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Stadt macht den Weg frei

Alte Bahntrasse Stadt macht den Weg frei

Schluss mit der Brache: Das Gelände der ehema­ligen Bahntrasse durch Gladenbach soll einer Nutzung zugeführt werden. Private und gewerbliche Anlieger werden Grundstücke kaufen können.

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Die Stadtverordneten haben eine Nutzungsänderung der Flächen an der Strecke der ehemaligen Aar-Salzböde-Bahn beschlossen.

Quelle: Wolfgang Dirscherl / pixelio.de

Gladenbach. Keinen Diskussionsbedarf hatten die Gladenbacher Stadtverordneten am Donnerstagabend, als es um den Entwurfs- und Offenlegungsbeschluss für die Änderung des Flächennutzungsplanes „Bahnstrecke Erdhausen/Mornshausen“ ging. Einstimmig folgten die Parlamentarier der Empfehlung des Bauausschusses und stimmten dem Plan zu.

Wie drängend die Umwandlung und Nutzung des Geländes erwartet wird, verdeutlichte Bürgermeister Peter Kremer schon im Ausschuss, als er ­erklärte, dass es schon seit langer Zeit Anfragen von einigen Interessenten gebe.

Nun ist der Plan auf den Weg gebracht. Er sieht vor, Abschnitte der ehemaligen Trasse der Aar-Salzböde-Bahn von Erdhausen nach Mornshausen umzuwidmen und dadurch Anwohnern und Gewerbetreibenden zu ermöglichen, ihre an die Bahnstrecke angrenzenden Grundstücke zu erweitern. Die dafür in Frage kommenden Abschnitte der rund 124.000 Quadratmeter großen Fläche sind:

- Ein Gewerbegebiet hinter den Firmen Zimmermann Formenbau und Berning Modellbau. Berning hat schon signalisiert, rund 1700 Quadratmeter kaufen zu wollen, um den Standort zu erweitern.

- Östlich der Firma Berning wird es ein Mischgebiet geben.

- In der Kernstadt und im Stadtteil Mornshausen soll die Bahntrasse überwiegend zu gemischtem Bauland deklariert werden.

Für den Streckenabschnitt am ehemaligen Bahnbetriebswerk und der Firma Weso läuft bereits ein Bauleitverfahren. Flächen, für die sich keine Käufer finden, dienen als Ausgleichsflächen und bleiben der Natur überlassen. Dies gilt auch für den Teil von der Gemarkung Bad Endbach bis zur Firma Zimmermann in Erdhausen.

Laut des Umweltberichts, welcher der mehr als 60 Seiten langen Begründung beiliegt, verursachen die Eingriffe in die verwilderte Bahntrasse trotz der Ausgleichsflächen ein sogenanntes Biotopwertedefizit von rund 411.000 Punkten.

Dieses Defizit, das zu Lasten der Stadt geht, muss sie ausgleichen, entweder durch weitere Ausgleichsprojekte oder durch den Zukauf von sogenannten Ökopunkten. Diese Verrechnungseinheiten gibt es entweder bei der Hessischen Landesgesellschaft oder auch von den umliegenden Gemeinden.

von Gianfranco Fain

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