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Selina I. besticht durch Natürlichkeit

Kirschenkönigin Selina Schmidt Selina I. besticht durch Natürlichkeit

Selina Schmidt gewinnt gern, kann aber auch verlieren. Über ihren knappen Wahlsieg zur Kirschenkönigin ist sie dennoch sehr glücklich.

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Selina Schmidt aus Mornshausen ist sich ihrer Verantwortung als Gladenbachs Repräsentantin 
bewusst und füllt die Aufgabe mit Enthusiasmus aus.

Quelle: Silke Pfeifer-Sternke

Mornshausen. Das verschmitzte Lächeln mit Augenaufschlag von Selina Schmidt wenn sie nach den richtigen Worten sucht, lässt vermuten, dass sie ein eher schüchterner Typ ist. Das Gegenteil ist der Fall. „Sie muss ihr Gegenüber erst Kennenlernen, um sich zu öffnen. Dann sagt sie frei heraus, was ihr nicht passt.

Genau das schätzen viele an ihr“, sagt Elena Bodnarescu über 
ihre beste Freundin. Beide standen zusammen auf der Bühne 
im Kirschenmarkt-Festzelt und hatten ein Ziel: gewinnen. Aller­dings wollte Elena Bodnarescu den Sieg mehr als Selina Schmidt, die sich zum Mitmachen überreden ließ. Im Mittelpunkt zu stehen, ist eigentlich nicht ihr Ding. Den Sieg hätte sie ihren Mitbewerberinnen Elena Bodnarescu und Anna-Viktoria Schmidt gegönnt.

16-jährige Selina Schmidt 
übernimmt Verantwortung

Als ihr auch noch der Prinz absagte, wollte Selina Schmidt schon alles hinschmeißen. Doch sie hat trotzdem den Schritt gewagt. Was nach der Wahl für Kopfschütteln und hitzige Diskussionen unter den Kirschenmarkt-Besuchern gesorgt hat – der elfjährige Enrico Urban verhalf Selina I. auf den Thron – ist längst vergessen.

An Selinas Seite steht nun Maxim Usinger, ein Nachbar und bester Freund. Bei der Eröffnung der Gladenbacher Ferienspiele war er der Prinz der Kirschenkönigin, der Frieden in Gladenbach ist also wiederhergestellt. Selina Schmidt hat damit bewiesen, dass sie sich ihrer Verantwortung als Repräsentantin der Stadt bewusst ist.

Verantwortung hat sie in ihren jungen Jahren auch für ihren Körper übernommen. Sie steht auf Körperschmuck: Tattoos und Piercings. Für sie ist der Körperkult ein Ausdruck ihrer Persönlichkeit. Sie will nicht in der Masse untergehen, sondern sich abheben.

Wenn die 16-Jährige die Stadt Gladenbach repräsentiert, besticht sie trotzdem durch ihre 
Natürlichkeit und ihre Unbeschwertheit. Es fällt ihr leicht, vor Publikum zu reden. Sie improvisiert. Die freie Rede liegt ihr – das wirkt persönlicher, findet sie.

Gage wird für den 
Führerschein gespart

Die monatliche Gage von 100 Euro als Kirschenkönigin hat die Mornshäuserin schon verplant. Sie spart für den Führerschein. Derzeit ist sie auf den 
 öffentlichen Nahverkehr angewiesen oder auf das „Taxi 
Mama“. Das Leben auf dem Land ist für sie Normalität und war niemals beschwerlich.

Wenn ihre Freundin Elena Bodnarescu ihren Führerschein bestanden hat, steht der Plan fest, nach Italien zu fahren. Für Selina Schmidt wäre dies der zweite Urlaub in ihrem Leben. Im Alter von sechs Jahren war sie schon einmal weg: in Ungarn.

„Ich freue mich auf Italien und schaue schon jetzt nach einem Hotel“, sagt sie. Die Sommerferien daheim bezeichnet sie als „verlängertes Wochenende“. Sie verabredet sich zum Essengehen, hängt mit ihrer Freundin ab oder geht auf Burschenschafts-Discos.

Weil sie nur 1,52 Meter groß ist, will sie unbedingt zur Bundespolizei. „Sie ist fasziniert davon, Menschen zu helfen“, sagt ihre Freundin. Und wenn sie sich ein Ziel vornimmt, dann ziehe sie es auch durch. Vor drei Jahren habe sie zum Beispiel nach einem Besuch in einem Fastfood-Restaurant gesagt: „Ich werde jetzt Vegetarier“. Seitdem hat sie keine tierischen Produkte mehr angerührt. Sie ist konsequent.

von Silke Pfeifer-Sternke

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