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Sparbrief-Aktion beginnt am Montag

Windpark Lahn-Dill-Bergland-Mitte Sparbrief-Aktion beginnt am Montag

Ab Montag können ­Bürger aus Bad Endbach, Siegbach und Bischoffen Sparbriefe des interkommunalen Windparks Lahn-Dill-Bergland-Mitte mit einem Volumen von 3,5 Millionen Euro zeichnen.

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Innerhalb von zwei Wochen können sich Bürger mit 3,5 Millionen Euro am Windpark beteiligen.

Quelle: Thorben Wengert / pixelio.de

Bad Endbach. Am Freitagmorgen unterzeichneten die Bürgermeister Markus Schäfer (Bad Endbach), Ralph Venohr (Bischoffen) und Bernd-Otto Happel (Siegbach), die Vertreter von vier heimischen Kreditinstituten sowie Martin Severin, Geschäftsführer von EAM Natur, den Kooperationsvertrag zur Beteiligung der Bürger.

Harald Schick, stellvertretendes Vorstandsmitglied der Sparkasse Marburg-Biedenkopf, rechnet damit, dass die zu zeichnenden 3,5 Millionen Euro „leicht gerissen“ werden. Die Zeichnungsfrist läuft ab Montag für die Dauer von zwei Wochen.

Ausgehend von der Maximaleinlage von 4000 Euro pro Haushalt könnten sich 850 Haushalte Sparbriefe sichern, rechnet er vor. Der Sparbrief wird aus den Erträgen des Windparks unterstützt. „Die Menschen profitieren vom Gewinn des Windparks“, erläuterte Schäfer.

Gründung von Genossenschaft noch problematisch

Mit dem Sparbrief bleibe ein Teil der Wertschöpfungskette in der Region, und die Beteiligung werde breit gestreut, sagte Wolfgang Brühl, Vorstandssprecher der VR-Bank Biedenkopf-Gladenbach. Er geht davon aus, dass es durchaus Bürger gibt, die sich mit mehr als 4000 Euro am 
Windpark beteiligen möchten.

Der Zinssatz liegt bei 1,5 Prozent, das sind bis zu 60 Euro Zinsen pro Jahr. Da die Laufzeit des Sparbriefs drei Jahre beträgt, kommen so 180 Euro Zinsen zusammen. Mit der geringen Laufzeit wollen sich die Kooperationspartner die Option zur Gründung einer Genossenschaft offenhalten, was aufgrund der derzeitigen schwierigen Gesetzgebung bislang noch nicht weiter verfolgt wurde.

Es sei gelungen, für diejenigen, die sich beteiligen wollen, das Risiko gering zu halten. Auch sei der Sicherheitspuffer von drei Jahren ein wichtiger Faktor gewesen, um das Thema Genossenschaft nicht von vornherein zu verbauen, erklärte Armin Wickel, Vorstand der Volksbank Dill.

Am Jahresende soll der Windpark am Netz sein

Michael Lehr, Vorstand der Sparkasse Dill, freut sich darüber, dass sein Kreditinstitut dabei ist. Die Beteiligung der Bürger sei ein wichtiges Thema: aufklären und einbinden – aber ohne Risiko. Er ist überzeugt, dass der Sparbrief gut läuft und überzeichnet wird. Auch die Finanzierung des 34 Millionen Euro teuren Projektes erfolgte über heimische Banken. Die ersten Gespräche dazu liegen lange zurück, erinnert sich Brühl.

Es befinden sich sieben Windräder des Typs Enercon E 115 im Bau. Sie produzieren 350 Kilowatt Strom pro Stunde im Volllastbetrieb. Zurzeit könne man sehen, wie der Windpark wächst, bestätigte Bad Endbachs Bauamtsleiter Thomas Reuter.

Die Betontürme stehen bereits, weitere sowie die Gondeln werden noch montiert. Die letzte Windkraftanlage wird im Dezember errichtet, sodass der Windpark vermutlich spätestens am 31. Dezember 2015 ans Netz geht, damit die höhere Einspeisevergütung noch gesichert werden kann.

von Silke Pfeifer-Sternke

Die Kooperationspartner des Interkommunalen Windparks Lahn-Dill-Bergland-Mitte unterzeichneten am Freitagmorgen den ­
Vertrag zur Bürgerbeteiligung an dem Projekt. Foto: Silke Pfeifer-Sternke
 
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