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„Schwarzes Schaf“ steht vor Gericht

Amtsgericht „Schwarzes Schaf“ steht vor Gericht

Wegen des Betrugs in 15 Fällen mit einem Gesamtschaden von mehreren 10000 Euro muss sich seit Dienstag ein 28-jähriger Gladenbacher vor dem Marburger Amtsgericht verantworten.

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350 Schafe erwarb der Angeklagte, bezahlte aber nur rund die Hälfte des Kaufpreises. Das ist nur einer von 15 Fällen, die dem 29-Jährigen vor Gericht vorgeworfen werden.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Die meisten der ihm von der Staatsanwaltschaft vorgeworfenen Betrugstaten gab der 28-jährige Angeklagte zu. Demnach hat er in einem Fall 350 Schafe zum Preis von 23500 Euro erworben, außer der Anzahlung von 11500 Euro ist er aber den Kaufpreis schuldig geblieben. Nicht gezahlt hat er auch das fällige Geld für einen Biobullen und ein weiteres Rind. Ebenso offen ließ er die Bezahlung von mehr als 35000 Euro für Geräte eines Landmaschinenhandels, insgesamt drei Mobiltelefone, die er privat erwerben wollte, ein Bett und zwei Fernseher.

Neben ihm auf der Anklagebank saß zunächst auch seine 26-jährige Lebensgefährtin. Ihr warf die Anklage vor, mit dem 28-Jährigen die Verkäufer bei einem Geschäft mit sechs Galloway-Rindern betrogen zu haben. Sie sei dabei gewesen, so die Frau, habe jedoch keine Ahnung gehabt, was ihr Freund vorhabe. Sie habe gedacht, die Rinder verkaufe er an den Schlachthof und bezahle sie dann. „Was er für Geschäfte macht, weiß ich nicht, ich halte mich da ganz raus“. Als der Vorsitzende Richter, Dominik Best, sich über ihre Angabe wunderte, hielt er ihr vor, dass sie durch einen Strafbefehl gegen sie und ihren einschlägig vorbestraften Lebensgefährten rechtskräftig wegen eines Betruges bei einem Grundstückskauf in Lohra im Jahr 2010 verurteilt sei.

Daraufhin betonte ihr Verteidiger, dass dies eine einmalige Sache gewesen sei. Nachdem der Angeklagte alle Schuld auf sich nahm, sie habe wirklich nichts gewusst, stellte das Amtsgericht letztlich das Verfahren gegen die Lebensgefährtin ohne Auflagen ein.

Zuvor hatte der Bewährungshelfer geschildert, dass sie alle Auflagen aus der alten Tat erfülle, gut mitarbeite und einer geregelten Arbeit nachgehe.

Angeklagter entlastet Lebensgefährtin

Der Angeklagte dagegen habe bereits im September nach einer erneuten Verurteilung zu einer Bewährungsstrafe den Kontakt abgebrochen. Er habe den Eindruck, dass der Mann mit seiner Selbständigkeit überfordert sei, gleichwohl er mit dieser „etwas darstellen will“.

Einige Fälle bestritt der Angeklagte. So habe er unter anderem nicht bei einem Pizzadienst für 57 Euro Essen mitgenommen und nicht bezahlt sowie sich 50 Euro geliehen. Vielmehr sei ihm dies aufgedrückt worden. Ebenso habe er beim Leasing eines Autos keine Betrugsabsichten gehabt, sondern das Fahrzeug sei, nachdem er eine Rate schuldig geblieben sei, wieder abgeholt worden.

Best deutete an, dass diese Verfahren hinsichtlich ihres geringen Gewichts bezüglich aller anderen Vorwürfe eingestellt werden könnten.

Am nächsten Verhandlungstag am 17. Juli sollen dagegen Zeugen Aufschluss über das Geschäft mit einem Sattelschlepper geben.

Laut Anklage hat der Gladenbacher in betrügerischer Absicht den vereinbarten Kaufpreis in Höhe von mehr als 32000 Euro nicht gezahlt, nachdem er das Fahrzeug mitgenommen hat.

Der Gladenbacher behauptet, er sei von dem Vertrag zurückgetreten, weil es dem Verkäufer nicht gehört habe, sondern geleast gewesen sei.

Anschließend sei ihm gedroht worden, wenn er nicht 1000 Euro zahle, werde Anzeige erstattet, was dann auch geschehen sei.

von Heiko Krause

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