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Seine Stimme ist sein Kapital

Serie 50 mit 50 Seine Stimme ist sein Kapital

Michael Heck hängte seine Karriere als Polizist an den Nagel, um als Schlagersänger und Komponist erfolgreich zu sein.

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Michael Heck aus dem Siegbacher Ortsteil Eisemroth hat sich seinen Traum erfüllt, Schlagersänger und Komponist zu werden. Er ist mittlerweile ein gefragter Musiker.

Quelle: Helga Peter

Eisemroth. . Als mit den Beatles eine völlig neu Musikrichtung Furore machte, wurde Michael Heck am 8. Juli 1964 in Herborn geboren. Er wuchs mit zwei Brüdern in Siegbach-Eisemroth auf. Eingeschult wurde er mit etwa 30 Kindern in die örtliche Volksschule.

„Im Nachhinein betrachtet bin ich mir der großen Anzahl der Mitschüler und des gut gefüllten Pausenhofes gar nicht bewusst. Das war für mich völlig normal“, sagt Heck rückblickend. Als außergewöhnlich sind ihm die Exkursionen auf der Suche nach Versteinerungen und geologischen Besonderheiten noch gut in Erinnerung. Solche Wanderungen wären heute aufgrund des hohen Verkehrsaufkommen gar nicht mehr möglich. Damals waren sie so etwas wie ein kleiner „Betriebsausflug“. Auch an das Fach „Musik“ erinnert sich Heck. Schon damals habe er viel Spaß daran gehabt, spontan eine Begleitstimme zu Liedvorträgen seiner Mitschüler zu bilden und mit ihnen zu singen.

„In alten Scheunen spielen, in der Natur Baumhäuser bauen, Fußball- und auch dann und wann Streiche spielen, das waren Freizeitbeschäftigungen meiner Kindheit. Auch der Umgang mit den Schäferhunden meines Vaters und die Aufzucht der Welpen haben mich begeistert. Hecks Vater leitete damals eine Diensthundestaffel der Hessischen Polizei.

Nach der Mittleren Reife ist Heck in die Fußstapfen seines Vaters getreten und in den Polizeidienst des Landes Hessen eingetreten. Von 1979 bis 1989 war er Polizist. Es sei zwar ein toller, aber auch kein einfacher Job gewesen. Die Erinnerungen an die Einsätze und die seines Vaters Wilfried an der „Startbahn West“ mit Tausenden von Demonstranten wird er nicht vergessen. „Die Welt hat sich nicht unbedingt zum Guten entwickelt“, resümiert Heck.

Letztendlich sei er wegen der Erfahrungen an der „Startbahn West“ und aufgrund der anstehenden Versetzungen in eine andere Region der Stimme seines Herzens gefolgt. Er hat sich seinen Traum als Schlagersänger und Komponist verwirklicht.

„Die Musik faszinierte mich schon immer“, sagt er. Er erinnert sich daran, dass er als Jugendlicher zusammen mit seinen Freunden in einem benachbarten Gehöft über dem Schweinestall mit Boxen und Synthesizer „Marke Eigenbau“ musiziert und für entsprechende Unruhe unter dem Borstenvieh gesorgt hat. Als DJ und Sänger begann er seine musikalische Laufbahn in den Bad Endbacher Gaststätten „Linde“ und „Hessenhof“. Zudem war er Sänger und Keyboarder der Band „Civas“ (Dillenburg).

Michael Heck widmet sich den „richtigen Themen“

„Kämpfen und die richtigen Themen anpacken“, dieses Motto gilt für Michael Heck, für den eine märchenhafte Geschichte vor der Jahrtausendwende damit begann, dass auf dem Schreibtisch von Joe Melson, einem der größten Komponisten der amerikanischen Musikgeschichte, eine von ihm produzierte Single-CD landete. Daraus entstand eine enge Freundschaft mit dem Komponisten. Bei mehreren Aufenthalten hat Heck innerhalb von drei Jahren in Nashville (Tennessee) amerikanische Musikgeschichte, Gesang und Songwriting studiert.

Auch das Zusammentreffen mit Uwe Busse, dem Erfolgsproduzenten der „Flippers“, bezeichnet Heck als ein Schlüsselerlebnis. Er hat sowohl für ihn als auch für Jack White gearbeitet.

Die künstlerische Ader habe er von seiner Mutter Kriemhilde geerbt, die als Co-Autorin für seine Texte und die Entstehung seines Albums „Atlantis“ verantwortlich ist. Mit dem gleichnamigen Titel „Atlantis“ erreichte Heck im November 1999 den ersten Platz der Radio Hits in Dieter Thomas Hecks Showpalast.

Das neue Jahrtausend habe Riesenerfolge für ihn mit dem Hit „Anna Lena“ und dem Gewinn der Goldenen 1 Hitparade (ARD/NDR) gebracht. Michael Heck schrieb mit „Windsurfer“ einen Musikroman und feierte 2010 sein zehnjähriges Bühnenjubiläum. Alles hat eine Vorgeschichte, so auch sein Auftritt „Eine Nacht für Elvis“ anlässlich der Landesgartenschau in Bad Nauheim zusammen mit Michael Holm und der „Memphis Memories Band“. Vorbereitungen für diese Sonderproduktion seien in Zusammenarbeit mit hr4 2009 in Nashville und Memphis in den Südstaaten der USA erfolgt. Heck hat dort im „Heartbreaker Hotel“ übernachtet und „Graceland“, das damalige Domizil von Elvis Presley, besucht. In Nashville traf Heck das Chorquartett „The Jordanaires“ und spielte mit Charlie McCoy, Nashville-Legende, Grammy-Gewinner und „Country Music Hall of Fame“-Mitglied, den Song „Memphis Memories“ im Masterlink Studio in der Music Row ein.

Zusammen mit dem MDR unternahm Michael Heck in den vergangenen Jahren zahlreiche Städtetouren. Das Deutsche Trucker- und Country-Festival in Kaunitz steht stets fest auf seinem Terminplan.

„Die Welt ist momentan außer Rand und Band“

In der Vergangenheit hat Heck auch die Grenzen seiner Schaffenskraft kennengelernt. Es erfolgte ein Wechsel von einer deutschen zu einer österreichischen Plattenfirma. Seine Perfomance eines Ronny-Schlagers in einer abgeschiedenen Berghütte des Ötztals bei Projektgesprächen sei für einen Mitarbeiter der Plattenfirma MCP ausschlaggebend gewesen. Seit Jahren habe er die Stimme eines „jungen Ronny“ gesucht und endlich gefunden. Mittlerweile ist ein Album mit dem Titel „Erinnerungen an Ronny“ entstanden sowie die CD „Romantische Zeiten“.

Ganz neu sind die TV-Beiträge unter dem Motto „Ein Schlagerherz für die Natur“ des neuen Fernsehsenders „Melodie TV“.

„Heimat ist Schlager-Herzland. Es ist jener Fleck der Erde, auf dem wir und unsere Träume gewachsen sind.“ Ein völlig neues Konzept - Schlager und Natur zusammenzubringen, davon ist der Sänger begeistert. So seien bereits zu den TV-Folgen über den Zeitraum eines Jahres Filme in österreichischen Natur­reservaten gedreht worden. Dabei wurde auf Glitzer verzichtet.

„Die Sonne war der Scheinwerfer und die Kulisse die Natur“, berichtet Heck. In dieses Projekt sind und werden Stars aus Volksmusik und Schlager eingebunden. An verschiedenen Drehorten, so auch im Naturpark Lahn-Dill-Bergland, sollen weitere Impressionen eingefangen werden.

„Die Welt ist im Moment außer Rand und Band. Tausende verlieren ihre Heimat. Wir sollten froh sein, dass wir hier in ­einer so schönen Heimat leben. ­Emotionen, Glaubwürdigkeit und Ehrlichkeit sind daher auch Bestandteile eines gefragten Liedgutes“, sagt Michael Heck.

von Helga Peter

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