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Scheunenbrände beschäftigen Wehr

Freiwillige Feuerwehr feiert 125-Jähriges Scheunenbrände beschäftigen Wehr

Im Jahr der Zusammenlegung mit der Seelbacher Wehr feiert die Freiwillige Feuerwehr Rodenhausen vom 17. bis 19. Juli ihr 125-jähriges Bestehen.

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Rodenhäuser Feuerwehrleute sind seit 125 Jahren im Dienst für die Sicherheit der Bürger des Ortes.

Quelle: CIS / pixelio.de, Ingrid Lang

Rodenhausen. Die vom Festausschuss organisierte Veranstaltung beginnt am Freitag, 17. Juli, um 18.30 Uhr mit einem Totengedenken am Ehrenmal. Etwa eine halbe Stunde nach dem Empfang der Gäste beginnt um 20 Uhr im Festzelt der Kommers. Nach dem offiziellen Teil spielen die „Deko Hirsche“ zum Tanz auf.

Der Samstag beginnt um 14.30 Uhr mit einem Grenzgang mit dem Titel „FFW Rodenhausen von 1890 bis 2015“. Die Wanderung führt an historischen Stellen vorbei, an denen Feuerwehreinsätze stattfanden. Ab 20 Uhr lädt die Feuerwehr zum Discoabend mit der Partyband „Sunday“ ein.

Der Sonntag startet um 9.30 Uhr mit einem Festgottesdienst im Festzelt, den Pfarrer Christian Hölscher gestaltet. Ab 10.15 Uhr schließt sich ein Frühschoppen an. Um 13 beginnt die Aufstellung des Festzuges am Dünkelsloh, der ab 13.30 Uhr durchs Dorf zum Festzelt zieht. Danach sorgen die „Deko Hirsche“ mit ihrer Musik erneut für Unterhaltung bis zum Ausklang des Festes.

Feuerlöschteich kam erst 1933

Diesem liegt das Jahr 1890 zugrunde, das Gründungsjahr der Feuerwehr Rodenhausen. Näheres ist nicht mehr festgehalten. Erst aus dem Jahre 1912 gibt es noch ein Mannschaftsverzeichnis der Pflichtfeuerwehr von Rodenhausen sowie aus dem Jahre 1927 eine Liste der Steigermannschaft der Pflichtfeuerwehr. Für diese wurden seit dem Jahre 1906 mittels einer „Polizeiverordnung zur Regelung des Feuerlöschwesens“ jährlich im Januar die dienstpflichtig gewordenen Männer in die Pflichtfeuerwehr aufgenommen.

Erst im Jahr 1933 verfügte Rodenhausen über einen Feuerlöschteich, der – wie andernorts üblich – auch als Schwimmbad genutzt wurde. Im folgenden Jahr ernannte der Vorsitzende des Provinzialfeuerwehrverbandes die Wehrführer der freiwilligen Feuerwehr und die Wehren wurden ins Vereinsregister eingetragen. Es folgte die Wiedergründung der FFW Rodenhausen, die nach nur einem Jahr 27 Mitglieder zählte.

Bereits 1937 legte sich die Wehr die erste Motorspritze zu. Zwei Jahre später folgte per Gesetz die Umwandlung in die technische Hilfspolizei. Im Jahre 1941 gab es einen Großbrand auf dem Hof der Familie Schreiner, bei dem zwei Söhne der Familie Beck starben. In 1954 richtete die Wehr das Berufsfeuerwehrfest mit Wettkämpfen und einem Festzug in Rodenhausen aus. Zu der Zeit zählten die Rodenhäuser 34 Mitglieder.

Selbstständig trotz Gebietsreform

Ein herausragendes Datum war der 1. Juni 1957, an dem Oberbrandmeister Konrad Keller das Feuerwehrehrenkreuz für hervorragende Leistungen erhielt. Dann kam die Gebietsreform. Zwar wurde 1971 die Selbstständigkeit der Feuerwehr gewahrt, aber alle Lohraer Wehren unterstanden nun der Gesamtleitung des Ortsbrandmeisters.

Unter der neuen Leitung hatten die Rodenhäuser gleich zwei Scheunenbrände zu bewältigten. Im Dezember 1972 kam ein neues Löschfahrzeug in den Ort und die Wellblechgarage hinter dem Backhaus, die als Unterstellplatz für die alte Motorspritze diente, wurde abgebaut. Auch räumlich ging es aufwärts, indem der neue Geräteraum im Untergeschoss des Dorfgemeinschaftshauses bezogen wurde.

Das neue Gerät wurde 1982 bei einem Wohnhaus- und Scheunenbrand richtig gefordert. Ein Jahr danach erhielt die Wehr ein Funkgerät für ihr Fahrzeug, das bei der Sicherung der Strecke der Hessen-Rallye von Erdhausen nach Rodenhausen gute Dienste leistete.

Neues Fahrzeug seit 1997

Beim Hochwasser, das 1984 Erdhausen und einige Orte der Gemeinde Lohra flutete, waren die Aktiven auch im Einsatz. 1987 übernahm Wolfgang Kühnel das Amt von Ortsbrandmeister Kurt Gabriel und 1988 musste wieder ein Scheunenbrand gelöscht werden, diesmal in Seel- bach. Zudem galt es ein Jahr später, ein Strohfeuer auf dem „Hohen Feld“ zu löschen.

In den frühen 1990er Jahren musste die Feuerwehr einige kleinere Brände löschen und erhielt 1995 ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF). 1997 folgten der Kauf eines Aufenthalts-Containers und ein erneuter Einsatz in Seelbach, als eine Scheune brannte.

Tragisch verlief im darauffolgenden Jahr ein Einsatz in Seelbach, als an einer vereisten Wasserstelle im ehemaligen Steinbruch ein Kind unter dem Eis verschwand. Bald ging man wieder zum Alltagsgeschäft über: Im Jahr 2000 brannte es in Damm. Zur Rettung der Scheune eilten auch die Rodenhäuser Feuerwehrleute herbei. Fünf Jahre später beteiligte sich die Feuerwehr am ersten Rodenhäuser Grenzgang und wirkte in der Folge immer mit.

Zusammenlegung mit Seelbach vor einem Jahr

Im Januar und März 2007 waren Aufräumarbeiten nach den Stürmen „Kyrill“ und 2008 nach „Emma“ zu leisten, sowie 2009 und 2010 Windbruch an der K 51 Richtung Erdhausen zu beseitigen. Vor fünf Jahren beteiligte sich die Feuerwehr an der Übernahme der alten Schule und stellte dem Förderverein 10.000 Euro zur Verfügung.

Zwei Jahre später wirkte die Wehr unterstützend bei dem Scheunenbrand in Lohra mit. In 2014 erfolgte die Zusammenlegung mit den Seelbachern. Im selben Jahr wurde ein Mannschaftsraum im Untergeschoss des Dorfgemeinschaftshauses eingerichtet, der Geräteraum renoviert sowie ein neues Tor eingebaut. Zudem wurde in Seelbach ein Schlepperbrand gelöscht.

Im Jubiläumsjahr zählt die Rodenhäuser Wehr 81 Mitglieder. Von 1969 bis 1971 war Walter Naumann Ortsbrandmeister, ihm folgte bis 1975 Herbert Laucht, der zudem von 1978 bis 1996 Wehrführer war. Von 1975 bis 1978 übernahm Manfred Kraft diese Position, von 1996 an für zehn Jahre Oliver Plitt. Ihm folgte für sieben Jahre Hans-Heinrich Meisel und seit 2013 ist Benjamin Wagner Wehrführer.

von Ingrid Lang

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