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Neue Imker halten zu wenige Völker

Imkereikreisverein Biedenkopf Neue Imker halten zu wenige Völker

Die Zahl der Bienenvölker im Kreisgebiet Biedenkopf ist im vergangenen Jahr um fast 170 gestiegen. Dennoch ist Kreisvorsitzender Günter Raab ­unzufrieden: Die Zahl der Imker sinkt.

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Die Zahl der pro Imker betreuten Bienenvölker liegt im Kreisverband Biedenkopf deutlich unter dem Landesdurchschnitt.

Quelle: Maja Dumat / pixelio.de

Niedereisenhausen. Der Abwärtstrend der Völkerzahlen ist erst einmal aufgehalten. Doch spiegele die Entwicklung bei den Völkern nicht die der Mitgliederzahlen wider, teilte Kreisvorsitzender Günter Raab während der Jahreshauptversammlung des Kreisvereins mit. So betreuen die heimischen Imker im Schnitt 4,9 Völker. Hessenweit liege der Schnitt bei 5,9 und in Deutschland gar bei 6,9 Völkern.

„Das liegt daran, dass gerade bei den Neumitgliedern sehr wenige Völker gehalten werden und viele Züchter das Hobby nach ein paar Jahren wieder aufgeben – sei es aufgrund der Arbeit, die es macht, oder weil ein Varroa-Befall große Teile der Bienen dahingerafft hat.“ Deswegen könnte sich der Zuwachs bei den Völkern mitunter als ein Strohfeuer herausstellen. Dieser Entwicklung gelte es, durch Aufklärungsarbeit entgegenzuwirken, sagte Raab. „Bienenzucht ist nicht einfach. Wir müssen Neuzüchter über einen längeren Zeitraum betreuen, bis sie genügend Erfahrung im Umgang mit ihren Völkern haben“, forderte er.

Wahlen

Vorsitzender: Günter Raab, Stellvertreter: Helmut Schneider. Kassierer: Gunter Künkel. Schriftführer: Sebastian Richter.

Positiv festzuhalten sei, dass durch die vielen kleinen Imkereien die flächendeckende Bestäubung von Wild- und Kulturpflanzen im Kreisgebiet gesichert sei. Jedoch mangele es den Bienen mancherorts am nötigen Nektar und Pollen – Folge ausgedehnter Landwirtschaft, die Blumenwiesen verdränge.

Deswegen begrüßte Raab die EU-Entscheidung, Landwirte­ beim Anlegen von Blüh- und Pufferstreifen neben ihren Feldern zu unterstützen. Jedoch sei das mit einem so hohen bürokratischen Aufwand verbunden, dass das Angebot bisher wenig genutzt wurde.

Unentschlossen zeigten sich die Teilnehmer an der Kreisversammlung hinsichtlich der Frage, wie mit dem 50-jährigen Bestehen des Imkereikreisvereins umgegangen werden soll, der in diesem Jahr ansteht. Bereits vor zwei Jahren habe er angeregt, ein Gremium zu bilden, das sich der Vorbereitung einer Jubiläumsfeier annimmt, sagte Raab. Daraus sei nie etwas geworden.

Ähnlich zeigte sich das Bild auch während dieser Sitzung: Auf seine Frage, ob das Jubiläum überhaupt gefeiert werden solle, reagierte lediglich ­
Rudi Schäfer. „Auf der einen Seite sollte man einen solchen ­Geburtstag feiern, auf der anderen Seite fragt man sich, was man damit erreichen will“, gab er zu bedenken.

Die Versammlung beauftragte­ den neue stellvertretenden Vorsitzenden, Helmut Schneider, sich für den Herbst nach einem freien Termin im Bürgerhaus Friedensdorf zu erkundigen. Dort könnte es eine kleine Feier, verknüpft mit einem Vortrag, geben. Bei den Vorstandswahlen mussten zwei langjährige Mitglieder ersetzt werden. Sowohl der stellvertretende Vorsitzende Klaus Dreher wie auch Kassierer Eberhard Künkel traten nicht mehr an.

von Sascha Valentin

Der neue Vorstand des Imkereikreisvereins Biedenkopf (von links): Eva Sauer, Thomas Pfeifer, Günter Raab, Sebastian Richter, Helmut Schneider und Gunter Künkel. Foto: Sascha Valentin
 
 
 
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