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Seniorenrat fast um 16.500 Euro betrogen

Aufmerksamer Bankmitarbeiter Seniorenrat fast um 16.500 Euro betrogen

Der Aufmerksamkeit eines Bankmitarbeiters ist es 
zu verdanken, dass dem Familien- und Seniorenrat Lohra großer Ärger 
erspart blieb. Der Polizei liegt nun eine Anzeige wegen versuchten 
Betruges vor.

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Betrüger versuchten, sich eine große Summe Geld vom Konto des Familien- und Seniorenrates Lohra überweisen zu lassen. Der 
Versuch fiel einem Bankmitarbeiter auf, es entstand kein Schaden.

Quelle: Matthias Balk

Lohra. Einem Mitarbeiter der Volksbank Mittelhessen kam an dem Überweisungsträger, der Anfang April in einem Briefumschlag aus Bremen in Buseck eintraf, etwas komisch vor. War es der Empfängername, die Summe oder die ausgebesserte Unterschrift des Auftraggebers?

Der Überweisungsträger wurde zur näheren Überprüfung nach Lohra weitergeleitet, wo ein Bankmitarbeiter den Kassierer des Familien- und Seniorenrates Lohra nach der Richtigkeit befragte. Lothar Juraschek fiel aus allen Wolken, als er das Dokument sah und befragte zugleich den vermeintlichen Unterzeichner, den stellvertretenden Vorsitzenden des Vereins. Doch Werner Waßmuth erkannte sofort: „Das habe ich nicht unterzeichnet, die Unterschrift ist gefälscht.“

Genau 16.500,50 Euro sollten auf das Konto einer gewissen Gabriela Isabel Fernandes vom Konto des Lohraer Vereins nach Spanien transferiert werden. Ein klassischer Betrugsversuch, der gar nicht so selten vorkommt, berichtet Jürgen Schlick von der Marburger Polizei.

Verbraucherzentrale rät: sofort Polizei informieren

Die modernen Kommunikationsmittel machen es Betrügern aber auch leicht. Im Internet sind die Kontaktdaten von Vereinen und Geschäftsleuten einzusehen und meistens ist auf den Homepages auch noch die Unterschrift eines Zeichnungsberechtigten hinterlegt.

Eine weitere gern genutzte Masche, ist das Herausfischen von ausgefüllten Überweisungsträgern aus Briefkästen von Geldinstituten, die anschließend mit neuen Empfängerdaten versehen werden. Schlick rät deshalb dazu, ausgefüllte Überweisungsträger in der Bankfiliale abzugeben. Dort sind die Kontoinhaber bekannt und eine Überprüfung erübrigt sich.

Denn rutscht ein gefälschter Überweisungsträger bei den Kontrollen einmal durch, ist das Malheur da. Stellt ein Vereinsvertreter, ein Geschäftsmann oder auch eine Privatperson eine unrechtmäßige Überweisung von seinem Girokonto fest, dann sollte die Bank informiert und die Polizei eingeschaltet werden, rät Ute Bitter von der Verbraucherzentrale in Frankfurt. Das gelte wie im Falle des Familien- und Seniorenrates auch bei einem Versuch.

Risiko trägt die Bank – sechs Wochen lang

Für den Kunden bleibt ein solcher Betrug meist folgenlos. Denn die Geldinstitute müssen sicherstellen, dass sie nur Überweisungen tätigen, die von den Kontoinhabern auch veranlasst wurden. Die Geldinstitute tragen also das Risiko. Die meisten sind zwar dagegen versichert, dennoch überprüfen sie zusätzlich besonders Überweisungsaufträge ab einer gewissen Höhe 
oder in bestimmte Länder.

Schwieriger wird es, wenn die Bankmitarbeiter nicht erkennen konnten, dass es sich um eine Fälschung handelt oder es sonstige Gründe gibt, weswegen ein Geldinstitut die Rückzahlung verweigert. Verbraucherschützerin Bitter rät in jedem Fall, das Gespräch mit den Bankenvertretern zu suchen. Sollte es zum Streitfall kommen, könne immer noch ein Rechtsanwalt hinzugezogen werden.

Sollte ein Bankkunde eine unrechtmäßige Überweisung von seinem Konto feststellen, so muss er sein Geldinstitut innerhalb von sechs Wochen darüber informieren – so lange sind die Banken haftungspflichtig. Danach ist eine Rückerstattung nur aus Kulanz möglich.

von Gianfranco Fain

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