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Stadt bereitet Weg für Teilhabe

Windpark beim Landratskreuz Stadt bereitet Weg für Teilhabe

Ohne große Diskussion stimmten die Gladenbacher Stadtverordneten mehrheitlich zu. Es werden alle nötigen Dinge für eine Windpark-Teilhabe in Auftrag gegeben.

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Die Spitzen der Flügel eines Windrades bei Bottenhorn sind über Rachelshausen schon länger zu sehen. Demnächst sollen in Richtung Landratskreuz, mehr als 1000 Meter vom Gladenbacher Stadtteil entfernt, drei weitere und höhere Windkraftanlagen aufgestellt werden.

Quelle: Gianfranco Fain

Gladenbach. Rund dreieinhalb Jahre nachdem die Stadt Gladenbach ihr grundsätzliches Interesse an einem Windpark bei den Stadtteilen Rachels- und Römershausen bekundete, geht es jetzt in die Phase der Umsetzung. Am Donnerstagabend stimmten die 32 Stadtverordneten bei jeweils einer Gegenstimme und im letzten Punkt auch einer Enthaltung den fünf Punkten der Vorlage zu, die vorsieht, dass:

  • die Stadt eine wirtschaftliche Betätigung an den Standorten mit bis zu vier Windrädern anstrebt;
  • eine Betreibergesellschaft als GmbH zu gründen ist, an der die städtische Gesellschaft „Stadtmarketing – Energie – Bäder“ (SEB) mit bis zu 66,66 Prozent und die Bürgerwind GmbH mit den restlichen rund 33 Prozent beteiligt sein wird;
  • die SEB die entsprechenden Verträge vorbereiten soll;
  • der Magistrat bei der Kommunalaufsicht die Absicht anzeigt, sich an der neuen GmbH zu beteiligen;
  • die finanzielle Beteiligung der Bürger ermöglicht wird.

Ob sich die Stadt tatsächlich und in welchem Umfang beteiligt, soll zu einem späteren Zeitpunkt beschlossen werden. Die weitere Planung liegt seit dem Jahr 2013 bei Bürgerwind.

Drei Windräder für 16 bis 17 Millionen Euro

Joachim Wierlemann, einer der Geschäftsführer der heimischen Planungs- und Betreibergesellschaft, rechnet damit, dass der Bauantrag nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz (BImschG) im April eingereicht werden kann. Zurzeit müssten noch einige Nachuntersuchungen wie zum Beispiel die Überprüfung der Horstkartierungen erfolgen.

Die Wirtschaftlichkeit sei bei gemessenen Windstärken von rund 6,5 Metern pro Sekunde gegeben, darüber wurden auch die Stadtverordneten informiert, sodass Wierlemann hofft, Anfang des nächsten Jahres mit der Umsetzung des 16 bis 17 Millionen Euro teuren Projekts beginnen zu können.

Die Voraussetzung dafür sei allerdings, dass die BImschG-Genehmigung bis zum Jahresende vorliegt. Dann könnte das Zeitfenster bis Ende Februar für die notwendigen Rodungsarbeiten auf den Windwurfflächen genutzt werden. Die drei Windräder des Typs Enercon E 115 könnten dann bis zum Ende des Jahres ans Netz gehen.

Die Standorte in der Gemarkung der beiden Stadtteile liegen nahe des Landratskreuzes, wo die Gemeinde Bad Endbach ihren Standort 6 des Windparks Hilsberg betreibt. Die davon ausgehenden Turbulenzen sind der Grund, dass es statt der vorgesehenen vier nur drei Windkraftanlagen werden. Das Parlament wollte sich mit der Formulierung „bis zu vier“ allerdings die Option auf eine weitere Anlage offenhalten, ohne später bei Bedarf das ganz Prozedere wiederholen zu müssen.

Die Stadt Gladenbach würde nicht nur über die Beteiligungsgesellschaft an den Anlagen profitieren. Seit September 2014 ist vertraglich vereinbart, dass die Stadt von Bürgerwind mindestens 30 000 Euro Pacht für jeden der beiden Standorte auf städtischen Flächen bezieht (die OP berichtete). Das dritte Windrad wird auf Privatgrund errichtet.

von Gianfranco Fain

 
Beschlüsse

Bei zwei Gegenstimmen abgelehn t wurde der Antrag des Gladenbacher SC auf Zuschuss für den Kauf eines Multifunktionsgerätes.

  • Ebenfalls abgelehnt wurde die Verringerung der Anzahl der Stadtverordneten ab der nächsten Wahlperiode.

Einstimmig angenommen wurden:

  • die Änderung des Flächennutzungsplanes „Bahnstrecke Ost“ für die Stadtteile Gladenbach, Erdhausen und Mornshausen;
  • die Änderung des Flächennutzungsplanes Friedhof in Runzhausen sowie die Aufstellung des Bebauungsplanes dafür;
  • ein Änderungsantrag aller Fraktionen, demzufolge ermittelt wird, wie die Sportlerehrung der Stadt weiter jährlich zu halbierten Kosten fortgeführt werden kann.

Mehrheitlich angenommen wurde der Bebauungsplan Gladenbach Nr. 6 im Bereich Lidl-Markt, Gießener Straße.

Von der Tagesordnung genommen wurden die Änderungen der Satzung und der Gebührenordnung zur Nutzung öffentlicher Straßen und Plätze sowie die zur Regelung des Marktverkehrs, da die Ausschüsse sich noch damit befassen sollen.

In eine Resolution wird ein SPD-Antrag zum Ärztlichen Bereitschaftsdienst umgewandelt:
Die Fraktionen der Gladenbacher Stadtverordnetenversammlung wollen sich auf einen Text einigen, der dem Landkreis zur Unterstützung in seinem Bemühen für eine Verbesserung des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes als Resolu­tion erreichen soll. Ausgangslage des Beschlussvorschlags war ein Antrag der SPD-Fraktion, um den bereits eingetretenen „erheblichen Nachteil für die Gladenbacher Bürger“nicht noch weiter verschlimmern zu lassen. Befürchtet wird dies durch die für den 1. April angekündigte Schließung der Bereitschaftsdienstzentrale­ im Diakonie-Krankenhaus Marburg-Wehrda in der „zweiten Nachthälfte“. Beabsichtigt war auch, den Kreis in seinem Bemühen, die Rettungsleitstelle und den Bereitschaftsdienst zusammenzuführen, um in Einsatzsituationen einen optimalen Ressourceneinsatz zu ermöglichen.

 
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