Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Stadt setzt auf kompetente Hilfe aus dem Kreishaus

Haushaltspolitik Stadt setzt auf kompetente Hilfe aus dem Kreishaus

Eine Finanzfachfrau oder ein -fachmann aus der Kreisverwaltung könnte der Stadt dabei helfen, die Aufgabenflut und Problemstellungen unter dem kommunalen Schutzschirm zu meistern.

Gladenbach. In kaum einem Zimmer im Gladenbacher Rathaus brennt zurzeit abends so lange Licht wie in der Finanzabteilung. Das ist nicht verwunderlich, denn dort wird seit einiger Zeit über das normale Maß hinaus gearbeitet. Grund dafür sind die Schutzschirmkriterien – das durch die besondere Haushaltsentwicklung Gladenbachs verstärkte Kontroll- und Berichtswesen.

Peter Kremer, seit knapp zwei Monaten Bürgermeister der Stadt, musste schnell erkennen, dass der Fachbereich, zu dem auch das Hauptamt zählt, mehr als ausgelastet ist. Gleichwohl müsse er sich kommunal- und haushaltsrechtliche Zusammenhänge erläutern lassen. Auch das belaste den Fachbereich, sagt er im Gespräch mit der OP.

Er sieht sich in der Fürsorgepflicht für die Bediensteten des Rathauses. Der besonderen Situation in der Abteilung geschuldet, nahm er das nach seiner Amtseinführung aus der Kreisverwaltung avisierte Angebot in Anspruch, Hilfe zu leisten, wenn man sie benötige.

Also fragte der parteilose Rathauschef im Landratsamt nach, ob es möglich sei, für einen begrenzten Zeitraum einen Kreis-Mitarbeiter nach Gladenbach abzuordnen, der bei seiner Einarbeitung in die wesentlichen rechtlichen Kompetenzen der hauptamtlichen Kommunalpolitik behilflich sein könnte. Dann, so Kremer, könne sich der zuständige Fachbereichsleiter wieder vollends um seine Kernaufgaben – Finanzen und Hauptamt – kümmern.

Da ein solcher Antrag auf Abordnung einer fachkundigen Kraft nur vom Magistrat ausgehen kann, beschäftigte sich das Gremium am Freitag mit dem Thema und stimmte dem Ansinnen des Bürgermeisters zu. Nun wird sich der Kreisausschuss mit dem Gladenbacher Antrag beschäftigen.

Mit seinem Ansinnen habe er die Bediensteten des Rathauses über die Abteilungsleiter vertraut gemacht, ebenso sei der Magistrat per Vorlage in der Sache informiert worden, berichtet Kremer. Am Donnerstag ging dann bei zwei Magistratsmitgliedern, den vier Fraktionsvorsitzenden und auch bei der Oberhessischen Presse ein am 26. November per Post auf den Weg gebrachtes, anonymes Schreiben ein. Angeblich verfasst von Mitarbeitern der Stadtverwaltung, werden Kompetenzen infrage gestellt und der Bürgermeister wird diffamiert. Der oder die Verfasser stellen die Frage, ob eine neue Führungsstelle in der Verwaltung geschaffen werden und für welche Bereiche diese die Oberaufsicht führen solle.

„Hätte der Verfasser den Schneid gehabt, mit mir über das Thema zu sprechen, ich hätte ihm die nötigen Erklärungen geben können“, kommentiert Peter Kremer das Schreiben. Wenn es zur Abordnung eines oder einer Bediensteten der Kreisverwaltung komme, dann werde diese Fachkraft keinesfalls Aufsicht für die Mitarbeiter der Stadtverwaltung sein. Wenn jemand zur Unterstützung komme, dann von der Kommunalaufsicht, sagt er und erinnert, dass die Stadt aber auch Mandatsträger diesen Fachbereich am Landratsamt sehr oft für Auskünfte in Anspruch nehme.

Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung seien sehr fleißig, das gelte auch und besonders für die Abteilungsleiter, betont das neue Stadtoberhaupt. Gleichwohl halte er eine Entlastung zum gegenwärtigen Zeitpunkt für erforderlich. Das Regierungspräsidium verlange seit einigen Wochen verstärkt nach Auskünften und umfangreichen Berichten. Außerdem werde der Haushalt 2015 aufgestellt, erklärt er. Zu „Anschuldigungen, Vermutungen, Unwahrheiten und fabulierenden Ausführungen“ in dem anonymen Schreiben, die seine Person betreffen, werde er sich nicht äußern, sagt Peter Kremer.

von Hartmut Berge

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Hinterland