Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 0 ° wolkig

Navigation:
Täglicher Blutalkoholtest ist die Folge

Amtsgericht Täglicher Blutalkoholtest ist die Folge

Das Amtsgericht Biedenkopf verurteilte gestern einen 28-Jährigen wegen Beleidigung und Körperverletzung zu sechs Monaten Haft auf Bewährung.

Voriger Artikel
Ortschaft Katzenbach bleibt mit Breitband unversorgt
Nächster Artikel
Autofahrerin rammt Radfahrer auf Feldweg

Gerichtshammer, Gesetzgebung, Rechtsprechung, Richter, Hammer, Gericht, Urteil

biedenkopf. Zunächst verhandelte das Gericht über einen Vorfall vom 23. August. Stark alkoholisiert habe der Angeklagte seine Ehefrau ins Gesicht geschlagen, woraufhin diese die Polizei rief. Die ebenfalls alkoholisierte Frau gab das Telefon an ihren Ehemann weiter, welcher sich dann freiwillig von der Polizei in eine Ausnüchterungszelle bringen ließ. „Ich wollte einfach nur Ruhe vor meiner Frau“, erklärte er, da sie ihn wie so oft provoziert habe.

Die 43-jährige Ehefrau konnte sich kaum an den Vorfall erinnern, gestand aber, dass sie unter Alkoholeinfluss oft ihren Mann provoziere und es daher auch ihre Schuld sei. Sie wolle nicht, dass ihr Ehemann verurteilt werde und daher wurde das Verfahren auf Antrag des Staatsanwalts Christian Laubach eingestellt.

Des Weiteren war der 28-Jährige angeklagt, da er am 28. Februar stark alkoholisiert bei seiner Nachbarin klingelte und verlangte, dass sie ihn für 20 Euro nach Dautphe fahre. Als sie dies wiederholt ablehnte und ihn aufforderte, das Grundstück zu verlassen, schubste er sie nach hinten, wodurch sie eine leichte Prellung erlitt und er sich Zugang zum Hausflur verschaffte. Die 28-Jährige konnte den Angeklagten schließlich wieder hinausdrängen.

Hautausschlag nach Spuckattacke

Nachdem er ihr noch gezielt ans Kinn spuckte, wo sie seitdem einen Hautausschlag habe, schloss die Nachbarin die Tür und rief die Polizei. Als diese mit zwei Streifenwagen eintraf, war er wieder in seiner Wohnung. Zunächst zeigte sich der 28-Jährige sehr kooperativ und ging mit den Polizisten zum Wagen. Während des Einsteigens aber rastete er aus und fing an, wild um sich zu treten, berichtete der Polizeioberkommissar, welcher einen Tritt in die linke Wade abbekommen hatte. Zu viert nahmen sie den Mann fest. An diesen Vorfall erinnert sich der Alkoholabhängige nicht.

Der 28-Jährige ist bereits mehrfach vorbestraft und war 2013 sechs Monate in Haft. Im Februar verurteilte ihn das Amtsgericht Biedenkopf erneut zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten wegen Körperverletzung und Nötigung. Diese Verurteilung ist nicht rechtskräftig und liegt dem Landgericht vor.

Richter rät Ehefrau ebenfalls zu Therapie

Der Angeklagte wurde gestern wegen Beleidigung und fahrlässiger Körperverletzung seiner Nachbarin sowie Widerstands gegen Polizisten und vorsätzlicher Körperverletzung des Polizeioberkommissars für schuldig erklärt. Das Gericht verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten mit zweijähriger Bewährungszeit aufgrund der alkoholbedingten verminderten Steuerungsfähigkeit und seines verbesserten Auftretens vor Gericht. Die Bewährung gilt nur unter den Auflagen, dass der Verurteilte in spätestens zwei Monaten eine Entgiftung und danach eine stationäre Therapie zur Suchtbekämpfung antritt, er bis dahin ausschließlich bei seiner Mutter wohnt, sich täglich zu einem Blutalkoholtest im Gericht meldet und dass er weiterhin wöchentlich seine Therapeutin besucht.

Auch der Ehefrau legte Richter Mirko Schulte eine Therapie nahe. Zudem soll der Verurteilte den Kindern seiner Nachbarin 50 Euro als Entschädigung zahlen, da sie von dem Vorfall verängstigt seien. Sowohl der Angeklagte als auch Staatsanwalt Laubach erklärten Rechtsmittelverzicht.

von Johanna Stein

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Hinterland

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr