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Schmidt: „Gut Ding braucht Weile“

Altersgerechtes Wohnprojekt Schmidt: „Gut Ding braucht Weile“

„Nicht allein, nicht ins Heim und nicht zu Lasten der Kinder“: Vor rund 10 Jahren entstand die Vision einer neuen Wohnform für alte Menschen in Dautphetal. Was ist daraus geworden?

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Unterhalb des Seniorenheims (rechts) und neben dem neuen Gebäude der Lebenshilfe (hinten) an der Friedensdorfer Straße in Dautphe könnte die Wohnanlage des Vereins „Wohnen im Alter
in Dautphetal“ entstehen.

Quelle: Gianfranco Fain

Dautphe. Einiges, wenn man bedenkt, dass die Mitglieder des nahezu mittellosen Seniorenrats der Gemeinde das 1,7 Millionen-Euro-Projekt seitdem zwar langsam, dafür aber umso hartnäckiger vorantreiben. Das Ziel ist, ein Wohnprojekt im Ortsteil Dautphe mit Wohnungen für bis zu zwölf Personen entstehen zu lassen. Dazu wurde mittlerweile der Verein „Gemeinsam ins Alter, Dautphetal“ vor fast zwei Jahren gegründet, der nun 15 Mitglieder zählt.

Zwei von ihnen, Helmut Jakobi und Reinhold Schwab, informieren derzeit die Ortsbeiräte aller zwölf Dautphetaler Gemeindeteile über ihr Vorhaben. Dabei geschieht durchaus auch mal etwas Außergewöhnliches: In Elmshausen seien jüngst drei Interessenten zur Sitzung gekommen, einer habe sogar die Vereinsmitgliedschaft beantragt, berichtet Jakobi. Sonst sei die Beteiligung sehr übersichtlich, meist käme nicht mehr als ein Interessent. Dafür sei der Informationsbedarf der Ortsbeiräte sehr groß, viele wüssten nicht mal, dass es den Verein und das Projekt gibt. Und das, obwohl dieser seit Monaten im Amtsblättchen wirbt.

Zudem gibt es einen Flyer, in dem die Ziele des Vereins mit Zeichnungen und Ansichten dargestellt sind. Dieser Flyer ist bei den Ortsvorstehern oder bei Katja Damm, Telefon 06466/920306, in der Gemeindeverwaltung erhältlich. Zur weiteren Präsentation in der Öffentlichkeit plant der Verein, sich während der nächsten Gewerbeschau mit einem Informationsstand am Standort der Gemeinde zu integrieren und möchte sich auch auf der Homepage der Gemeinde wiederfinden. Das sind die sichtbaren Aktivitäten der Vereinsmitglieder.

Doch auch im Hintergrund wird das Erreichen des gesteckten Zieles fleißig vorangetrieben. Dabei geht es vorerst hauptsächlich um Geldbeschaffung. Die Vereinsmitglieder klopfen dazu auf der ­Suche nach Fördermitteln oder Spenden bei Behörden, Firmen und Stiftungen an, erhalten Absagen, wie kürzlich von der EAM-Stiftung aber auch Ermunterungen, zum Beispiel von der Staatskanzlei, die Modellkommunen im Kampf gegen den demografischen Wandel sucht und unterstützt. Oder von Landrätin Kirsten Fründt, die das vorgestellte Modell begeisterte und Tipps zu möglichen Förderungen gab, bis hin zu Zusagen. So gewährt eine zertifizierte Energieberaterin aus Stadtallendorf eine kostenlose Erstberatung zur Energieeinsparung bei Gebäuden.

Diese ist notwendig, um bei der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) eine Förderung für den Bau des Wohnobjektes erlangen zu können. Zudem erhalte er dann Hinweise, ob und wie das Gebäude im Sinne der Energiesparverordnung noch optimiert werden könne, sagt Architekt Jakobi. Zum Beispiel, ob der Kaltraum zwischen den Gebäuden bestehen bleiben kann oder die vielen Glasflächen geändert werden müssen. Auch hinsichtlich des Heizsystem werden Aufschlüsse erwartet, strebt der Verein doch an, das Haus energieautark zu betreiben, wozu die Buchenauer Roth-Werke mit einem Solar-Geo-System beitragen wollen.

Sind diese Eckdaten berücksichtigt und geklärt, ob es Geld von der KfW geben könne, will der Verein mit Geldinstituten über die Finanzierung des Projekts verhandeln. Es bleibt also noch viel zu tun - doch wie sagte der Vereinsvorsitzende Bernd Schmidt während einer Mitgliederversammlung: „Gut Ding braucht Weile.“

von Gianfranco Fain

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