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Straße erinnerte an Wilhelm Schwarz

Neues Baugebiet Straße erinnerte an Wilhelm Schwarz

Am Blankenstein wird gebaggert, die Vorbereitungen für die Erschließung des neuen Baugebietes laufen. Derweil hat das Parlament die künftige Wohnstraße benannt.

Gladenbach. Wer in der vergangenen Woche der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses beiwohnte, der ging gewiss davon aus, dass die Benennung der noch zu bauenden Straße im Neubaugebiet „Unter dem Schlossberg“ auf die März- Sitzung des Parlaments vertagt würde.

Doch als der Tagesordnungspunkt aufgerufen wurde, kam es anders. Zur Vorgeschichte: Der Ausschuss für Wirtschaft, Landwirtschaft, Verkehr und Umwelt befasste sich in der vergangenen Woche mit dem Namensvorschlag der Verwaltung „Unter dem Schlossberg“ und dem Favoriten des Kernstadt-Ortsbeirates „Wilhelm-Schwarz-Straße“.

Weil die Vorsitzende des Heimat- und Museumsvereins „Amt Blankenstein“ Marion Lange für den Vorstand nach dieser Sitzung einen neuen Namensvorschlag ins Spiel brachte, empfahl der Hauptausschuss dem Parlament die Vertagung der Entscheidung. Auch sollte dem Ortsbeirat dieser zusätzliche Vorschlag unterbreitet werden.

Der Heimatverein schlug dem Magistrat Varianten vor, die das Wort Blankenstein beinhalten, wie etwa „Am Blankenstein“ oder „Unter dem Blankenstein“.

Der Verein trage die Bezeichnung Blankenstein in seinem Namen, um dessen Bedeutung für Gladenbach und die Region zu dokumentieren. Die Burg und das spätere Schloss trugen den Namen Blankenstein. Es gab auch das Amt Blankenstein. Das Wohngebiet zwischen „Lammerich“ und dem Georg-Ludwig-Hartig-Park sei landläufig als Siedlung am Blankenstein bekannt, obwohl dies keine offizielle Lagebezeichnung sei, erinnert Lange. Selbst der Fußballplatz, auf dem nun das Neubaugebiet entsteht, war unter dem Namen „Auf dem Blankenstein“ bekannt.

Dem Heimatverein gehe es mit dem Namensvorschlag darum, die geschichtsträchtige Bezeichnung Blankenstein zu bewahren, erklärte Marion Lange und versicherte, dass der Vorstand damit keineswegs die ohne Zweifel große Lebensleistung von Wilhelm Schwarz infrage stellen wolle.

Im Gespräch mit der OP erklärte Marion Lange, dem Vorstand sei bewusst gewesen, dass die Straße benannt werden solle. Da aber noch im Januar von bisher nur unverbindlichen Anfragen von Bauwilligen die Rede gewesen sei, habe man keine Eile in der Sache gesehen, bis die Straßenbenennung nun Thema in den ersten politischen Gremien gewesen sei.

Nach der Sitzung des Hauptausschusses wurde unter manchen Stadtpolitikern mehr oder weniger hinter vorgehaltener Hand auch darüber gesprochen, dass in nicht allzu ferner Zukunft die neu zu gestaltende „Innenstadt-Insel“ eine Namen benötige. „Wilhelm-Schwarz-Platz“ sei für den verdienten Kommunalpolitiker und engagierten Feuerwehrmann (1899 -1973) womöglich noch würdiger als die Wohnstraße am Blankenstein, hieß es.

Der Diskussion und Meinung im Hauptausschuss folgend, formulierte Michael Zimmermann (Junge Liste/Die Grünen) einen entsprechenden Antrag.

Antrag auf Vertagung findet keine Mehrheit

Die Namensvorschläge des Heimatvereins sollten mit einbezogen werden, die Straßenbenennung noch einmal im Ortsbeirat und in den zuständigen Ausschüssen beraten werden. Und er erinnerte, dass Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim (CDU) im Hauptausschuss zwar auf die Dringlichkeit hingewiesen hatte, aber die Benennung - nach dessen Worten - auch noch im März erfolgen könne.

Hingegen sagte Stadtrat Armin Becker (SPD) während der Debatte im Parlament, dass nach seinen Informationen wegen der anstehenden notariellen Eintragungen ins Grundbuch Eile geboten sei. Der Bürgermeister konnte wegen einer Erkrankung nicht an der Sitzung teilnehmen.

In der kurzen Debatte lehnten auch die Fraktionsvorsitzenden der CDU, Gunthard Koch, und der SPD, Roland Petri, ab.

Die Mehrheit der Stadtverordneten sprach sich für eine sofortige Entscheidung aus. 22 lehnten den Antrag ab, 7 waren dafür und 6 enthielten sich.

Also stand nur noch die ursprüngliche Beschlussvorlage mit zwei Namensvorschlägen zu Abstimmung. 22 Stadtverordnete votierten für Wilhelm-Schwarz-Straße, 9 für die Bezeichnung „Unter dem Schlossberg“ und 4 enthielten sich.

Derweil hat auf dem ehemaligen Sportgelände das Freiräumen des Baufeldes begonnen. Ballfangzaun und Einfassungen wurden genauso abgebaut wie die Stützmauer zur kleinen Natur-Tribüne des Fußballplatzes. Als Nächstes werden die beiden noch vorhandenen kleinen Gebäude weichen, bevor die eigentlichen Erschließungsarbeiten beginnen. Auf dem Gelände sollen nach aktuellem Stand 21 Bauplätze entstehen.

von Hartmut Berge

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