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„Stolpersteine“ in Lohra sind enthüllt

Gedenken „Stolpersteine“ in Lohra sind enthüllt

Rund 60 Gäste kamen zur feierlichen Enthüllung der drei „Stolpersteine“ in Lohras alter Ortsmitte.

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Lohra. Vor den Repräsentanten der Politik und des öffentlichen Lebens, der jüdischen Gemeinde Marburg, der Kirchengemeinden Lohras und gut 60 Gästen enthüllte Erika Gerhardt am Montagabend drei „Stolpersteine“ für Bertha, Hermann und Betty Nathan, die der Künstler Gunter Demnig am Samstag vor dem Haus Lindenstraße 24 installierte. Dieses Haus war das Wohnhaus der Nathans, bevor sie von den Nazionalsozialisten in die Konzentrationslager deportiert und später ermordet wurden.

Bertha und Hermann Nathan wurden beide 1876 geboren. Bertha Nathan starb 1943 in

Theresienstadt und Hermann Nathan 1944 in Auschwitz. Betty Nathan wurde 1918 geboren und starb 1942 in Sobibor.

Vor zwei Jahren lernten die Enkel der Nathans, Gad Nathan und seine Schwester Ruth Kastner, bei einem Treffen in der Rother Synagoge Manfred und Erika Gerhardt, Jakob und Annemarie Schlag sowie Barbara Wagner kennen. Den Eltern Blanka und Theo-David war die Flucht vor den Nazis nach Israel gelungen. Der Lohraer Jakob Schlag hatte die Familie gekannt und konnte sich an das Wohnhaus der Nathans in der Lindenstraße 24 noch gut erinnern. Gemeinsam initiierten sie das Projekt „Stolpersteine“ für Lohra.

Rosemarie Wolny, die Erste Beigeordnete Lohras, ging auf die symbolische Bedeutung der Stolpersteine als unauffällig in den Boden eingelassene Steine ein. Man stolpere mit Kopf und Händen, zitierte Wolny die Worte von Schülern. Sie hofft, dass an dieser Stelle in Zukunft viele Lohraer „stolpern“, das heißt innehalten und nachdenken.

Das Duo Polly Hoppe und Dr. Christoph Brock umrahmte die Besinnungsstunde mit jüdischen Musikstücken. Danach luden die Lohraer ihre Gäste zu Essen und Gesprächen in das „Alte Rathaus“ ein.

von Anita Ruprecht

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