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Der Goldene Hahn thront wieder

Kirchensanierung Der Goldene Hahn thront wieder

Nachdem er fünf Monate lang kahl dastand, hat der Kirchturm in Quotshausen seine Krone zurück.

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Trotz Gerhard Rühls Bemühen, will der Wetterhahn zunächst nicht auf die Kirchturmspitze passen.

Quelle: Sascha Valentin

Quotshausen. Wetterhahn und Kreuz sind wieder auf ihrem angestammten Platz. Im Zuge der Kirchensanierung waren beide Elemente Ende März vom Kirchturm abgebaut und seitdem von Kunstschmied Gerhard Rühl aufbereitet worden. Nun montierten Vertreter des Kirchenvorstandes und der ausführenden Metallbaufirma die Teile wieder an.

Rühl hatte das Kreuz frisch lackiert und dem Hahn einen neuen, strahlenden Blattgoldüberzug spendiert. Da der Kirchturm leicht schief ist, musste dies auch bei der Befestigung des Kreuzes berücksichtigt werden, damit dieses senkrecht steht und sich der Wetterhahn auch im Wind drehen kann, berichtete Rühl.

Die Rückkehr des Hahnes an seinen alten Standort verlief nicht ganz reibungslos. Beim Schweißen der Metallteile und dem Lackieren hatten sich feine Unebenheiten an der Oberfläche gebildet, sodass die Hülse, auf der der Hahn angebracht werden sollte, leicht an der Kreuzverlängerung schleifte.

Für Rühl und seinen Mitarbeiter Ralf Atzmann hieß das, auf der Kirchturmspitze noch einmal nachzuarbeiten und die ­Kugellager so leichtgängig zu machen, dass sich der Hahn problemlos drehen kann.

Pfarrerin stutzt Papier zurecht

Auch die Mitglieder des Kirchenvorstandes mussten in luftiger Höhe noch einmal aktiv werden. Sie hatten eine Kapsel unter anderem mit Geldstücken, einer Gedenkmünze zum 500-jährigen Jubiläum der Reformation und Schriftstücken über die Kirchensanierung befüllt, die in die Kirchturmspitze eingelassen werden sollte. Der Plan scheiterte jedoch zunächst daran, dass das Papier zu groß war und sich der Deckel der Kapsel deswegen nicht komplett schließen ließ. Deswegen passte diese nicht durch die Öffnung in der Kirchturmspitze. Das Team um Kirchenvorsteher Wolfgang Becker und Pfarrerin Tatjana Frenzel schnitt kurzerhand die Dokumente so zurecht, dass der Text noch zu ­lesen war, sie aber in die Kapsel passten.

Mit der Fertigstellung der Kirchturmspitze biegt auch die gesamte Kirchensanierung langsam auf die Zielgerade ein. Das komplette Dach und die Fassade sind seit Ostern erneuert worden, wobei die Fassade nun noch eine neue Farbe erhalte, sagte Frenzel.

Bei den Arbeiten an der Kirche war nämlich ein altes Gefach im Mauerwerk freigelegt worden, das von einer Restauratorin als der vermutlich älteste Teil der Kirche identifiziert wurde. Dieses Gefach soll nun als Vorlage für die Gestaltung der Fassade dienen, sodass die Kirche künftig wieder so aussehen wird, wie vor einigen hundert Jahren – nur eben ein wenig frischer.

Die Gesamtkosten für die Kirchensanierung belaufen sich auf rund 325.000 Euro, wovon die Quotshäuser Kirchengemeinde 25.000 Euro selbst stemmen muss.
Frenzel hofft darauf, dass die restlichen Arbeiten bis Ende Oktober abgeschlossen werden können. Am Reformationstag, 31. Oktober, soll die frisch sanierte Kirche mit einem Gottesdienst feierlich eingeweiht werden.

von Sascha Valentin

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