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Seelbacher suchen nach einer Lösung

Bürgerversammlung Seelbacher suchen nach einer Lösung

Die Chancen stehen offenbar nicht schlecht, dass Seelbachs Dorfgemeinschaftshaus in Privat- oder Vereinsträgerschaft übernommen wird. Das wurde in der Bürgerversammlung deutlich.

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Seelbach. In der Reihe der Bürgerversammlungen der Gemeinde Lohra fand die zehnte und letzte in dem Ortsteil Seelbach statt. Im Dorfgemeinschaftshaus begrüßten Parlamentschef Hans-Wilhelm Kisch und Bürgermeister Georg Gaul zwölf Bürger. Hans-Wilhelm Kisch stellte die Haushaltslage der Gemeinde Lohra dar, die insgesamt zehn Bürger- und Dorfgemeinschaftshäuser verursachen ein Defizit von 370 000 Euro. Diese Einrichtungen seien freiwillige Leistungen seitens der Gemeinde und die Kommunalaufsicht habe signalisiert, dass das Defizit zu verringern sei.

Hans-Wilhelm Kisch berichtete, dass dem 1976 errichteten Dorfgemeinschaftshaus bei Aufwendungen von 5301,44 Euro Erträge von 252,88 Euro gegenüber stehen und die Auslastung 0,61 Prozent betrage. Daher müsse darüber diskutiert werden, wie die Kosten minimiert werden, ob die Auslastung gestärkt oder ein Trägerverein für das Gebäude gefunden werden könnte.

Bürgermeister Gaul führte dazu aus, dass der Haushalt der Gemeinde Lohra trotz Steuererhöhungen (Grundsteuer A und B sowie Gewerbesteuer) ein Defizit von 500 000 Euro aufweise. Anhand eines Diagramms zeigte Kisch auf, dass die im Jahre 2004 vorgenommene Erhöhung der Nutzungsgebühren für die Dorfgemeinschaftshäuser auch eine zurückgehende Nutzung durch die Bürger mit sich gebracht habe und die Einnahmengrenze von 15 000 Euro jetzt unterschritten werde.

Für die Bürger war es von Interesse, wie sich die Kosten des Dorfgemeinschaftshauses im Einzelnen zusammensetzen. Dazu berichtete Hans-Wilhelm Kisch, dass es sich um kalkulatorischen Kosten, wie Abschreibung aber auch umgelegte Personalkosten sowie letztendlich die Unterhaltung handele, die, wenn dieses Haus in Trägerschaft übergehe, so nicht entstehen. Auf die Anfrage, wie der vorgehaltene Raum für die Freiwillige Feuerwehr bei einer privaten Trägerschaft zu bewerten sei, erklärte Bürgermeister Gaul, dass dieser dann von der Gemeinde angemietet werden müsse.

Erich Mann fragte, wie sich die Gemeinde Lohra eine Übernahme durch einen privaten Träger vorstelle und ob dies eventuell gegen einen symbolischen Preis von einem Euro geschehen könne. Außerdem sei interessant, wie hoch die Mieteinnahmen der durch die Feuerwehr genutzten Räumlichkeiten anzusetzen seien. Ziel der Bürger sei es doch, das Haus zu erhalten, damit es gerade bei Beerdigungen genutzt werden könne. In Bezug auf die Sanierung der Heizung (Ölofen) könne dasselbe zum Beispiel mit einem Kachelofen ausgestattet werden. Die Gemeinde möge konkrete Zahlen vorlegen und erklären, wie sich die vertraglichen Bedingungen gestalten. Denkbar sei, dass eventuell die Jagdgenossen als eingetragener Verein das Haus übernehmen könnte. Dazu berichtete Kisch, dass eine Veräußerung nur nach Rücksprache mit der Kommunalaufsicht erfolgen könne, da dieses Haus einen Vermögenswert darstelle und nicht „verscherbelt“ werden kann.

Der Bürgermeiste regte an, zusammen mit der Gemeinde einen Arbeitskreis zu bilden. Ortsvorsteher Harald Zimmermann kündigte eine Ortsbeiratssitzung an. Ein Bürger stellte die Frage, wie konsequent die Gemeinde mit den Dorfgemeinschaftshäusern umgehen wolle. Wenn diese nicht mehr sanierungsfähig seien. Dazu erklärte Bürgermeister Gaul, dass die Gemeinde auf Dauer zehn Dorfgemeinschaftshäuser nicht halten könne. „Macht euch Gedanken um den Preis, dann können wir weiterreden“, so ein Bürger.

Mehrheitlich befürworteten die Seelbacher Bürger, dass die Straßenbeleuchtungszeiten in der Form reduziert werden, dass diese um Mitternacht ausgeschaltet und gegen 5.30 Uhr wieder eingeschaltet werden. Im Zusammenhang mit den in der Gemeinde Lohra geplanten Windkraftanlagen hatten die Bürger Gelegenheit, die Standorte anhand von Kartenmaterial einzusehen. Hans-Wilhelm Kisch zeigte sich überrascht darüber, dass in dem Entwurf des Teilregionalplans Energie Mittelhessen die bereits erstellten Anlagen (zum Beispiel Solar- und Windpark in Hohenahr und der Solarpark Bad Endbach) nicht enthalten seien. So komme es vor, dass Solar- und Windpark nach diesem Entwurf in unmittelbarer Nachbarschaft sein könnten, obwohl Solarparks durch eventuelle Schattenwirkung beeinträchtigt würden.

von Helga Peter

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