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"Sweethearts" bringen Zelt zum Beben

725 Jahre Wallau "Sweethearts" bringen Zelt zum Beben

Als Männer in glitzernden Hosen und Perrücken auf die Bühne stürmen, grölen und kreischen die Gäste. Schon der erste Ton den Gitarrist Randy Bluebird auf den Saiten zupft, lässt das Festzelt beben.

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Die "Sweethearts" sorgen bei "Musik am Fluss" für Stimmung.

Quelle: Benedikt Bernshausen

Wallau. Noch aber ist ein Mikrofon frei: Trommelschläge, schnelle Tastenfolgen auf der Orgel - erst dann springt auch Frontmann Sweety Glitter heraus, rennt mit hochfloriger Plüschjacke und rosa Handtasche auf und ab.

Gleich zu Beginn spielen die „Sweethearts“ mit „I love Rock’n’Roll“ einen Welthit. „Andere Bands heben solche Songs bis zum Schluss auf. Aber wir haben genug davon im Köcher“, ruft der auffällig geschminkte Frontmann in den gold-schimmernden Plateaustiefeln der tanzenden Menschenmenge entgegen, in der die ersten „Headbanger“ direkt vor der Bühne ihre wilden Mähnen schwingen.

Publikum: Mit Leuchtstäbchen in den Händen zu "Hey Jude" von "The Pumpkins". Foto: Benedikt Bernshausen

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Schlag auf Schlag folgt eine Rock-Hymne der nächsten, von „I’m a Sweetheart“ über „Girls, Girls, Girls“ bis „Smoke on the Water“. Schon kurz nachdem die schillernden Sweethearts mit ihrer Show der Extraklasse begonnen haben, kocht die Stimmung. Seit mehr als 27 Jahren steht die außergewöhnliche Band auf der Bühne, ihr Programm gilt in Europa als das beste seiner Art: bunt, schräg, glamourös. „Rock’n’Roll hat viele Gesichter, wir haben die schönsten!“, sagt der Frontmann. Musikalisch bewegen sich die Herren auch abseits knallharter Rockmusik. So sorgt etwa ihre Version von Christina Aguileras „Lady Marmelade“ für Begeisterung. Ob Männerbands solche Lieder spielen dürften, fragt Sweety Glitter und antwortet selbst: „Glam-Rocker dürfen das!“

Die Stimmung ist grandios - und erreicht ihren Höhepunkt spätestens, als inmitten der partyhungrigen Wallauer plötzlich sogar Bürgermeister Joachim Thiemig und Olaf Plum mit lustigen Perücken und aufblasbaren Gitarren ausgelassen und wild zu „I was made for lovin’ you“ in der Menschenmenge tanzen. Derweil spielt die Band mehrmals die „wirklich letzte“ Zugabe, bevor dann noch Schlagzeuger Sir Tobi mit einem mehrminütigen Schlagzeugsolo laute Jubelstürme auslöst.

Schließlich setzen die Sweethearts mit „Seasons in the Sun“ den krönenden Schlusspunkt hinter einem besonderen Konzertabend. Ohrenbetäubender Applaus brandet auf. Daraufhin reckt Sweety Glitter mit einem breiten Grinsen auf den Lippen seine Gitarre nach oben und schreit zum Abschied mit schriller Stimme: „Danke, Leute: Love. Peace. And Rock’n’Roll!“

Cashbags eröffneten Festival

Bevor die Hauptband die Bühne eroberte, hatten die „Cashbags“ das Festival eröffnet. Die Musiker aus Sachsen coverten Großmeister Johnny Cash. Ebenso widmeten sich auch die Henhouse Ramblers aus Bad Laasphe fetzigem Country-Sound.

Auf den unverwechselbaren Staaten-Klang, folgten weltberühmte Melodien von den britischen Inseln: Die „Pumpkins“ brachten die erfolgreichsten Lieder der „Beatles“ in das Hinterland und versprühten in ihren hochgeschlossenen Anzügen auch optisch das Flair der 1960er-Jahre.

von Benedikt Bernshausen

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