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Selbst der Matsch hält sie nicht auf

Grenzgang Buchenau Selbst der Matsch hält sie nicht auf

Der zweite Vorgrenzgang führte 200 Buchenauer bei bestem Wanderwetter zum Frühstücksplatz „Dornochsenberg“. Der Countdown im Lahndorf läuft: In rund sechs Wochen beginnt das traditionelle Heimatfest.

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Buchenau. Mit jedem Schritt den Berg hinauf werden die Grenzgänger stiller. Und in diese andächtige Ruhe, in der das Knirschen der Wanderschuhe im Matsch die Geräuschkulisse dominiert, klingelt plötzlich ein Handy: Leise schallt die dramatische Filmmusik von „Spiel mir das Lied vom Tod“ durch den Wald. Die Nachfolgenden schmunzeln: „So schlimm ist es zum Glück nicht!“

Am alten Rathaus brechen an diesem Feiertags-Morgen rund 200 Vor-Grenzgänger zur zweiten Etappe zum „Dornochsenberg“ am alten Rathaus in der Dorfmitte auf. Blauer Himmel, Sonnenschein und sommerliche Temperaturen begleiten die Wanderer auf ihrer Runde, die zunächst Richtung Elmshausen und auf den Hohenfels verläuft.

Diesmal ist nicht - wie bei der ersten Etappe vor zwei Wochen - die Steigung das Problem, sondern der Abstieg vom Hohenfels: Der Regen der letzten Tage hat den Boden aufgeweicht und lässt den bewaldeten Steilhang in Richtung Allendorf zur Rutschbahn werden. Nasses Laub, glatte Äste und Steine zwingen manchen Wanderer auf den Hosenboden - zur großen Belustigung schadenfroher Freunde. Und am Fuß des Berges zeugen dann die mit Matsch beschmierten Hosen von dem spaßigen Abenteuer.

Spielmannszug empfängt die Gäste

Nach einer kurzen Pause marschieren die Buchenauer über den Radweg nach Friedensdorf. Weil die provisorische Lahnbrücke noch nicht aufgebaut ist, weicht der Tross dabei von der eigentlichen Route ab. Den kurzen Umweg verbinden die Grenzgänger mit einem Abstecher zur Schmelzmühle, auf deren Hof der Hausherr Hermann Henkel den erschöpften Wanderern einen Schnaps zur Stärkung reicht.

Von Friedensdorf begleitet die Buchenauer Feuerwehr den Tross über die Haupt- und Bundesstraße, von der die Gruppe wieder in den Wald einbiegt und die Tour über den „Böttig“ zum Frühstücksplatz „Dornochsenberg“ fortsetzt. Dort empfängt diesmal der „Oldie-Spielmannszug Buchenau“ die Gäste, um deren Bewirtung sich die Gesellschaft Hornberg kümmert.

Erneut genießen die Probe-Grenzgänger Frühstücksplatz-Atmosphäre bis zum Nachmittag bei kühlen Getränken, Speisen und handgemachter Musik. In etwa sechs Wochen fällt der Startschuss zum Grenzgang. Die meisten Arbeiten sind erledigt, nur Kleinigkeiten stehen noch aus. Die Vorfreude in der Bevölkerung wächst. „Eigentlich könnte es losgehen“, sagt Bürgeroberst Dieter Veit mit Augenzwinkern - dann greift der oberste Repräsentant des Festes zum Krückstock, dirigiert damit den Spielmannszug und lässt‘s aus hundert Kehlen klingen: „Alle sieben Jahr‘, wird es wieder wahr in Buchenau ...“

von Benedikt Bernshausen

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