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Ein Flüchtling tanzt in Trachtengruppe

Brauchtumsgruppe Obereisenhausen Ein Flüchtling tanzt in Trachtengruppe

Zu einem gemeinsamen Heringsessen haben sich in Obereisenhausen Flüchtlinge aus Afghanistan, Syrien, dem Irak und aus Russland mit ihren deutschen Betreuern ­getroffen.

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Voller Stolz zeigt der junge Syrer Hafez (Mitte) Bürgermeister Gernot Wege (rechts) die Männertracht des Obergerichtes. Das Vorstandsmitglied der Brauchtumsgruppe, Klaus Heising, freut sich über den jungen Mittänzer aus Aleppo.

Quelle: Erich Frankenberg

Obereisenhausen. Die Unterbringung in Steffenberg ist für einige nur eine vorübergehende Bleibe. Dennoch suchten viele Flüchtlinge die Gemeinschaft. Die bot das traditionellen Fastenessen der Brauchtumsgruppe Obereisenhausen im Dorfgemeinschaftshaus. Dabei stand aber nicht das Essen im Mittelpunkt des Interesses.

Nach anfänglichen Berührungsängsten tauten sowohl die Flüchtlinge als auch die Mitglieder der Brauchtumsgruppe und sonstigen Besucher auf. Mit Händen und Füßen sowie mit minimalen Deutsch- und Englischkenntnissen brachten die „Owwereisehäuser“ ihren Gästen die zubereiteten un-­terschiedlichen Fischspezialitäten und die „Qualekadoffeln“ näher. Richtig interessant wurde es, als die Gäste das kleine Heimatmuseum des Vereins besichtigten. Hier wurden im Nu Gemeinsamkeiten mit der alten Heimat entdeckt und kommentiert. Viele der Gegenstände und die damit verbundenen Traditionen waren den Flüchtlingen aber unbekannt.

Und so weihten die Brauchtums- und Trachtenpfleger ­ihre Gäste in die Gebräuche der ländlichen Kultur des hessischen Hinterlandes ein. Das Erstaunen unter den Flüchtlingen, aber auch unter einigen Gästen war sehr groß, als ein junger Syrer ihnen die Männertracht des Obergerichtes des Breidenbacher Grundes zeigte.

Bürgermeister: Keine Berührungsängste haben

Des Rätsels Lösung: Hafez aus Aleppo tanzt schon seit einiger Zeit in der Tanzgruppe des Vereins und trägt die Tracht mit großem Stolz. Neben dem Erlernen von hessischen und deutschen Volkstänzen, der deutschen und englischen Sprache hat der junge Mann auch schon ein paar Sätze auf „Owwereisehäuser“ Platt auf Lager. Auch seine momentane berufliche Entwicklung macht ihm Hoffnung. Im Alten- und Pflegeheim Assmanns Mühle in Gönnern ist er als Betreuer tätig. Daneben engagiert sich der junge Syrer in einem Basketballverein und überzeugte schon als Solist auf der Trompete.

Steffenbergs Bürgermeister Gernot Wege (parteilos), der mit Ehefrau Marion am Heringsessen teilnahm, freute sich über die gelungene Aktion. Er bat die Bevölkerung darum, keine Berührungsängste zu haben und auf die Flüchtlinge zuzugehen.

Auch Ortsvorsteher Thomas Kreuzer zeigte sich erfreut darüber, dass die Integration in Ober‑
eisenhausen so gut klappe und dass die Bevölkerung die Flüchtlinge so gut aufnehme. Dies würde auch von den Flüchtlingen so gesehen, betonte er.

Das Vorstandsteam der Brauchtumsgruppe mit Nicol Blöcher, Anna Kreuzer, Linda und Klaus Heising zeigte sich begeistert von dem guten Miteinander zwischen Einheimischen und Flüchtlingen. Linda Heising berichtete, dass sie nur positive Rückmeldungen seitens der Flüchtlinge erfahren habe und diese sich begeistert von der Atmosphäre und von der Abwechslung von ihrem Alltag gezeigt hätten.

von Erich Frankenberg

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