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Spendenaktion für Gewaltopfer

Gewalt Spendenaktion für Gewaltopfer

Mitte Februar ereignete sich eine dramatische Tat in Bottenhorn. Das 18-jährige Opfer ringt seitdem in einer Essener Spezial­klinik um sein Leben. Ein Gladenbacher sammelt Spenden für die Familie.

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In dem Bad Endbacher Ortsteil Bottenhorn ereignete sich Mitte Februar eine brutale Gewalttat. Der Zustand des 18-jährigen Opfers ist noch immer kritisch. Die junge Frau wird in einer Essener Spezialklinik behandelt.

Quelle: Thorsten Richter

Gladenbach. Mit einem Messer verletzte der tatverdächtige 24-Jährige die junge Frau in Brust und Oberkörper. Das Opfer erlitt multiple innere Verletzungen und wurde nach der Erstversorgung mit einem Hubschrauber in die Klinik geflogen. Die Gewalttat passierte am Rosenmontag in den Nachmittagsstunden. Seit diesem Tag sind fast zwei Monate vergangen und der Zustand des Opfer ist weiter kritisch. Das Leben der Familie ist völlig aus den üblichen Bahnen gelaufen,

Zustand weiter kritisch

Eigentlich wollte der Gladenbacher August Hohn lieber im Hintergrund bleiben. Doch seit der Freund der Familie die Idee hatte, Spenden zu sammeln, um wenigstens finanziell zu helfen, wird er vielfach angesprochen. Sein Projekt läuft, wenn auch langsam. Ihm geht es auch nicht um eine möglichst hohe Summe, sondern vielmehr darum, die unerwarteten Kosten abzufedern. Seitdem das Mädchen im elterlichen Haus niedergestochen wurde, hängt ihr Leben am seidenen Faden. Mutter und Vater verbringen die meiste Zeit in Essen. So entstehen Kosten für die Unterkunft und auch für das Pendeln zwischen Bottenhorn und der Stadt in der Metropolregion Rhein-Ruhr.

Der Heilungsprozess verläuft sehr langsam. Mehrfach wurde das Mädchen in der Spezialklinik operiert, es könnten noch weiter OPs anstehen, glaubt Hohn. Für die gute Sache hat der Gladenbacher auch den Bad Endbacher Bürgermeister Markus Schäfer gewonnen. Schäfer ist froh, dass sich Hohn in besonderer Weise für die Bottenhorner Familie einsetzt. Auch er hofft, dass noch viele Spenden für die 18-Jährige eingehen. Die Kosten für die Familie seien immens und die Behandlungskosten würden nicht vollständig von der Krankenkasse übernommen, sagt Schäfer.

Es war wohl eine Beziehungstat

Nach der Messerattacke kam der mutmaßliche Täter in Untersuchungshaft und sitzt noch immer ein. Nach OP-Informationen hatte es sich um eine Beziehungstat gehandelt. Der kurze Zeit nach der Tat Festgenommene soll am Nachmittag an der Haustür des elterlichen Wohnhauses des Opfers geklingelt haben – mit einem Messer in der Hosentasche. Als er die 18-Jährige sah, soll er das Messer gezückt und mehrfach auf sie eingestochen haben: in den Oberkörper und in den Bauch. Ein Messer stellte die Polizei sicher. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es sich um die mutmaßliche Tatwaffe handelt. Gegen den 24-Jährigen wird wegen des Verdachts der versuchten Tötung ermittelt.

Zum Motiv der Tat und den Hintergründen hat der Festgenommene noch keine Angaben gemacht. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft Marburg gestern auf Anfrage der OP. Den kritischen Zustand des Opfers bestätigte sie ebenfalls. Über die große Anteilnahme der Menschen am Schicksal der Bottenhorner Familie freut sich August Hohn. Viele hätten gespendet, weitere Spenden wären toll. Sein größter Wunsch ist, dass er die Summe bald der 18-Jährigen persönlich über­geben kann.

von Silke Pfeifer-Sternke

Kontakt
August Hohn, Telefon 06462/6282.
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