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Schwarz-Weiß-Trennung für Blauröcke

Feuerwehrgerätehäuser Schwarz-Weiß-Trennung für Blauröcke

In der Gemeindevertretung Dautphetal beantwortete Bürgermeister Bernd Schmidt eine An
frage, deren Thematik die meisten Feuerwehren im Landkreis betrifft.

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So wie auf unserem Beispielbild dürfte die Einrichtung in vielen Feuerwehrgerätehäusern im Landkreis aussehen. Die Feuerwehrleute müssen sich in der Fahrzeughalle umkleiden und sind dabei den Abgasen ausgesetzt.

Quelle: Archiv

Dautphe. Bis auf eines sind die Feuerwehrgerätehäuser in der Gemeinde Dautphetal nicht auf dem wünschenswerten Stand. So lautet zusammengefasst die von Bürgermeister Bernd Schmidt (FW) vorgetragene Stellungnahme auf eine Anfrage der CDU-Fraktion in der Gemeindevertretung. Die Christdemokraten wollten wissen, was eine vor Kurzem erfolgte Überprüfung der Feuerwehrgerätehäuser ergeben habe.

Bis auf das Feuerwehrgerätehaus in Damshausen verfüge keines in der Gemeinde über eine sogenannte „Schwarz-Weiß-Trennung“, erklärte Schmidt. Für das Haus in Allendorf gebe es aber „sehr fortgeschrittene Pläne“, die eine kurzfristige Trennung der Umkleiden vom Stellplatz des Löschfahrzeuges ermöglichen werden, ergänzte der Bürgermeister.

Die Grundforderung der Unfallkasse Hessen nach einer „Schwarz-Weiß-Trennung“ sei seit Jahren bekannt, jedoch habe sie im vergangenen Jahr durch die Diskussion um die Emissionen der Dieselmotoren in den Gerätehäusern neuen Auftrieb gewonnen.

Die Gemeindeverwaltung habe deshalb eine Arbeitsgruppe aus Mitarbeitern der Bauabteilung und der Ordnungsbehörde sowie dem stellvertretenden Gemeindebrandinspektor gebildet, die die Gerätehäuser auch über die „Schwarz-Weiß-Trennung“ einer Bewertung unterziehen soll. Das Ergebnis soll mit Vertretern der Unfallkasse und der Brandschutzaufsicht „beleuchtet“ werden.

Kaum eine Wehr hat eine „Schwarz-Weiß-Trennung“

Ein vorgeschriebenes Zeitziel gebe es zwar nicht, doch hätten die Behördenvertreter die Gemeinde bereits aufgefordert, erkannte Probleme kurzfristig zu minimieren, sagte Schmidt. Dass es keinen festen Termin gibt, bestätigt Kreisbrandinspektor Lars Schäfer.

Allerdings stünde voraussichtlich im nächsten Jahr eine Besichtigung durch Mitarbeiter des technischen Prüfdienstes und der Unfallkasse Hessen, die für die Gebäude zuständig ist, an. Dass diese Kontrolle im Kreisgebiet durchaus wenig erfreulich enden könnte, ist Schäfer bewusst. „Ganz wenige Häuser der 159 Wehren des Landkreises sind nach der DIN 14092 gebaut“, sagt der Kreisbrandinspektor.

Die DIN 14092 regelt, wie Feuerwehrhäuser zu bauen sind, schreibt unter anderem auch die „Schwarz-Weiß-Trennung“ vor. Diese hat zum Ziel, die Kontamination mit Schmutz und gesundheitsschädlichen Stoffen von Feuerwehrleuten, aber auch Umkleiden, Sanitär- und Lehrräumen zu vermeiden.

Das erste Beispiel, das Schäfer auflistet, sind Spinde in den Fahrzeughallen, wo sich die Feuerwehrleute vor und nach den Einsätzen umkleiden und dabei dem Ausstoß der Dieselmotoren ausgesetzt sind. Das Optimum ist eine räumliche Trennung von Garagen und Umkleideräumen.

Dazu gehört dann auch, dass es zum Beispiel eine Stiefelwaschanlage in der Fahrzeughalle gibt und einen Behälter, in dem die verschmutzte oder gar mit Schadstoffen kontaminierte Schutzkleidung deponiert werden kann, bevor die Feuerwehrleute über die Duschräume zu den Umkleiden gehen.

Zumindest für die Problematik der Dieselmotoren-Emissionen könnte eine Abgasabsorberanlage eine kostengünstige Alternative zu Umbauten sein, erklärt Schäfer. Welche Kosten auf die Gemeinde Dautphetal zukommen, konnte Bürgermeister Schmidt nicht beantworten, da noch nicht feststeht, was gemacht werden muss.

von Gianfranco Fain

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