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Staubitz lässt Loks wieder anspringen

Eisenbahn- und Autotauschbörse: Staubitz lässt Loks wieder anspringen

Acht Stunden lang begutachteten, kauften und tauschten gestern die Anhänger der Eisenbahn- und Autowelt in Miniatur im Gladenbacher Haus des Gastes ihre begehrten Objekte.

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Die Miniaturwelt im Haus des Gastes begeisterte kleine und große Modellbahnfans.

Quelle: Gianfranco Fain

Gladenbach. Schon Mittags waren die veranstaltenden Modellbahnfreunde Rachelshausen gut gelaunt. „Die Händler sind zufrieden und wir sind es auch“, sagte Bernd Müller. Der Vereinsvorsitzende erlebte gestern erneut einen guten Zuspruch bei der Modelleisenbahn- und Autotauschbörse. Ob Lokomotiven, Waggons, Miniaturgebäude oder Gleis- und Fahrtechnik: Alles war im Angebot und die Besucher griffen reichlich zu.

Weniger zu tun als an manchen anderen Tagen hatte der „Lok-Doktor“. An manchen Modellbahntagen hätte die Zeit für eine kleine Pause nicht gereicht, berichtet Hans-Jürgen Staubitz. Seit 46 Jahren ist die Modelleisenbahn sein Hobby, seit 44 Jahren durfte kein anderer mehr an das Innere seiner Lokomotiven ran, erzählt der 49-Jährige.

Sein Wissen lässt der Mengsberger bei der Gladenbacher Modellbörse regelmäßig Hilfe­suchenden zugute kommen. Mit dabei hat er immer Teststrecken für die Spurweiten N, Z und H0 sowie gängige Ersatzteile. Schraubenzieher, Pinzette und Öl und Reinigungsbenzin. Ebenso wichtig sind das technische Verständnis, das er sich in den vielen Jahren, in denen er sein Hobby ausübt, angeeignet hat sowie eine gute Beobachtungsgabe. „Oft sind es nur Winzigkeiten, die eine Lokomotive am Laufen hindert“, erklärt Staubitz. Kein Wunder, handelt es sich bei den elektrischen Eisenbahnen doch um Fein- oder gar Uhrmachertechnik.

Die häufigsten Fehlfunktionen kann Staubitz an Ort und Stelle beheben. Die häufigsten sind verdreckte Kohlebürsten des Motors, defekte oder fehlende Haftreifen, abgenutzte Kontakt-Schleifer oder auch Kabelbrüche.

"Je älter, desto lieber"

Pech hatte dagegen ein Mann, der Staubitz eine E 103 vorbeibrachte. Die Ursache des Fehlers, weshalb die Lokomotive an Weichen entgleist, hatte der Lok-Doktor zwar recht schnell festgestellt, doch gegen einen nicht korrekt passenden Radkranz war auch er machtlos. Mehr Glück hatte da Christian Dreher, der mit seinem Sohn Niklas und einer Märklin-Lokomotive aus dem Jahr 1985 aus Biedenkopf nach Gladenbach kam. Allein schon das Baujahr bereitete Staubitz Freude: „Je älter, desto lieber. Da ist noch solide Mechanik drin“, macht er aus seiner Vorliebe keinen Hehl.  

Während Vater und Sohn Dreher sich bei einem Rundgang durch die Tischreihen aufs nahende Weihnachtsfest einstimmten, machte Staubitz die Diesellokomotive wieder laufwillig, indem er die Kontakte reinigte.
Solche Defekte sind kein Problem, nur für schwierigere

Funktionsstörungen nimmt er die Modelle auch mit in seine Werkstatt. Was er nicht lösen kann, sind Schäden an den Gehäusen der Modelle. Ebenso
wenig könne er aus billig erstandenen und dementsprechend in qualitativ schlechtem Zustand befindliche Lokomotiven, Topmodelle machen. Er sei halt kein Wunderheiler, betont der gebürtige Argensteiner.

von Gianfranco Fain

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