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Schwarzenberg setzt zum Aufholen an

Windparkbaustellen Schwarzenberg setzt zum Aufholen an

Der Kran steht, aber 
die Anlieferung der 
Rotorblätter stockt. 
Dennoch sollen bis 
zum Jahresende alle Windräder des 
Schwarzenbergs 
ans Stromnetz 
angeschlossen sein.

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Noch in diesem Monat soll erstes Windrad des Weißenbergs ans Netz angeschlossen werden. Vom Böttig an der Einmündung der L 3042 in die B 62 sind die Türme des Windparks gut zu erkennen.

Quelle: Gianfranco Fain

Silberg. Von der Bundesstraße 
62 aus sind die entstehenden Windräder auf dem Weißenberg in der Gemarkung Dautphetal und dem von der Stadt Biedenkopf und der Gemeinde Breidenbach genutzten Schwarzenberg schon vom Weiten zu sehen. Mehr oder weniger überragen die Türme, die sechs 
Enercon-Anlagen auf dem Weißenberg haben eine Nabenhöhe von 149 Metern, die Baumwipfel auf den Höhenzügen.

Die Beobachter verwirrt jedoch, dass auf dem Weißenberg nach dem Baubeginn in diesem Frühjahr schon zwei der sechs Anlagen fertig montiert sind, während auf dem Schwarzenberg nur die Türme in die Höhe ragen, obwohl dort die Arbeiten schon im Dezember begannen.

„Ja, wir wollen aufholen“, sagt Breidenbachs Bürgermeister Christoph Felkl, einer der beiden Geschäftsführer der Windpark Schwarzenberg GmbH. Der Unterschied im Baufortschritt hat seine Ursache in den unterschiedlichen Bauarten, erklärt Felkl. Die Türme für die 
Nordex-Anlagen entstanden aus kleinen Bauteilen, während die Enercon-Türme aus Fertig-Halbschalen erreichtet wurden.

In dieser Woche sollte am Standort 3 das erste Windrad sichtbar werden. Der Kran steht, doch Gondel und Flügel verließen zwar die Produktionsstätte in Rostock, „hängen aber irgendwo zwischen Magdeburg und Breidenbach rum“, beschreibt Felkl die Transport-Misere. Dennoch ist er „vollkommen entspannt“, bekennt der Breidenbacher Bürgermeister.

Samstag wird Kabel in Friedensdorf angeschlossen

Man liege genau im Bauplan und bis zum Jahresende sollen die neuen Anlagen am Netz sein, um die geltende Einspeisevergütung zu sichern. Wenn nicht, so sei die Windpark Schwarzenberg GmbH, wie 
üblich bei solchen Geschäften, gegen einen Verlust vertraglich abgesichert.

Am Jahresende sollen auch 
 alle sechs Windkraftanlagen des Weißenbergs ihren Strom ins Netz einspeisen. Die Aussicht, den Plan zu erfüllen, sind gut. Am Standort 2 und 4 stehen die Windräder schon fix und fertig, am Standort 6 begann diese 
Woche der Aufbau von Gondel und Rotoren.

Im Gegensatz zu den Mitbewerbern am Schwarzenberg plagen Alexander Kern keine logistischen Probleme. „Alle Komponenten sind da und können vormontiert werden“, sagt der Prokurist der projektierenden Hermann Hofmann Gruppe. Das Personal vor Ort sei auf bis zu 50 Arbeiter verstärkt, um verlorene Zeit wieder aufzuholen, ergänzt Kern. Er sei sehr optimistisch, das gesteckte Ziel zu erreichen.

Flügelmontage bei Enercon aufwendiger als bei Nordex

Der erste Schritt dahin soll der Anschluss des Windrades am Standort 2 ans Stromnetz sein. Bis zum Monatsende soll dies erfolgen. Dann wären die in diesem Quartal gültigen Bedingungen der Einspeisevergütung für den ganzen Windpark gesichert. Zuvor muss allerdings am Samstag die Verkabelung zum Umspannwerk in Friedensdorf verknüpft werden. Dies soll an diesem Samstag erfolgen. Das Kabel liegt an der Landesstraße bereit, bisher verhinderte ein Schaden das Durchziehen des Kabels.

Kern erklärt auch, weshalb die Arbeiter aufholen müssten. Die Nordex-Anlagen haben in der Gondel ein Getriebe. Dieses braucht bei der Flügelmontage nur weitergedreht und 
 arretiert zu werden. Bei den 
getriebelosen müsse dagegen bei der Flügelmontage aufwendiger mit Ballast gearbeitet 
werden. Das könne man sich vom Aufwand so vorstellen, als ob der Kranführer in 149 Metern Höhe einen vierten Flügel montieren würde.

von Gianfranco Fain

 
Das Elektrokabel für den Anschluss des Windparks Weißenberg an das Umspannwerk in Friedensdorf liegt bereit. An diesem Samstag soll es unter der Landesstraße durchgezogen werden. Foto: Gianfranco Fain
 
 
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