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Stadt kommt Ziel einen Schritt näher

Aus dem Parlament Stadt kommt Ziel einen Schritt näher

Dem geplanten Verkauf von Grundstücken an der ehemaligen Bahntrasse ebnete das Gladenbacher Parlament den Weg: 
Der geänderte Flächennutzungsplan fand ­mehrheitlich Zustimmung.

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Der Gladenbacher Bahnhof ist ein Sinnbild für den Verfall. Seit Jahren liegt die Bahnstrecke still, am Gebäude nagt der Zahn der Zeit.

Quelle: Silke Pfeifer-Sternke

Gladenbach. Das Gladenbacher Parlament hatte dem Kauf der ehemaligen Bahntrasse zugestimmt, um das Gelände weiter zu veräußern. Doch der Prozess zieht sich mittlerweile so lange hin, dass bereits an einem Teil der Strecke ein Wald entstanden ist, und dass das Vorkommen von seltenen Reptilien dazu geführt hat, dass der ursprüngliche Flächennutzungsplan erneut geändert werden musste: Es werden nun weniger Bauflächen und dafür mehr Grünflächen entlang der Streckenführung ausgewiesen. Die Vorlage stieß bereits im Bau- und Planungsausschuss auf Zustimmung. Nun stand im Parlament am Donnerstagabend der Beschluss zur Offenlegung auf der Tagesordnung.

Bevor abgestimmt wurde, meldete sich Rainer Bastian (SPD) zu Wort. Er sprach von einer unrentierlichen Investition mit erheblichen Folgekosten. Wie sich in der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses herausstellte, wird der Verwaltung zur Vermarktung der Grundstücke geraten, ein Gutachten über mögliche Kontaminationen erstellen zu lassen.

„Wer soll denn so ein Grundstück ­kaufen?“

Bastian erläuterte weiter, dass 2010 und 2011 Mittel für das Projekt in den Haushalt der Stadt eingestellt waren. 2013 kamen weitere 300.000 Euro hinzu und 2014 wurden noch einmal 150.000 Euro im Haushalt etatisiert. „Bis heute sind keine zwei Meter verkauft“, sagte der Sozialdemokrat. In Erdhausen böte sich durch den Flächennutzungsplan zumindest für einen Industriebetrieb die Möglichkeit, zu erweitern. An der Trasse in Mornshausen sei allerdings einiges aus dem Plan gestrichen worden, ein Teil mit Auflagen versehen.

„Wer soll denn so ein Grundstück ­kaufen?“, fragte Bastian. Eine Vermarktung scheint ihm unter den gegebenen Bedingungen fast unmöglich. Auch das noch zu erstellende Gutachten über eine mögliche Kontamination ist dem Kommunalpolitiker ein Dorn im Auge. Ebenso der auf weiten Teilen der Strecke „nicht verwertbare Schotter“, den „mit Sicherheit keiner kaufen ­möchte“.

Helmut Brück (FW) fragte eher rhetorisch nach der besten Lösung für Gladenbach und brachte noch den Bau einer Straße ins Spiel, was wiederum Edmund Zimmermann (Bündnis 90/Die Grünen) vehement ablehnte, da diese ein wichtiges Verbundelement zerstören würde.

Flächennutzungsplan geht in die Offenlegung

Bürgermeister Peter Knierim verwiss darauf, dass in Mornshausen bereits Bürger ihr Interesse am Kauf von Grundstücken geäußert hätten und schlug vor, dem Beschlussvorschlag aus dem Bau- und Planungsausschuss zu folgen. Zudem erklärte er, dass ein Gutachten unbedingt erstellt werden sollte, denn: „Wenn nicht, hängen wir auf den Grundstücken.“

Bei 24 Jastimmen, einer Neinstimme und 2 Enthaltungen wurde die Vorlage beschlossen. Damit geht der Flächennutzungsplan nun in die Offenlegung, und die Stadt kommt ihrem Ziel, Grundstücke entlang der ehemaligen Bahntrasse zu verkaufen, einen Schritt näher.

von Silke Pfeifer-Sternke

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