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Stickerei-Ausstellung lebt wieder auf

Hardanger-Ausstellung Stickerei-Ausstellung lebt wieder auf

Nach dreijähriger Pause laden die Stickerinnen der „flotten Nadel“ wieder zu einer Hardanger-Ausstellung ein.

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Ilse Premer (von links), Helga Koch und Marlies Becker zeigen ihr Können in Sachen Hardanger-Stickkunst. Am kommenden Sonntag präsentieren sie ihre Werke im Saal der Freien evangelischen Gemeinde in Weidenhausen.

Quelle: Ingrid Lang

Weidenhausen. Am kommenden Sonntag präsentieren die 13 Frauen von 14 bis 18 Uhr im Saal der Freien evangelischen Gemeinde in Weidenhausen ihre wunderschönen und handgefertigten Ausstellungstücke im Hardanger Muster.

Gezeigt werden Decken und Läufer in allen Größen und vielen Farben, Lampenschirme, Eier, Gardinen, ein Taufkleid, eine bestickte Damenjacke, aber auch Weihnachtsdecken, Baumschmuck, Schleifen sowie weitere gestickte Dekorationsartikel.

Der Name „Hardanger“ kommt aus der norwegischen Hardangerregion und wurde ursprünglich für Trachtenblusen und Schürzen angewandt. Die Technik jedoch ist orientalischen Ursprungs. Die ersten Durchbruchstickereien entstanden im 7. Jahrhundert in Persien und gelangten von dort nach Italien, wo Tischdecken und Altartücher gefertigt wurden.

Ab dem 14. Jahrhundert erreichten sie Norwegen, wo sich Stickereien mit ihren geometrischen Mustern besonders am Hardangerfjord verbreiteten. Dort sorgten die Landfrauen für die Weiterentwicklung der Stickerei. Sie stickten ihre Muster auf handgewebtes Bauernleinen und fertigten sogar die Festtagstrachten an.

In manchen Familien wurde sogar eine komplette Brautausstattung, verziert mit Durchbruchstickereien, geschaffen. In Norwegen wurden die Stickereien auf Leinen aufgetragen. Von den persischen unterschieden sich dadurch, dass weiß auf weiß gestickt wurde.

Heute wird die Zählarbeit auch auf anderen Stoffen und mit farbigem Stickgarn angefertigt, wobei sie besonders edel wirken, wenn sie Ton in Ton gestickt sind. Die Hardangerstickerei kann mit Zierstichen wie dem Platt-, Kreuz-, Zopf-oder Festonstich zu geometrischen Mustern kombiniert werden.

Die Weidenhäuser Stickfrauen um Helga Koch kommen seit 1997 regelmäßig alle 14 Tage zum Sticken zusammen. Mit flotter Nadel entstehen dann die schönsten Muster, die sie gerne einem interessierten Publikum präsentieren.

Mittwochs in der Zeit von 14 bis 16.30 Uhr finden die Treffen die mit einer Kaffeepause im Dorfgemeinschaftshaus statt. Während dem Sticken haben die Frauen viel Spaß und es wird über dieses oder jenes geplaudert. Absolute Ruhe herrscht bei den Frauen nur, wenn Fäden ausgeschnitten werden, denn dann ist äußerste Konzentration angesagt.

Aber auch die Geselligkeit kommt nicht zu kurz. So sind acht der Stickerinnen erst vor ein paar Tagen von einer Mehrtagesfahrt am Gardasee zurückgekehrt.

von Ingrid Lang

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