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Missbrauch: 19-Jähriger muss sich verantworten

Aus dem Amtsgericht Missbrauch: 19-Jähriger muss sich verantworten

Weil er mit seiner Freundin geschlafen hat, bevor sie 14 Jahre alt war, steht ein 19-Jähriger aus Steffenberg wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes vor dem Marburger Amtsgericht.

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Ein junger Mann steht vor Gericht, weil er Sex mit seiner 13-jährigen Freundin hatte.

Quelle: Lupo / pixelio.de

Steffenberg. „Ich wusste nicht, dass das strafbar ist“, beteuerte der junge Mann, „sie hat mich verführt“. Hätte er es besser gewusst, sagte er, „hätte ich gewartet bis sie 14 ist“. Tatsache ist jedoch, dass das Mädchen Mitte bis Ende vergangenen Jahres noch 13 Jahre alt war, dem Gesetz nach ein Kind und noch keine Jugendliche, er selbst jedoch mit 18 beziehungsweise 19 Jahren bereits volljährig.

Dass er das wahre ­Alter des Mädchens kannte, gab der Angeklagte zu, auch wenn sie ihm anfangs der Beziehung ein höheres Alter angegeben habe. Aber er habe eben gedacht, es sei in Ordnung, zumal die Initiative von ihr ausgegangen sei.

Das bestätigte die inzwischen 14-Jährige vor Gericht. Bis heute sind die beiden ein Paar. Eine Anzeige gab es nicht, laut Auskunft von Staatsanwalt Jonathan Poppe kam die Sache bei einem Zivilverfahren ans Licht. Das Mädchen bestätigte weitgehend die Aussagen ihres Freundes, ­lediglich der Ort, an dem es dreimal zum Geschlechtsverkehr gekommen sein soll, war bei ihr ausschließlich bei ihm, seinen Angaben nach zweimal bei ihr zu Hause.

Widersprüche
 in den Aussagen

Massive Widersprüche gab es jedoch zur eigenen polizeilichen Aussage des Mädchens. Sie hatte von 20 Mal gesprochen. Zudem habe der junge Mann gesagt: „Du weißt, dass ich mich strafbar mache“. „Das war ­gelogen“, behauptete sie nun. Grund sei ein Streit kurz zuvor gewesen, sie habe ihm deshalb schaden wollen.

Bei der Polizei hatte sie auch gesagt, ihre Mutter habe der Beziehung zwar zugestimmt, aber nur unter der Bedingung, dass es nicht zum Sex kommt. Vor Gericht sagte die Jugendliche dagegen, ihre Mutter habe in seiner Gegenwart gesagt „Lass dir genug Zeit, bis du dir sicher bist und du dich geborgen fühlst“.

Verteidiger Marc Beer erläuterte, dass dem Mädchen seinerzeit die Einweisung in die Psychiatrie drohte. „Sie stand unter massivem Druck und hat so ausgesagt, wie sie glaubte, dass es für sie das Beste ist“. Das reichte Staatsanwalt Poppe jedoch nicht. „Ich glaube, die Zeugin hat uns nicht ganz die Wahrheit gesagt, sie hat immer wieder zu dem Angeklagten geschaut, sie wollte ihn nicht belasten“. Poppe will noch die Mutter des Mädchens und die vernehmende Polizistin hören. „Das halte ich bei einem so schweren Vorwurf für notwendig“.

Weil innerhalb der Dreiwochenfrist, in der die Verhandlung fortgesetzt werden müsste, kein Termin möglich war, wird der Gerichtsprozess am 14. August wieder von vorne beginnen. Das bedeutet, dass auch die 14-Jährige noch einmal aussagen muss.

von Heiko Krause

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