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Schulterschluss zwischen Bus und Bahn

Bauprojekt Schulterschluss zwischen Bus und Bahn

Spatenstich am Bahnhof: In Bad Laasphe entsteht in den kommenden zwölf Wochen ein kombinierter Bahn- und Busbahnhof.

Bad Laasphe. Der Umbau ist auch ein Bekenntnis zur Linie zwischen Marburg und Erndtebrück: „Wir halten an dem Abschnitt fest“, betont Bauleiter Hans-Martin König. Mit dem symbolischen ersten Spatenstich startete pünktlich zu Beginn der Sommerferien im Nachbarbundesland der Umbau des Bahnhofsgeländes in Bad Laasphe. Neben der Modernisierung der Bahnsteige wird auf dem Areal auch ein Busbahnhof gebaut.

Insgesamt investieren Stadt Bad Laasphe und Kurhessenbahn 4,5 Millionen Euro in das Gemeinschaftsprojekt. Schon vor sechs Jahren war das Bahnhofsgebäude zuerst von der Stadt übernommen und danach saniert worden. „Jetzt folgt der zweite Schritt“, betonte Bahn-Chef Joachim Kuhn. Und der umfasst den barrierefreie Umbau der Bahnsteige und ebenso eine Vereinfachung des Übergangs zwischen Bus und Bahn durch den Bau des Zentralen Omnibusbahnhofes (ZOB) auf dem Bahngelände - ohne, dass Fahrgäste - vor allem Schüler - dafür wie bisher die Bundesstraße queren müssen. Bürgermeister Dr. Torsten Spillmann sieht das aktuelle Bauvorhaben als Ende einer guten Entwicklung, die mit ersten Plänen dazu im Jahr 2001 begann.

Der Stadt verschaffe die Modernisierung des Bahnhofs ein weiteres „Attraktivitätsplus“. Frank Beckehoff, Landrat des Kreises Olpe und stellvertretender Vorsteher des Verbandes „Nahverkehr Westfalen-Lippe“, lobte die zukünftige „Anlage aus einem Guss“ als ideale Verbindung zwischen Bus, Bahn und Auto in der Lahnstadt, die, weil sie von mehreren Buslinien und einer wichtigen Bahnlinie angefahren werde, ein „Verknüpfungspunkt mit großer Bedeutung“ sei. Für die Kurhessenbahn, eine Deutsche-Bahn-Tochter mit Sitz in Kassel, sei der Umbau des Bahnhofs ein großes Projekt, erklärt Bauleiter Hans-Martin König. Im Detail: Es werden die Gleise verlegt, die Steige erhöht und die Bussteige daran angeschlossen. Außerdem werde die alte Signaltechnik erneuert, ein elektronisches Stellwerk eingerichtet, eine neue Weiche und eine Weichenheizung eingebaut. Am ZOB werden vier Bussteige geschaffen, von denen zwei aus beiden Richtungen angefahren werden können. Eine zweite Fußgängerampel an der Bundesstraße umrahmt die Anlage und räumt den Bussen gegenüber dem fließenden Durchgangsverkehr Vorfahrt ein. Rund zwölf Wochen dauern die Arbeiten an den Gleisen, die in dieser Zeit nicht angefahren werden können. Für die Züge, die aus Richtung Marburg nach Bad Laasphe einfahren, wurde ein provisorischer Bahnsteig aufgebaut. Die Weiterfahrt nach Erndtebrück erfolgt mit Bussen: Einem Schnellbus, der direkt die Endstation Erndtebrück anfährt, um einen planmäßigen Übergang zu den Anschlusszügen zu ermöglichen, und einem zweiten Bus, der die übrigen Haltepunkte der Strecke anfährt. Am Montag, 21. Oktober, planen die Bauherren die Eröffnung des modernisierten Bahnhofs - einem der modernsten in Deutschland.

von Benedikt Bernshausen

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