Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 5 ° Regen

Navigation:
Sherwood Forest wächst im Bürgerhaus

Theaterstück Sherwood Forest wächst im Bürgerhaus

Nach drei Jahren präsentiert sich die Tanzabteilung des Skiclubs Dautphe mit einem neuen Theaterstück dem Publikum. Am Freitag, 20. Februar, ist „Robin Hood“ zu sehen.

Voriger Artikel
Die Bisons sind endlich los
Nächster Artikel
Leidenschaft zahlt sich aus

Theaterpädagogin Jule Novak (links) trainiert den Schwertkampf mit Uschi Lucic als dem ­Sheriff von Nottingham.

Quelle: Benedikt Bernshausen

Dautphe. Conny Dönges stoppt die Musik-CD, geht zur Bühnenkante, zeigt nach rechts, nach links und kreiselt mit den Händen. Nach wenigen Augenblicken weicht der zweifelnde Blick der jüngsten Tänzerinnen einer spürbaren Erleuchtung. „Verstanden? Gut! Dann nochmal!“

Wieder versammeln sich die Kinder im Bühneneingang, lauschen aufmerksam der Musik und schreiten diesmal mit dem richtigen Takt auf die Spielfläche hinaus, drehen und wirbeln wie gedacht. Conny Dönges lächelt: „Super! Könnt ihr euch das bis zum nächsten Mal merken?“ Weil aber das zögerliche „Joah“ die Trainerin nicht wirklich überzeugen kann, folgt die vierte Wiederholung: „Nochmal!“

Es ist Freitag, der Auftakt zum zweiten Probenwochenende im Dautpher Bürgerhaus. Und während die erste Gruppe auf der Bühne den letzten Durchlauf absolviert, wartet die zweite schon im Saal auf ihren Einsatz. Insgesamt proben in diesen Tagen mehr als 100 Akteure – Tänzer, Schauspieler, Sänger – für die neuste Produktion des Tanztheaters des Skiclubs Dautphe: Robin Hood, die Geschichte des Helden aus dem Sherwood Forest, der mit seinen Freunden die Reichen bestiehlt und die Armen beschenkt.

Theaterpädagogin gibt der Laiengruppe Tipps

Die einfachen Leute lieben ihn, selbst die edle Lady Marian schwärmt für den tapferen Recken aus dem Wald. Doch die „Wohltaten“ der Bande sind Prinz John, der die Krone an sich gerissen hat und dem Sheriff von Nottingham ein Dorn im Auge ist. Mit einem listigen Plan versuchen die beiden Schurken, dem edlen Robin das Handwerk zu legen – mit Erfolg?

Am Tag nach den Tänzerinnen proben die Schauspieler auf der großen Bühne im Bürgerhaus, allen voran die Hauptdarsteller um Nicolai Schmidt (Robin), Leonie-Sophie Debus (Lady Marian), Uschi Lucic (Sheriff von Nottingham) und Stefan Schumann (Prinz John). In einer der Nebenrollen schlüpft beispielsweise Stefan Rein in das Gewand eines Wächters. Er findet: „Es ist etwas besonderes, hier mitspielen zu dürfen!“

Während der Proben halten die Akteure zur Sicherheit noch Textblätter in den Händen. Die meisten Passagen sitzen, hin und wieder sorgen aber kleine Versprecher oder Aussetzer für Erheiterung. Allerdings drängt allmählich die Zeit, am 20. Februar wird die Premiere stattfinden. „Langsam steigt also der Druck“, berichtet Stefan Schumann.

Ihre Sätze pauken die Mitspieler in der Freizeit zu Hause – oder vertiefen die Zeilen im Auto. „Ich spreche meinen Text sogar schon auf dem Weg zur Arbeit“, verrät Stefan Rein schmunzelnd.

Regisseurin ist stolz auf das Ensemble

Regisseurin Conny Dönges lenkt das bunte Treiben, unterbricht manchmal das laufende Spiel und würzt die Handlung mit neuen Ideen. Die Tanzpädagogin ist stolz auf das Ensemble. Denn ob Haupt- oder Nebenrolle, ob Sprecher, Tänzer oder Statist: die Teilnehmer gehen mit Disziplin und Engagement ans Werk. Sie alle verbindet die Liebe zum Schauspiel.

Das spürt auch Juliane Nowak vom Hessischen Landestheater in Marburg. Auf Einladung von Dönges besucht die Theaterpädagogin die Probe und bescheinigt der Laiengruppe ein „hohes Niveau“. Anschließend liefert die Fachfrau in großer Runde wertvolle Hilfestellungen, insbesondere zur Steigerung der Authentizität, zur richtigen Sprache, echten Bewegungen und Gesten und glaubwürdigen Kampfszenen. Sie rät: „Tragt eure Rollen nicht vor, seid es!“

Eines passt an diesem Tag aber doch noch nicht. Irgendwie erinnert die hölzerne Kulisse nämlich mehr an einen orientalischen Palast, als an den berühmten Wald, den Sherwood Forest. Conny Dönges lacht: „Die stammt noch von Aladin, unserem letzten Stück!“ Bis zur Premiere sollen Bäume auf der Bühne platziert und der Palast in ein mittelalterliches Schloss verwandelt werden.

Premiere: Freitag, 20. Februar, 18 Uhr. Weitere Vorstellungen: Samstag, 21. Februar, 14.30 und 19 Uhr sowie Sonntag, 22. Februar, um 15 Uhr (alle im Bürgerhaus Dautphe). Karten: Erwachsene 10 Euro, Kinder 7 Euro. Vorverkaufsstellen sind: „Vinolade“, Dautphe und „Zauberhaft & Tausendschön“ in Mornshausen.

von Benedikt Bernshausen

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr