Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 3 ° Regen

Navigation:
Sechs Blitzer sollen Straßen sicherer machen

Blitzer Sechs Blitzer sollen Straßen sicherer machen

Seit Donnerstag sind sechs stationäre Geschwindigkeits-Messstellen in Biedenkopf in Betrieb. "Ich möchte, dass die Leute langsam fahren", betonte Bürgermeister Joachim Thiemig.

Biedenkopf . Zu Beginn der Wochen wurden die Starenkästen aufgestellt und lösten sofort kontroverse Diskussionen aus. Die neuen Anlagen, die die Gemüter erhitzen, stehen im Bereich der Ortseinfahrten: In Breidenstein wird der aus Breidenbach kommende Verkehr gemessen und in Wallau der, der aus der Kernstadt in den Ort einfährt. In Ludwigshütte empfängt ein „Blitzer“ die Fahrer aus Richtung Wallau und ein zweiter den Verkehr, der über die Sackpfeife in die Stadt einströmt. Zwei Messgeräte stehen - in beide Fahrtrichtungen - in Eckelshausen an der Bundesstraße 62 auf Höhe des Abzweigs Marburger Straße/Gartenstraße unweit der Autohäuser.

Bei einem Ortstermin in Breidenstein übergaben Bürgermeister Joachim Thiemig und Dietmar Schwalm von der Herstellerfirma GATSO an der Seite der Ortsvorsteher Thomas Henkel (Breidenstein) und Fritz Schlagowsky (Kernstadt) die Messgeräte ihrer Bestimmung.

„Wir haben uns für einen Pressetermin entschieden, um die Öffentlichkeit auf die Geräte hinzuweisen“, sagte Thiemig. Ziel sei, so den Vorwurf der „Hinterhältigkeit“ auszuräumen.

Weil es immer noch „einige“ gebe, die sich nicht an die Regeln hielten, sei das Aufstellen der Messanlagen erforderlich gewesen, um die Ortsdurchfahrten sicherer zu machen, erklärte der Bürgermeister.

Starenkästen mitmoderner Technik

Von den Ortsbeiräten in Breidenstein, Biedenkopf, Eckelshausen und Wallau sei der Wunsch nach stationären Messeinlagen „unisono“ geäußert worden. Die Standorte nahe den Ortseingängen wählte die Stadt, damit Kraftfahrer ihre hohe Überland-Geschwindigkeit direkt drosseln müssen. Jeden, der sich über die Messstationen aufrege, bitte er, sich in die Lage der Durchfahrten-Anwohner zu versetzten. Ohnehin werde auch nur bestraft, wer sich nicht an die Vorschriften halte, sagte Thiemig weiter.

Bisher teilte sich Biedenkopf in einem Verband von acht Landkreis-Gemeinden eine mobile Messanlage, die aber auch weiterhin in Biedenkopf aufgestellt wird. Für die Anschaffung der sechs Starenkästen zahlte die Stadtverwaltung keinen Cent. Nach dem Vorbild anderer Kommunen arbeitet die Stadt mit der Dienstleistungsgesellschaft „German Radar“ zusammen, die die Geräte finanziert und über eine Fallpauschale an den Verwarn- und Bußgeldern beteiligt wird. Entschieden hat sich die Stadtverwaltung für Anlagen der Firma GATSO, dem „Weltmarktführer und Erfinder der Verkehrsüberwachung“, sagte Vertriebsleiter Dietmar Schwalm.

Auch wenn die Messgeräte - entgegen der bekannten Säulen in Lahntal - eher altertümlich aussehen, beinhalten die Kästen modernste Technik. Kontaktschleifen im Straßenkörper messen die Geschwindigkeit präziser als die optischen Säulen. Eine hochauflösende Kamera liefert Bilder in guter Qualität.

Die Messdaten werden im Gerät nicht gespeichert, sondern kabellos an die Behörde übermittelt. Einziger Nachteil gegenüber der Säule: Die Biedenkopfer Anlagen messen nur den Verkehr einer Fahrtrichtung. Die Aufstellung von Säulen war wegen zu breiter (Eckels-hausen) oder zu kurviger Straßenabschnitten im Messbereich nicht möglich.

Die Breidensteiner Kasten-Anwohner sind zwar nicht glücklich mit dem Erscheinungsbild der neuen Anlagen. Doch Nachbarin Christiane Klöckner befürwortet die Messungen, fragte aber, warum der Verkehr in Breidenstein nur in einer Richtung kontrolliert werde. „Auf der Seite wird nämlich genauso gerast“, erklärte Klöckner dem Bürgermeister.

von Benedikt Bernshausen

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Hinterland