. Am nächsten Morgen war er am Laden – eigentlich zum Aufräumen. Doch wegräumen durfte er erstmal nichts. Aus Unwissenheit über die laufenden Ermittlungen hatte er die beschädigten Kühltruhen vom Stromnetz genommen. Er betrat in guter Absicht den Tatort, obwohl dies nicht erlaubt war. Das führte zu einem leichten Ärgernis. Deshalb ließ er dann auch keinen der Schaulustigen mehr hinter die Absperrung in den Laden. Am Vormittag wartete er geduldig darauf, dass der Laden fürs Aufräumen freigegeben wurde.

Die Polizei fahndet derzeit nach mindestens zwei Männern, die in der Nacht zum Freitag gegen 2.25 Uhr in der Schillerstraße einen Geldautomaten gesprengt und leergeräumt haben.

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Die Detonation war so heftig, dass sogar die hinter dem Laden befindliche Wohnung des Inhabers in Mitleidenschaft gezogen wurde. Dort sei alles aus den Regalen geflogen, berichtet der Nahkauf-Mitarbeiter.
Heimerl hat erst am nächsten Morgen realisiert, was sie in der Nacht aus dem Schlaf holte. Vor der SB-Filiale parkten vier Polizeiautos und überall standen Anwohner, um den Ort der Verwüstung mit eigenen Augen zu sehen. Eine Anwohnerin von gegenüber berichtete, dass in der Nacht ihr Haus gewackelt habe. Und dass die Täter Kapuzen trugen und mit einem Auto davongefahren sind.

Polizei überprüft Querverbindungen

Die Polizei fahndet auf Grund der Aussagen der Zeugen nach hellhäutigen, etwa 1,70 und 1,85 Meter großen, dunkel gekleideten Männern. Den zunächst benutzten, im März in Erlensee gestohlenen, blauen VW Touran mit MKK-Kennzeichen ließen die Täter einige Meter vom Tatort entfernt in der Schillerstraße / Ecke Lönsweg stehen. Möglicherweise haben die Täter laut Polizei das Fahrzeug gewechselt. Nun wird bundesweit geprüft, ob es Querverbindungen zu anderen Delikten dieser Art gibt. Der Fokus der Ermittler liege darauf, zu erfahren, wo es so eine Tat schon gegeben hat. Es ist der dritte Automat der Volksbank Mittelhessen, der gesprengt wurde: 2014 in Niederkleen, vor zwei Jahren in Oberkleen.

Kripo Marburg sucht Zeugen

Mit welchen Mitteln die Täter die Explosion verursacht haben, die einen solch großen Schaden verursachte, steht noch nicht fest.

Die Kriminalpolizei Marburg sucht Zeugen, die Angaben zu den Tätern machen können, oder die den geparkten blauen Touran gesehen haben. Auch fehlen Informationen darüber, wie die Täter weitergeflüchtet sind. Es gibt laut Polizeisprecher Martin Ahlich Hinweise darauf, dass sie das Fahrzeug wechselten und durch den Wald Richtung Schmelzmühle und weiter Richtung Wettenberg gefahren sind. Es wird vermutet, dass die Täter die Kreisstraße 394 befuhren, die Krofdorf-Gleiberg mit Salzböden verbindet. Die Ermittler suchen nun Zeugen, die den VW Touran schon vor der Tat gesehen haben oder denen ein anderes Fahrzeug mit fremden Kennzeichen aufgefallen ist, das durch den Ort fuhr. Es wird davon ausgegangen, dass sich die Täter bereits vor der Tatnacht in Altenvers oder in der Umgebung aufgehalten haben. Die Polizei weist darauf hin, dass Beobachtungen mit Kenntnis über das Verbrechen in Altenvers durchaus verdächtig sein können.

von Silke Pfeifer-Sternke

Zeugen und Hinweise gesucht
Hinweise werden von der Polizei Marburg unter der Telefonnummer 0 64 21 / 40 6-0 entgegengenommen.

 

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