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„Signale stehen auf Willkommen“

Flüchtlingsunterkunft „Signale stehen auf Willkommen“

Auf dem Parkplatz vor 
der Hinterlandhalle in Dautphe sollen für 300 Flüchtlinge Notunterkünfte entstehen. Die Lokalpolitiker setzten sich dafür ein, dass der logistische Aufwand gestemmt werden kann.

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Auf dem Parkplatz vor der Hinterlandhalle in Dautphe sollen Notunterkünfte in Form von winterfesten Leichtbauhallen für 300 Flüchtlinge entstehen.

Quelle: Thorsten Richter

Dautphe. Auf dem kreiseigenen Grundstück vor der Hinterlandhalle sollen für Menschen auf der Flucht winterfeste Leichtbauhallen errichtet werden. Für Dautphetals Lokalpolitiker soll es in Abstimmung mit der Gemeindeverwaltung in der nächsten Zeit eine Sondersitzung geben, um die Situation zu erörtern.

Noch vor einigen Wochen hatte der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow die Hinterlandhalle als Standort für Notunterkünfte als Plan B zwar vorgestellt, aber zunächst ausgeschlossen. Bereits zu diesem Zeitpunkt fanden sich viele Freiwillige, die den in der hiesigen Region ankommenden Flüchtlingen helfen wollen. Dieses Engagement sei nun gefragt, sagt Ortsbeiratsmitglied und Gemeindevertreter Bruno Strunkheit (CDU).

Bei 300 Menschen auf engstem Raum müsse ein logistischer Aufwand betrieben werden, damit es nicht zu Spannungen kommt. „Wir müssen das Unmögliche schaffen, damit die Menschen in den Notunterkünften menschenwürdig behandelt werden“, sagt Strunkheit.

Engpass bei Sanitäranlagen

Rolli Messerschmidt (SPD), Vorsitzender der Gemeindevertretung, hat Montagabend von der Neuigkeit erfahren. Für ihn scheint die Aussage des Kreises, den Sportbetrieb in der Hinterlandhalle aufrecht zu erhalten, unrealistisch zu sein. Die Hinterlandhalle ist nach Angaben des Landkreises nachmittags, abends und an den Wochenenden gut ausgelastet.

Vermutlich werden die Flüchtlinge die sanitären Einrichtungen der Halle mitnutzen, was zu Engpässen führen kann und auch der dann beengte Parkraum macht das Ausrichten von Großveranstaltungen schwierig. Zu letzterem verspricht der Kreis Abhilfe: Man bemühe sich, Alternativen zu finden.

Trotz der zu erwartenden Probleme ist es laut Messerschmidt notwendig, Berührungsängste abzubauen und sich auszutauschen. Politik müsse jetzt führen, damit die Stimmung in der Bevölkerung nicht kippt. „Die Signale stehen auf Willkommen. Wir müssen jetzt helfen so gut wir können“, sagt der Sozialdemokrat.

Strunkheit: „Ein harmonisches Miteinander ist möglich“

Die Entscheidung der Landrätin Kirsten Fründt kann der Kommunalpolitiker nachvollziehen. Die Verteilung der zu erwartenden 1000 Flüchtlinge auf mehrere Standorte sei sinnvoller als alle auf einem Fleck unterzubringen. Auch Strunkheit akzeptiert die Entscheidung der Landrätin.

„Da es sich um kreiseigene Liegenschaften handelt, kann die Gemeinde keinen Einfluss nehmen“, sagt er. Einfluss könne die Gemeinde nur nehmen, indem sie Aktionen der Bevölkerung unterstützt, die sich für die Flüchtlingshilfe engagieren.

„Ein harmonisches Miteinander ist möglich“, ist er sich sicher. Doch der Bund könne sich nicht weiter auf der Verantwortung ziehen und die Flüchtlingsproblematik auf die Kommunen abwälzen, mahnt er. Messerschmidt glaubt, dass der Bund nicht weiß, wie der Flüchtlingsstrom zu bewältigen ist.

von Silke Pfeifer-Sternke

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