Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 0 ° wolkig

Navigation:
Kritik an geplanter Rodung aus Steinperf

Dimberg Kritik an geplanter Rodung aus Steinperf

Neben dem Steinperfer Steinbruch war auch die geplante Abholzung eines Fichtenriegels am Dimberg ein strittiges Thema in der Bürgerversammlung.

Voriger Artikel
Eine Lektion in Sachen Glücklichsein
Nächster Artikel
Amerikanischer Geländewagen zerkratzt

Diese Fichtenschonung neben dem Dimbergsee soll als Ausgleich für den Bau der Windräder in Oberhörlen gerodet und in wertvollen Magerrasen umgewandelt werden.

Quelle: Sascha Valentin

Steinperf. Das kleine Wäldchen soll gerodet werden, um die ursprüngliche Hutelandschaft in diesem Bereich wiederherzustellen. Das erklärte Bürgermeister Gernot Wege (parteilos). Dabei handele es sich um einen Ausgleich für die Rodung der Bäume, die für den Bau des Windparks in Oberhörlen nötig waren.

Dafür stünden Fördermittel in Höhe von rund 45.000 Euro zur Verfügung. Die Gemeinde kosteten die Arbeiten demnach nichts, sagte Wege. Stattdessen profitiere sie sogar durch den Verkauf des Holzes. Der Erlös gehöre komplett der Gemeinde.

Dass als Ausgleich für eine Rodung eine andere Fläche ebenfalls gerodet werden soll, irritierte allerdings viele der Anwesenden und sorgte für Kopfschütteln. Zu den Kritikern gehörte Dieter Theis, der darauf hinwies, dass das Wäldchen ­einige Jahre vor der Gebietsreform mit viel Eigeninitiative und Geld von den Steinperfern selbst angepflanzt worden sei.

Expertin: Nicht jeder Wald ist gut

Für ihn sei nicht nachvollziehbar, warum es ausgerechnet zum jetzigen Zeitpunkt abgeholzt werden soll. Zumal der Verkauf des Holzes in 25 Jahren, wenn es erntereif ist, der Gemeinde einen Ertrag von gut 100.000 Euro bringe, rechnete Theis vor.

Silke Acker entgegnete darauf, dass dann aber auch die Arbeitslöhne für die Waldarbeiter höher seien und der Gewinn entsprechend geringer ausfalle, da auch keine Fördermittel mehr zur Verfügung stünden. Sie verwies stattdessen darauf, dass der schützenswerte Magerrasen, der durch die Rodung der Fläche entstehen würde, auch ein Argument gegen eine Ausbreitung der Firma Trautvetter in diese Richtung darstelle. Nicht jeder Wald sei gut. Standortfremde Fichtenriegel würden derzeit bundesweit entfernt, weil in diesen außer Fichten nichts anderes wachsen und gedeihen könne.

Bürgermeister Wege teilte darüber hinaus mit, dass in der nächsten Sitzung der Gemeindevertretung Forstamtsleiter Lars Wagner den Forstwirtschaftsplan 2018 für die Gemeinde vorstelle. Dabei werde Wagner auch die geplante Ausgleichsmaßnahme am Dimberg erläutern.

von Sascha Valentin

Einen Artikel zum Thema Steinbruch lesen Sie hier.
Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr