Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Seniorenhäuser wachsen am Bahndamm

Bahngeländeumwandlung Seniorenhäuser wachsen am Bahndamm

Lohras Gemeindevertretung stimmt Verkauf von Bahnhofsgebäude samt Gelände von insgesamt 6000 Quadratmetern zu.

Voriger Artikel
Wenn‘s brennt, kommt nicht die Feuerwehr
Nächster Artikel
An den Landkreis vermieten statt verkaufen?

Während das alte Bahnhofsgebäude in Lohra genutzt wird, hat sich die Natur die Trassen und Bahnsteige zurückerobert. Auf der Fläche bis zur Kreisstraße nach Rollshausen will ein einheimischer Bauunternehmer bis zu 16 Seniorenwohnungen errichten. Im Bahnhofsgebäude soll ein Hausmeister für die Häuser wohnen sowie eine Begegnungsstätte eingerichtet werden.

Quelle: Gianfranco Fain

Reimershausen. Nur noch die behördliche Prüfung der Machbarkeit steht aus. Liegen danach keine unüberwindlichen Hindernisse im Weg, dann haben die Lohraer Gemeindevertreter gestern Abend nicht nur einen weiteren Meilenstein in der Wiederbelebung des Ortskerns gesetzt, sondern auch etwas vollbracht, an dem sich andere Gemeinden und Städte entlang der Trasse der ehemaligen Aar-Salzböde-Bahn seit Jahren mehr oder weniger vergeblich versuchen.

Bei einer Gegenstimme votierten die Lohraer Parlamentarier für den Verkauf des fast gesamten ehemaligen Bahngeländes an einen heimischen Bauunternehmer. Die rund 6000 Quadratmeter wechseln samt Bahnhofsgebäude für 150000 Euro den Besitzer, der dann noch 30000 Euro für den Kanalanschluss hinblättern muss sowie weitere, nicht näher benannte Nebenleistungen für die Gemeinde erbringt.

Als „unheimliche Bereicherung für die Gemeinde“, sehe der Gemeindevorstand laut Bürgermeister Georg Gaul die sich nun eröffnende Möglichkeit, die aber von der behördlichen Freigabe abhängt. Deshalb wird mit dem Bauunternehmer nur ein Vorvertrag abgeschlossen.

Dessen Plan ist, auf dem Gelände des ehemaligen Bahnhofs am Bahndamm entlang bis zur Kreisstraße nach Rolls­hausen, die gemeindeeigene Fläche in diesem Bereich ist etwa 23 Meter breit, bis zu acht eingeschossige Doppelhäuser zu errichten, was 16 Wohneinheiten ergebe. Diese sollen jeweils eine Größe von 65 bis 75 Quadratmetern haben und vor allem barrierefrei sein. Schließlich läuft die ganze Planung auf eine Wohnanlage für Senioren hinaus. Deshalb bliebe es nicht bei den ebenerdig begehbaren Wohnungen, die als Miet- und Eigentumswohnungen angeboten werden sollen.

Ins Bahnhofsgebäude kommt ein Café

Im ehemaligen Bahnhofsgebäude soll eine Begegnungsstätte und im Obergeschoss eine Hausmeisterwohnung entstehen, für einen Hausmeister oder ein Hausmeisterehepaar, das für alle Tätigkeiten im Zusammenhang mit den neuen Häusern zuständig ist. Die Begegnungsstätte könnte im ehemaligen Warteraum des Bahnhofsgebäudes eingerichtet werden, da sich die davorliegende Freifläche zur Nutzung im Sommer anbietet. Denkbar ist, dass sich daraus ein öffentliches ­Café für alle Ortsbewohner entwickeln könnte.

Während die Verträge mit den Mietern im Bahnhofsgebäude unberührt blieben, müsste der Jugendclub allerdings weichen. Dafür sind laut Gaul zwei Alternativen in Aussicht, so der Bürgermeister gegenüber der OP.

Verwaltungstechnisch gesehen wird das Gelände, für das es einen Aufstellungsbeschluss gibt, nun aus dem Verfahren ausgelöst und eine separates Bauleitverfahren eingeleitet.

Ob des vom Bürgermeister vorgetragenen Plan, waren fast alle Gemeindevertreter sprachlos. Zwei Parlamentarier stellten eine Frage und Kurt Schwald wollte diese Entwicklung nicht unkommentiert lassen. Der SPD-Fraktionschef sprach von einer „wunderbaren Sache“ und einem „enormen Standortfaktor“ für Lohra.

Der Ortsbeirat hatte sich zu den Plänen positiv geäußert.

von Gianfranco Fain

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Hinterland

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr